Indus - Substanz mit Phantasie

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neuester Beitrag: 29.11.22 09:07
eröffnet am: 12.07.05 16:34 von: brokeboy Anzahl Beiträge: 631
neuester Beitrag: 29.11.22 09:07 von: HutaMG Leser gesamt: 241388
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2590 Postings, 6514 Tage brokeboyIndus - Substanz mit Phantasie

 
  
    
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12.07.05 16:34
INDUS Holding (Nachrichten) erwirbt den Systemlieferanten Selzer

nachdem ich etwa 2 Monate lang gewartet habe, seit ein uns allen bekannter Psychopath einen Haufen überzogenen Irrsinns über die Indus gepostet hat, möchte ich dieses Substanzpapier wieder ins Gespräch bringen. KGV bei 13-14, Divi bei 5% und ein unglaublich geschicktes Händchen bei der Auswahl sog. "hidden champions" machen Indus zu einem wirklich renditeträchtigen Depotkandidaten, der dieses Jahr die 30 Euro -Marke nehmen sollte. Bei mir waren Indus und Gesco in der engeren Wahl - allerdings hat mich das Portfolio der Indus eher überzeugt.

Gruss von BB

Latest News:
Bergisch Gladbach, 12. Juli 2005 - Die INDUS Holding AG (ISIN DE0006200108)
hat 70 % der Anteile an der Selzer Fertigungstechnik GmbH&Co. KG, Driedorf-
Roth, übernommen. 30 % der Anteile verbleiben bei der Familie Selzer. Im
abgelaufenen Geschäftsjahr 2004 erzielte der spezialisierte Zulieferer für die
Fahrzeug- und Elektroindustrie mit rund 600 Mitarbeitern einen Umsatz in Höhe
von ca. 80 Mio. Euro. Hans-Joachim Selzer, der seit über 20 Jahren als
geschäftsführender Gesellschafter das Unternehmen leitet, wird auch in Zukunft
in dieser Funktion für die operative Entwicklung des Unternehmens
verantwortlich sein.

Als Systemlieferant nimmt Selzer eine ausgezeichnete Marktstellung ein und ist
bei allen großen Herstellern auditiert. Selzer besitzt umfassendes Know-how
bei der Entwicklung und Fertigung von kompletten, einbaufertigen Baugruppen
aus Metall, insbesondere für Schaltgetriebe, Bremsen und Motoren. Dabei wird
von der Produktentwicklung über Prototypenbau bis zur Produktion die gesamte
Leistungspalette abgedeckt. Den größten Teil seines Absatzes realisiert Selzer
mit Herstellern der Fahrzeugindustrie, wobei ein Schwerpunkt im Bereich der
Nutzfahrzeuge liegt. Eine zweite wichtige Kundengruppe bilden Unternehmen aus
der Elektroindustrie.

Mit der getätigten Akquisition setzt die INDUS Holding AG die Strategie,
Mehrheitsbeteiligungen an profitablen Nischenunternehmen zu erwerben, weiter
fort. Das Beteiligungsportfolio umfasst inklusive Selzer aktuell 41
mittelständische Unternehmen. Die zu Jahresbeginn geäußerte Prognose, im
Gesamtjahr ein Umsatz- und Ertragswachstum im Vergleich zum Vorjahr zu
erzielen, wird durch die Übernahme von Selzer untermauert. Die auch nach
diesem Kauf komfortable Liquiditätsposition soll für weitere Investitionen
genutzt werden.

INDUS Holding AG
Kölner Straße 32
51429 Bergisch Gladbach
Deutschland

ISIN: DE0006200108 (SDAX)
WKN: 620010
Notiert: Geregelter Markt in Düsseldorf und Frankfurt (Prime Standard);
Freiverkehr in Berlin-Bremen, Hamburg, München und Stuttgart

Ende der Ad-hoc-Mitteilung (c)DGAP 12.07.2005
 
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605 Postings ausgeblendet.

852 Postings, 3569 Tage HutaMGEpS

 
  
    
25.03.22 10:27
Danke sehr! Ich habe mir heute Morgen noch eine weitere Auffälligkeit in der GuV 2021 vorgenommen:

Das EpS liegt ja mit 1,78 Euro deutlich unter den Schätzungen der Analysten. Während das Ebit mit ca. 115 Mio Euro noch "inline" liegt, hatten die Analysten mit einem EpS um die 2 Euro gerechnet. Woher kommt diese Differenz?

Dies liegt vor allem an der laut GuV extrem hohen Steuerquote von knapp 52 (!!!) %. Der Grund dafür liegt in der Tatsache, dass es bei der Indus keine steuerliche Organschaft gibt. Das heißt, dass die Verluste der Gesellschaften im Bereich "Fahrzeugtechnik" nicht mit den Gewinnen aus den anderen Bereichen verrechnet werden  können. Das bedeutet, dass die Indus die kompletten Steuern auf die Gewinne der anderen vier Bereiche zahlen muss ( rechnet man deren Gewinne zusammen, kommt man, wie schon weiter oben geschrieben auf ein Ebit von über 170 Mio Euro - rechnet man die Zinsen runter, kommt man auf diese Gewinne auf den "handelüblichen Steuersatz" von ca. 33%.

Es soll ja aber jetzt nicht zum Dauerzustand werden, dass der Bereich Fahrzeugtechnik den Gewinn der anderen vier Bereiche um nahezu ein Drittel reduziert und dadurch diese steuerliche Merkwürdigkeit zu Tage kommt.

Hätte der Steuersatz bei 33% gelegen, wäre das Konzernergebnis um etwa 21 Mio Euro höher gewesen (99 Mio Euro EBT abzüglich 33% Steuern macht 66,3 Mio Euro statt der ausgewiesenen 45 Mio). Dadurch würde sich das EpS rechnerisch nicht auf 1,78 Euro belaufen sondern auf 2,48 Euro.

Anders gesagt: Liegt das Ebit in 2025 (wie ja oben ausgeführt) tatsächlich etwa doppelt so hoch wie in 2021, dürfte sich das EpS mehr als verdoppeln, weil der Steuersatz sich bis dahin wieder normalisiert haben sollte.

Der erste Analyst hat gestern auch schon auf die doch eher vorsichtige Prognose für das laufende Jahr reagiert und die Aktie zwar weiter mit einem "Kaufen-Rating" versehen, das Kursziel aber von 45 auf 38 Euro zurückgenommen (sicher angesichts der Tatsache, dass auch 2022 ein mit zusätzlichen Unsicherheiten behaftetes Übergangsjahr wird auch berechtigt, vor allem finde ich die Tatsache, dass der Bereich Fahrzeugtechnik weiter negativ bleiben wird sehr störend).

Allerdings halte ich die Abstrafung der Aktie derzeit auch für etwas übertrieben. Indus ist ja kein Verlustunternehmen und zahlt sogar eine inzwischen (bezogen auf den Kurs) anständige Dividende.
Auf der Basis der Zahlen 2021 liegt das KGV bei knapp 16 (und wie gesagt, dieses ist durch die steuerlichen Effekte stark negativ beeinflusst, würde man das unbeeinflusste KGV nehmen, läge das bei unter 12
Die Dividendenrendite liegt aktuell bei 3,7% - keine schlechte Sache für ein Übergangsjahr.

Hinzu kommen die guten Aussichten ab 2023- falls es da nicht wieder eine neue Krise gibt.

Insofern habe ich heute zu Kursen knapp über 28 Euro noch einmal nachgekauft - allerdings auf mittlere Sicht, sprich mit einem Anlagehorizont bis mindestens 2025. Dies beruht aber nur auf meiner persönlichen Meinung und ist keinesfalls eine Empfehlung an andere hier (und mit meiner persönlichen Meinung liege ich häufiger als mir lieb ist auch falsch ;) )  

852 Postings, 3569 Tage HutaMGIst das so?

 
  
    
25.03.22 13:41
Ich frage mich, ob ich in meinen Überlegungen zum Thema EpS bei einem normalen Steuersatz irgendeinen Fehler eingebaut habe oder ob es tatsächlich so ist, dass Indus bei einem normalen Steuersatz ein EpS von fast 2,50 Euro hätte ausweisen können - vielleicht hätte man das dann etwas offensiver nach außen kommunizieren können - dann hätte man sich den derzeitigen Kursverfall möglicherweise sparen können. Immerhin hat die Aktie jetzt in den letzten fünf Tagen roundabout 10% ihres Wertes verloren...  

50 Postings, 3962 Tage aktienmuffel@HutaMG

 
  
    
25.03.22 14:17
Erst mal: Coole Analysen, die du schreibst. Nicht nur hier, sondern etwa auch bei Bastei Lübbe.

Meines Wissens nach hat Indus in der Vergangenheit Steuerquoten im Bereich von 35% ausgewiesen. Bei dem EBIT von 115,4 Mio. ? und einem Finanzergebnis von rund -20 Mio. ? ergäbe sich daraus ein Nettogewinn von 62 Mio. ? oder 2,30 ? je Aktie.

Der Kursverlust der letzten Tage erklärt sich meiner Ansicht nach mit dem enttäuschenden Ausblick auf 2022. Ich hatte da auch mit deutlich mehr Gewinn gerechnet. Langfristig bin ich aber dennoch optimistisch. Der Wegfall der Verluste aus dem Fahrzeugtechnikbereich und die weiteren Optimierungen sollten bis 2025 einen deutlichen Gewinnschub bringen.

Bei 2 Mrd. ? Umsatz und einer EBIT-Marge von 10% sowie einem Finanzergebnis von -20 Mio. ? und einer Steuerquote von 35% ergäbe sich dann ein Nettogewinn von 117 Mio. ? oder 4,35 ? je Aktie. Das KGV von 6 bis 7 erscheint mir günstig. Dazu notiert die Aktie - wie von dir beschrieben - unter Buchwert, was ja selbst bei den aktuell noch niedrigeren Gewinnmargen keinen Sinn macht.

Ich habe meine Position daher heute auch noch mal aufgestockt. Wobei ich bislang bei Indus leider auch kein besonders gutes Händchen hatte ;-).  

852 Postings, 3569 Tage HutaMG@aktienmuffel

 
  
    
25.03.22 14:27
Danke für Deinen Beitrag. Ich denke, ich versuche auf der HV mal rauszubekommen, warum man bei Indus die steuerliche Organschaft nicht geschlossen hat - denn wie Du schon geschrieben hast - eine Steuerquote von 52% ist ja weder bei Indus noch bei anderen Unternehmen üblich.

Wie gesagt, mMn hätte man da etwas offensiver drauf hinweisen müssen, um diesen Kursrutsch vielleicht etwas abzufedern. Ich denke auch, dass der sehr vorsichtige Ausblick auf das laufende Jahr den ein oder anderen Anleger enttäuscht hat (mich eingeschlossen) und in jedem Fall hatten die Analysten deutlich mehr erwartet. Aber ich vermute mal, dass das laufende Jahr wegen der zu erwartenden Schwierigkeiten durch den Ukrainekrieg (die ja in der vorsichtigen Prognose noch gar nicht eingepreist sind) eh für die meisten Unternehmen nicht plangemäß verläuft. Wichtig wird dann wieder 2023 - schafft man da einen größeren Sprung (müsste man ja eigentlich, wenn man in 2025 dann über 200 Mio Euro Ebit schaffen möchte)...  

852 Postings, 3569 Tage HutaMGResearch

 
  
    
25.03.22 15:18
Auch Hauck&Aufhäuser Lampe sowie Warburg haben ihre Analysen nach den Zahlen und Voraussagen angepasst. Auch diese beiden Analysten bleiben bei ihren jeweiligen "Kaufen-Rating", senken aber ebenfalls die Preisziele. Bei H&A liegt dieses nun bei 44 Euro und bei Warburg liegt das Kursziel mit 39 Euro etwas niedriger (wie gesagt kann ich die Reduzierung der Kursziele auf kurze Sicht absolut nachvollziehen, weil die "Übergangsphase" von Indus wohl mindestens ein Jahr länger dauert als gedacht und das laufende Jahr mitumfasst).

Die Zahlen von Warburg kann man sich auf der Homepage der Indus anschauen. Warburg geht für das laufende Jahr von einem Ebit von 129 Euro aus - und liegt damit am oberen Ende der von Indus selber genannten Spanne. Daraus leitet Warburg dann ein Ergebnis von 2,72 Euro je Aktie ab (auch daraus ist ersichtlich, dass das EpS in 2021 lediglich aufgrund der Steuereffekte so weit unter den Erwartungen las (in 2021 betrug das EpS bei einem EBit von 115 Mio Euro lediglich 1,78 Euro). Warburg scheint also davon auszugehen, dass sich das Ergebnis im nächsten Jahr etwas "homogener" darstellt und nicht wieder bei der Fahrzeugtechnik (derart) erhebliche Verluste anfallen.

Zudem behält Warburg für 2023 die bisherige Schätzung annähernd bei und prognostiziert ein EpS von 3,45 Euro.  

852 Postings, 3569 Tage HutaMGNoch einmal Research

 
  
    
30.03.22 12:02
Die Analysten haben inzwischen, bis auf GSC Research und FMR, ihre Zahlen und Erwartungen bei Indus überarbeitet. Vorab: ALLE Analysten empfehlen Indus weiterhin zum Kauf, wobei auch ALLE, die ihr Research überarbeitet haben, das Kursziel gesenkt haben. Das durchschnittliche Kursziel liegt nun (ich habe die beiden, die nach den Zahlen des Unternehmens noch keine neuen Studien herausgegeben haben mal außen vor gelassen) bei 40,75 Euro - mithin liegt das Kurspotential gemessen an dem heutigen Kurs bei etwa 13,50 Euro oder 49,5%.

Die aktuelle Dividendenrendite der Indusaktie liegt bei 3,85% und das EK je Aktie liegt bei 29,28 Euro. Die Firmenwerte betragen inzwischen nur noch gut 22% der Bilanzsumme - das Risiko weiterer Wertberichtigungen auf nicht mehr werthaltige Firmenwerte hat sich also verringert. Bedauerlicherweise aber nur dadurch, dass bei einigen Firmenwerten die Risiken eingetreten sind - in den letzten Jahren mussten teils erhebliche Abschreibungen auf die Firmenwerte vorgenommen werden (was noch einmal eindrücklich die Risiken hoher Firmenwertausweise in der Bilanz verdeutlicht hat).

Indus ist also nicht wirklich teuer - aber angesichts eines EpS von 1,78 Euro in 2021 auch nicht besonders günstig (KGV 2021 liegt bei 15,3 - das ist sicher kein Alleinstellungsmerkmal.

Drive könnte die Aktie aber ab 2023 und im Hinblick auf 2025 bekommen. Das laufende Jahr scheint erneut ein Übergangsjahr zu werden (da gibt es halt externe Faktoren, die auch die Indus treffen - Lieferkettenschwierigkeiten und Energiepreiserhöhungen plus ausbleibende Konjunkturerholung, von so etwas ist ein Unternehmen, das einen Querschnitt durch die deutsche Wirtschaft abbildet auch nie geschützt).

Dennoch hält die Indus an dem Plan, in 2025 über 2 Mrd Euro Umsatz zu erzielen und dabei eine Marge von mindestens 10% "verlässlich" zu erreichen, fest - und da das Ganze ja nicht disruptiv erreicht werden soll, müssten auch die Jahre 2023 und 2024 deutlich in der Marge zulegen.

Dies antizipieren auch die Analysten. Für 2023 erwarten diese im Schnitt ein Ebit von 163 Mio Euro und für 2024 dann eins von 184 Mio Euro (und wie gesagt erwartet die Indus selber dann für 2025 ein Ebit von mindestens 200 Mio Euro - ich hatte ja schon in einem früheren Beitrag aufgezeigt, dass der Umsatz - jedenfalls mMn bis 2025 deutlich über 2 Mrd Euro liegen müsste, wenn man das ebenfalls selbstgesteckte und bestätigte Ziel, bis dahin mindestens 55 Beteiligungen zu haben erreicht - alleine dadurch sollte der Umsatz um etwa 150 bis 200 Mio Euro im Vergleich zu 2022 steigen - und hinzu würde dann noch das organische Wachstum kommen).

Dies würde der Aktie dann in jedem Fall erhebliche Perspektiven eröffnen - die Analysten gehen für 2023 von einem EpS von 3,29 und für 2024 von 4 Euro aus - verbunden mit einer entsprechenden Dividendenerhöhung auf 1,46 Euro bzw. auf 1,67 Euro. Die Zahlen sind sicher auch nicht in Stein gemeißelt, können aber aufzeigen, wo es mit Indus hingehen könnte.

Wenn man also einen entsprechend langen Anlagehorizont hat und (hoffentlich bald vorübergehende) allgemeinwirtschaftiche Schwächen als eben "vorübergehend" klassifiziert, scheint mir Indus ein durchaus interessantes Invest - trotz der Delle in 2021 und 2022.

Ist aber natürlich nur meine Meinung (nach der ich auch entsprechend handle) aber das soll keine Empfehlung für andere hier sein.  

11382 Postings, 4836 Tage Raymond_Jamesdividende EUR 1,05 /aktie (31. Mai 2022)

 
  
    
20.04.22 15:24

1422 Postings, 793 Tage BalkonienBericht 1.quartal

 
  
    
05.05.22 17:55
Bei comdirect wird der 5.5.2022 angezeigt als bestätigter berichtstag.
Auf der homepage Indus wird im Finanzkalender 11.5.2022 aufgeführt,also erst nächste Woche Freitag.  

1422 Postings, 793 Tage BalkonienMuss natürlich

 
  
    
05.05.22 17:57
Mittwoch heißen.....  

852 Postings, 3569 Tage HutaMGDer 11.05. ist richtig

 
  
    
11.05.22 08:33
Guten Morgen !

Heute kamen die Q1 Zahlen und man muss sich diese näher anschauen, um zu einer zutreffenden Betrachtung zu gelangen. Auf den ersten Blick wirkt der Rückgang beim EBIT von 25 auf 20,7 Mio Euro, trotz Umsatzsteigerung um 11% ja etwas verstörend.
Allerdings ist dieses Ergebnis durch Einmaleffekte beeinflusst. Ohne diese Sondereffekte hätte das EBIT 27 Mio Euro betragen, wäre also um ca. 8% angewachsen.

Aber es gibt nun einmal diese Sondereffekte und die stammen bis auf kleinere Korrekturen aus dem Russland und Ukrainegeschäft (1,7 Mio Euro) mal wieder aus dem Bereich Fahrzeugtechnik, der sich seit Jahren kontinuierlich als Klotz am Bein der Indus entwickelt. Hier mussten erneut 4,6 Mio Euro bei einem Serienzulieferer abgeschrieben werden. Wie ärgerlich das inzwischen ist, kann man ersehen, wenn man das Ebit der vier anderen Bereiche anschaut. Hier ist das EBIT von 36,9 Mio Euro auf 47,4 Mio Euro angestiegen - sicher auch durch die übernommenen Gesellschaften. Der Bereich Fahrzeugtechnik dagegen liefert wieder ein deutlich negatives Ergebnis i.H.v. sage und schreibe 24 Mio Euro.

Das ist wieder einmal mehr als ärgerlich, weil sich jetzt schon wieder abzeichnet, dass dieser Bereich auch in 2022 nicht wenigstens ein ausgeglichenes Ergebnis präsentieren kann und die anderen vier Bereiche wieder einiges "kosten" wird. Wegen der extremen Schieflage im Bereich Fahrzeugtechnik, ist auch die Steuerquote bei der Indus so extrem hoch. Weil man keine steuerlichen Organschaften bilden möchte, können die Verluste des Bereichs Fahrzeugtechnik nicht mit den Gewinnen aus anderen Bereichen verrechnet werden. Das heißt grob gesagt, dass Indus in voller Höhe Steuern auf die Gewinne der anderen vier Bereiche zahlen muss obwohl das Konzernergebnis durch den Bereich Fahrzeugtechnik erheblich geschmälert wird.

Ich denke, dass auf der HV diskutiert werden wird, ob und wann denn diese "never-ending-Story" Fahrzeugtechnik endlich mal beendet werden kann. Das hat der Indus schon zig Millionen Ergebnis gekostet - und das belastet den Aktienkurs extrem. Wenn ein Unternehmen nur Verluste produziert und trotz jahrelangem Bemühen nicht aus der Misere herauskommt, muss man sich von diesem Unternehmen trennen - auch wenn es schmerzhaft ist. Möglicherweise hat das Unternehmen ja bei einem neuen Eigentümer bessere Überlebenschancen, weil dort Synergien bestehen, die Indus nicht liefern kann. Es kann jedenfalls mMn nicht sein, dass ständig der Bereich Fahrzeugtechnik das Ergebnis erheblich belastet und die ganze Holding darunter leidet. Ich kann nur noch einmal darauf hinweisen, dass die Gesco, die sich konsequent von diesem Bereich getrennt hat, es offenbar deutlich besser gemacht hat als die Indus, die versucht (hat), die ganze Sache in Eigenregie zu lösen. Denn das scheint die Fähigkeiten der Indus zu überfordern.

Insofern würde jedenfalls mMn gelten: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken offenbar ohne jedes Ende.  

852 Postings, 3569 Tage HutaMGUmschichtung

 
  
    
11.05.22 10:26
Ich habe heute Morgen dosiert von Indus in Gesco umgeschichtet, weil Indus die Probleme bei der Fahrzeugtechnik offenbar einfach nicht in den Griff bekommt und mMn zu zögerlich daran geht, sich von diesem Bereich zu trennen. Wer weiß schon, wie lange dieser Bereich die Holding noch runterzieht.  

11382 Postings, 4836 Tage Raymond_Jamesdirectors dealings

 
  
    
12.05.22 17:11

vorsitzende von vorstand und aufsichtsrat fassten sich ein herz und investierten heute 82.939 bzw. 54.984 EUR in "ihre" aktie

https://www.dgap.de/dgap/News/directors_dealings/...s/?newsID=1573053

https://www.dgap.de/dgap/News/directors_dealings/...n/?newsID=1573065

 

852 Postings, 3569 Tage HutaMGAuf lange Sicht...

 
  
    
13.05.22 14:43
...sicher ein gutes Investment und es zeigt, dass die beiden leitenden Herren Vertrauen und Unternehmen haben, was ich vorbehaltlos positiv bewerten würde.
Indus bleibt trotz kleinerer Umschichtungen ein sehr wichtiger Depotposten - und ich glaube auch an die für 2025 ausgegebenen Ziele, die der Aktie dann sicher auch viel Spielraum nach oben geben würde.
Aber mich würde schon interessieren, wie Indus denn die immer noch defizitäre Fahrzeugtechniksparte in den Griff bekommen will. Es zeichnet sich ja auch für das laufende Jahr wieder ein dickes Minus ab ( und dadurch bedingt auch wieder eine hohe Steuerquote ). Da muss von Indus jetzt schon deutlich entschlosseneres Handelns kommen als bis jetzt.  

852 Postings, 3569 Tage HutaMGHauptversammlung

 
  
    
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01.06.22 11:03
Guten Morgen !

Ich habe mir gestern die HV komplett angesehen.

Die aus meiner Sicht wichtigsten Punkte aus Vortrag und Fragenbeantwortung:

1.) Auch in diesem Jahr wird der Bereich Fahrzeugtechnik einen gehörigen Verlust einfahren, der wieder nicht ertragsteuerlich mit den Gewinnen aus anderen Bereichen verrechnet werden kann. Dies führt in letzter Konsequenz zu einer ähnlich hohen Steuerquote wie im Vorjahr. Und dies wiederum bedeutet, dass das EpS geringer ausfällt als es bei einer normalen Steuerquote ausfallen würde.

2.) Der Bereich Fahrzeugtechnik dürfte bis 2023 einschließlich negativ bleiben (soweit ich mich richtig erinnere, wurde davon gesprochen, dass man sich zutraut in Q4 2023 die schwarze Null zu erreichen. In 2021 haben 6 Beteiligungen aus diesem Bereich Verluste gemacht, in Q1 2022 war nur ein Unternehmen positiv. Hauptproblemtreiber bleiben die noch verbliebenen zwei Serienzulieferer sowie (meiner persönlichen Einschätzung nach) derzeit Ipetronik - es wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass wegen ausstehender Vorprodukte insbesondere in der Messtechnik keine oder nur sehr geringe Umsätze erzielt werden können. Grundsätzlich ist es sehr schwierig grade im Bereich "Serienzulieferer" Preissteigerungen an die Kunden weiterzugeben, weil es denen derzeit auch nicht wirklich gut geht, die also Preissteigerungen selber nicht gut verarbeiten können - aber auch weil die Zulieferverträge in diesem Bereich manchmal extrem langlaufend sind (teilweise laufen diese über mehrere Jahre).

3.) Auf entsprechende Nachfragen wurde darauf hingewiesen, dass sich Indus zwar grundsätzlich als "buy&hold&develop" Holding sieht, aber wohl nicht "Nein" sagt, wenn man durch einen Verkauf eine bessere Zukunft für ein Beteiligungsunternehmen sieht. In diesem Zusammenhang wurde insbesondere die beiden Serienzulieferer als mögliche Kandidaten für einen Verkauf genannt.

Fasse ich diese drei Punkte mal zusammen, sieht es für mich so aus als ob Indus bis 2023 noch unter dem Bereich "Fahrzeugtechnik" leiden wird - ich vermute einmal, dass selbst wenn man die Serienzulieferer veräußern möchte, dort möglicherweise ein Verlust entsteht. Teilweise haben die Unternehmen aus dem Bereich Automotive auch ihre Produktion umgestellt bzw. in andere Werke verlagert, was zunächst einmal Kosten verursacht und derzeit fehlen aufgrund der erneuten Krise der Automobilbranche dann einfach die Umsätze um die Kosten aufzufangen.
Andererseits sollen die Umsätze, die im Bereich Messtechnik derzeit wegen mangelnder Vorprodukte entfallen, nicht unbedingt "für immer" verloren sein. Man geht davon aus, dass man einen Teil der Umsätze, die heute ausfallen, "morgen" nachholen kann, weil eben auch die Konkurrenz der Indusunternehmen derzeit keine Vorprodukte bekommt und nicht bei Indus entfallende Umsätze übernehmen kann.

Als Aktionär werden wir also durch das Tal durchmüssen - wie gesagt, ich vermute (ohne Gewähr), dass 2022 noch einmal ähnlich verläuft wie 2021 (falls es nicht noch zu Zusatzbelastungen z.B. durch den Krieg in der Ukraine) kommt und ab 2023 die Belastungen durch den Bereich Fahrzeugtechnik sukzessive entfallen bis es dann ab 2024 idealerweise keine entsprechenden Ergebnisbelastungen durch Automotive mehr gibt.

Was ich noch interessant fand war der Hinweis darauf, dass neue Beteiligungen i.d.R. eine Ebitmarge deutlich oberhalb der angestrebten 10% haben.

Wenn ich das mal in Verbindung mit der Tatsache bringe, dass man schon heute eine Ebitmarge von 10% erreichen würde, wenn die Fahrzeugtechnik ein ausgeglichenes Ergebnis abliefern würde, halte ich die Ziele für 2025 (über 2 Mrd Euro Umsatz bei einer Marge von 10% oder mehr) für eher konservativ.
Umsatz: Bis 2025 will man 55 bis 60 Beteiligungen im Portfolio ausweisen - nehmen wir mal 58, dann müssten noch 10 Beteiligungen hinzugekauft werden. Bei einer durchschnittlichen Umsatzgröße von etwa 25 Mio Euro bei den Erwerbungen, würden alleine dadurch 250 Mio Euro Mehrumsatz generiert. Da in 2021 schon 1.741 Mio Euro Umsatz erreicht worden sind, würde man sozusagen fast ohne jedes organisches Wachstum auf 2 Mrd Euro Umsatz kommen. Rechnet man in den Jahren 2022 bis 2025 mit insgesamt 10% Umsatzwachstum, was sicher nicht zu großzügig bemessen ist, käme man auf etwa 2,2 Mrd Euro Umsatz.
Marge: Wie gesagt liegt die Marge ohne Fahrzeugtechnik jetzt schon bei 10%%. Die Neuerwerbungen sollen alle über 10% Marge ausweisen. Zudem sollte durch Umsatzwachstum auch die Marge der Bestandsunternehmen wachsen. Hinzu käme dann noch ein kleiner Ergebnisanteil der Fahrzeugtechnik - bis 2025 sollten die Probleme dort ja auf die ein oder andere Art gelöst sein und es sollte zu einem kleinen positiven Ergebnis reichen - wodurch dann auch die hohe Steuerquote der Vergangenheit angehören dürfte (möglicherweise dreht die Steuerquote sogar, weil die Fahrzeugtechnikunternehmen durch die Nutzung der Verlustvorträge eine niedrigere als übliche Steuerquote auf ihre dann Gewinne zahlen müssten).
Nehmen wir mal 2,2 Mrd Euro Umsatz bei einer Marge von 11% - diese würde dann einem Ebit von 242 Mio Euro entsprechen.

Kurzfristig (2022 und Teile 2023) sollten die Zahlen also mMn eher mittelprächtig ausfallen - ab 2024 und erst recht ab 2025 ff. sollten sich die Zahlen aber sehr positiv entwickeln können (wie immer natürlich nur meine Meinung und keine Empfehlung).  

11382 Postings, 4836 Tage Raymond_James@HUTAMG: danke für die HV-Info

 
  
    
07.07.22 11:05

die investmentbank Oddo BHF kommt heute zu einem ähnlichen ergebnis: "'Outperform' - Ziel 28 Euro", https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/...rm-ziel-28-euro-11509211

 

11382 Postings, 4836 Tage Raymond_Jamesneue prognose für die segmente ...

 
  
    
10.08.22 10:51

... in tabellenform auf S. 13 des Zwischenberichts H1 2022, https://indus.de/app/uploads/2022/08/INDUS_Halbjahr_2022_de_s.pdf


 

11382 Postings, 4836 Tage Raymond_JamesPrognose-Übersicht ...

 
  
    
10.08.22 11:36

... über Umsatz, EBIT, EBIT-Marge der Segmente (von oben nach unten):
● Bau/Infrastruktur
● Fahrzeugtechnik
● Maschinen- und Anlagenbau
● Medizin- und Gesundheitstechnik
● Metalltechnik

 
Angehängte Grafik:
screenshot_2022-08-10_11.png
screenshot_2022-08-10_11.png

852 Postings, 3569 Tage HutaMGGuten Abend !

 
  
    
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12.08.22 19:56
Guten Abend !

Bei Indus wird mMn immer deutlicher, dass die Bewertung der Aktie und damit auch die Entscheidung, ob man diese kauft oder lieber nicht, alleine davon abhängt, welchen Anlagehorizont man hat.

Das laufende Jahr dürfte ergebnisseitig eben wegen der defizitären Fahrzeugtechniksparte eher mau ausfallen. Wobei da ja nicht alle Unternehmen in strukturellen Schwierigkeiten stecken sondern eben "nur" die beiden Serienzulieferer. Die Serienzulieferer bekommen die höheren Lieferantenpreise wegen sehr lange laufender Verträge mit ihren Kunden eben nicht auf diese übergewälzt. Daneben gibt es Unternehmen, die zwar strukturell gesund sind, derzeit aber unter den vielfach unterbrochenen Lieferketten leiden. Diese könnten aber bei einer Verbesserung der Lage auch recht schnell wieder in die Gewinnzone zurückkehren, während das bei den beiden Serienzulieferern eben wegen der langlaufenden Verträge nicht so einfach werden wird.

Nun finde ich den sehr offensiv formulierten Hinweis, dass man sich intensiv Gedanken über die Fortführungsperspektive der Serienzulieferer macht, schon sehr positiv. Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende, wobei ich für die Belegschaft der Unternehmen schon sehr hoffe, dass sich ein Übernehmer findet, der die Unternehmen weiterführt.
Dennoch wird die Fahrzeugtechnik in diesem Jahr das Ergebnis noch sehr negativ beeinflussen.

Sehr negativ dürfte sich auch die durch die mangelnden Verrechnungsmöglichkeiten wahrscheinlich wieder sehr hohe Steuerquote auswirken, die das Ergebnis je Aktie zusätzlich eindampfen wird.

Insofern rechne ich damit, dass die Zahlen alles andere als erfreulich ausfallen werden und der Newsflow dementsprechend auch keine Begeisterungsstürme auslösen wird (einzige mögliche Ausnahme wäre, wenn Indus vermeldet, dass man sich von den Serienzulieferern trennt).

Ganz anders sieht es mit den langfristigen Aussichten aus. Wie schon geschrieben, wird Indus das größte Problem im Bereich Fahrzeugtechnik nun konsequent und zeitnah angehen, so dass dieser Problembereich, mit dem leider sämtliche positiven Aspekte aus den anderen Bereichen überdeckt werden (nicht nur was die Zahlen angeht sondern auch was die Kommunikation und die Wahrnehmung der Indus am Markt betrifft - das Thema steht immer im Mittelpunkt) wohl ab 2023/2024 endlich im Griff sein sollte. Trennt man sich von den beiden Serienzulieferern, sinkt ja zudem auch die Bedeutung des Bereichs was den Umsatz angeht noch einmal signifikant).

2025 - das Zieljahr für das Programm Parkour ist ja nun nicht mehr weit und ich denke, dass man das Umsatzziel (über 2 Mrd Euro) locker erreichen wird. Zwar würden durch die beiden Serienzulieferer auch Umsätze wegfallen aber dadurch, dass man dann ja mindestens 9 neue Unternehmen erwerben muss (Ziel sind mindestens 55 Unternehmen, derzeit hat man 48 Beteiligungen, würde man sich von den beiden Serienzulieferern trennen, würden noch 46 verbleiben), dazu käme das organische Wachstum - da sollten die 2 Mrd Euro relativ kommod erreicht werden können (ich persönlich, aber das ist nur meine Meinung) würde eher von 2,2 Mrd Euro in 2025 ausgehen, falls wir dann tatsächlich 55 Beteiligungen mindestens haben.

Wenn man sich die aktuelle Ebitmarge anschaut (5,4% in H1 2022) scheint das Ziel (mindestens 10% in 2025) schon sehr sportlich. Aber wenn man berücksichtigt, dass die Marge heute schon in drei von fünf Bereichen (deutlich) über den angestrebten 10% liegt und nur das mit Abstand kleinste Segment Gesundheitstechnik noch etwas hinterherhinkt - sieht man von dem bekannten Problemfall Fahrzeugtechnik ab - sieht das Margenziel schon realistischer aus. Setzt man den Bereich Fahrzeugtechnik mal auf eine schwarze Null, würde die Marge heute schon bei 10,2 %. Damit wäre das Ziel heute schon erreicht, wenn, ja wenn man die Fahrzeugtechnik in den Griff bekommt, so dass dort wenigstens keine Verluste entstehen,

Ich persönlich gehe davon aus, dass die neuen Beteiligungen auch eine gute Marge liefern werden - dafür könnte die Marge z.B. im Bereich Bau bis 2025 auch wieder etwas sinken (die sehr gute Baukonjunktur wird ja auch nicht für immer ungetrübt anhalten).

Insofern sehe ich eine sehr gute Chance, dass die Indus ihre Ziele erreicht und in 2025 meiner Prognose nach so etwa 220 Mio Euro Ebit erreicht - fast doppelt so viel wie in diesem und im letzten Jahr.

Bei einer dann wieder normalisierten Steuerquote (aber sicher etwas höheren Zinsen als heute) dürfte dann auch das EpS ordentlich gewachsen sein.

Zusammengefasst: Kurzfristig wird Indus bei den Zahlen eher Magerkost servieren (man weiß ja auch nicht, ob und wie viel eine mögliche Trennung oder gar eine Stilllegung der Serienzulieferer kosten wird); positiv könnte sich die Meldung über eine Lösung der größten Probleme im Bereich Fahrzeugtechnik auswirken. Langfristig traue ich Indus aber zu, sich über die Erreichung der Zielzahlen aus dem Programm Parkour in wieder deutlich bessere Zeiten zu entwickeln.

Noch ergänzend zu meinen Beiträgen als kleine Spielerei:

Wie ja schon ausgeführt, leidet Indus als Ganzes unter der schlechten Performance der Fahrzeugtechnik. Das betrifft einmal das Ebit, das ja durch den hohen Negativbeitrag der Fahrzeugtechniksparte deutlich reduziert wird. Das betrifft aber auch die Steuerquote, die durch die nicht bestehenden Verrechnungsmöglichkeiten über die Maßen hoch ist.

Was da bei der Aktie gehen könnte, zeigen exemplarisch die Zahlen die Warburg Research heute im Analyseupdate veröffentlicht hat. Für 2023 geht Warburg von etwas über 2 Mrd Euro Umsatz aus. Bei einer angenommenen Marge von 7,4 % ergibt sich dadurch ein Ebit von gut 150 Mio Euro. Und daraus - und da zeigt sich wie sehr die Steuerquote das EpS beeinflusst - ermittelt Warburg bei einer Steuerquote von 35 % (im H1 2022 waren es knapp 50%) ein Konzernüberschuss von 88 Mio Euro und dies entspricht einem EpS von laut Warburg 3,26 Euro.

Schaut man sich nun die Unternehmensprognose für 2025 an - über 2 Mrd Euro Umsatz und eine Ebitmarge von über 10% - ergibt sich daraus, wenn man beim Umsatz meine eigene Prognose von 2,2 Mrd Euro treffen würde (wie gesagt geht Warburg für 2023 bereits von über 2 Mrd Euro Umsatz aus und selbst im laufenden Jahr werden die 2 Mrd fast schon erreicht; sieht man sich an, wie die Indus in den letzten Jahren im Umsatz gewachsen ist und berücksichtigt die beabsichtigten Zukäufe, halte ich ca. 300 Mio Euro Umsatzsteigerung (entsprechend ca. 15%) in drei Jahren für durchaus möglich) ein Ebit von 220 Mio Euro.

Rein rechnerisch würde das dann einem Konzernüberschuss von 143 Mio Euro entsprechen - und das wiederum würde ein EpS von 5,29 Euro ergeben.

Wie gesagt, dass sind einfach kleine Rechenspiele ohne Anspruch auf wissenschaftliche Genauigkeit. Man weiß ja z.B. nicht, wie hoch die Zinsen sein werden bzw. ob diese nicht im Vergleich zu heute deutlich steigen werden und vom Ebit nicht mehr so viel überlassen wie heute. Dies hier ist nur eine einfache Fortführung der Berechnungen von Warburg.

Aber dieses kleine Spielchen zeigt schon auf, wohin die Reise bei Indus gehen könnte, falls man seine eigene Prognose einhält. Ob es nun 5,29 Euro EpS sind oder sagen wir "nur" 4,50 Euro - entsprechendes Kurssteigerungspotential dürfte vorhanden sein und dies scheint mir das Wichtigste zu sein.

Wie immer ist das natürlich nur meine persönliche Meinung und keine Empfehlung.  

852 Postings, 3569 Tage HutaMGFahrzeugtechnik bei Indus

 
  
    
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24.09.22 08:50
Guten Morgen !

Noch einmal etwas ausführlicher zur Indus AG: Die Kursentwicklung der letzten Monate ist schon außergewöhnlich negativ. Wenn man sich mal anschaut, dass die Aktie alleine in den letzten drei Monaten fast 6 Euro von 23,20 Euro auf 17,50 Euro verloren hat und die Aktie gestern ihr Fünfjahrestief erreicht hat (und wie ich das sehe auch ihr 10 Jahres Tief), ist das schon bemerkenswert.

Sicher leben wir in wirtschaftlich unsicheren Zeiten - Lieferengpässe, Unsicherheiten wegen dem Krieg in der Ukraine, hohe Energiepreise und daraus folgend eine hohe Inflation, die Zinsängste befeuert - das sind sicher keine idealen Voraussetzungen für eine Mittelstandsholding. Zudem kamen (und kommen) bei Indus ja noch die hauseigenen Probleme mit dem Segment Fahrzeugtechnik hinzu.

Diese Schwierigkeiten kann und wird ja niemand leugnen und deshalb ist es sicher auch nicht "Zeit für Höchstkurse" an der Börse allgemein und bei Indus im Besonderen. Dieser lag bei Indus aber auch bei 66 Euro (erreicht im Jahr 2018 im Januar) und ist weit, weit entfernt von den aktuellen Kursen. Ich finde einen Abschlag zu den Höchstkursen angesichts der Unsicherheiten in der wirtschaftlichen Entwicklung schon sehr angebracht, frage mich aber ernsthaft, ob dieser Kurssturz, den wir bei Indus sehen, gerechtfertigt ist.

Halten wir uns mal an Zahlen: Indus hat im letzten Jahr (das wegen der Fahrzeugtechnik kein gutes war - einmal durch die negativen Ergebnisbeiträge dieser Sparte und zum zweiten durch die exorbitant hohe Steuerquote, da es im Induskonzern keine Verlustverrechnung gibt) 1,78 Euro je Aktie verdient und 1,05 Euro Dividende ausgeschüttet. Nimmt man diese Zahlen bewegt sich die Indus derzeit auf einem KGV von 10 und einer Rendite von 6%.

Im laufenden Jahr würde ich persönlich von einem geringeren Ergebnis ausgehen (die Indus selber prognostiziert derzeit 100 bis 115 Mio Euro im Ebit nach 115 im Vorjahr). Aber bitte, wir reden nicht von einem Verlust oder einem nur ausgeglichenen Ergebnis sondern von einem dreistelligen Konzerngewinn.

Auf der Basis des gestrigen Kurses wird die Indus insgesamt bei 26.895.559 Aktien mit nur noch 471 Mio Euro bewertet, das Eigenkapital zum 30.06.2022 lag bei 802 Mio Euro . also bei ca. 30 Euro je Aktie.

Zudem - und das darf man bei der Betrachtung auch nicht außer Acht lassen (mMn) aus dem Halbjahresbericht hervorgeht, dass auch in diesem wirtschaftlich nicht einfachen Jahr drei von fünf Segmenten sehr gut, eines befriedigend und nur eines wirklich schlecht läuft. Ich hab die Rechnung schonmal aufgemacht - aber wenn man das Ebit der Segmente ohne Fahrzeugtechnik betrachtet, hat die Indus schon im ersten Halbjahr 90,5 Mio Euro erreicht und eine Marge von über 10% Von Krise ist also in den Segmenten, die sich nicht schwerpunktmäßig mit dem Thema Fahrzeuge beschäftigt bei der Indus nichts zu merken gewesen in den ersten sechs Monaten 2022.

In dem Zusammenhang ist dann auch die Meldung von gestern wichtig. Dort wird ja vermeldet, dass man die SMA - jedenfalls so wie ich die Meldung lese - im Prinzip Ende Oktober auslaufen lassen wird, wenn sich deren wirtschaftliche Grundlagen nicht erheblich zu Gunsten des Unternehmens ändern. Das Problem bei den Serienzulieferern ist ja, dass diese sehr lang laufende Lieferverträge mit ihren Abnehmern haben und diese nicht bereit sind, steigende Eingangspreise bei den Lieferanten entsprechend zu bezahlen. Dadurch ist u.a. auch die SMA in Schwierigkeiten geraten. Indus teilt mit, dass die SMA mehr als die Hälfte der Verluste in diesem Bereich verursacht hat (wenn sich das schon seit 2010 so durchzieht, dann waren das alleine in diesem 3,5 Jahren mehr als 100 Mio Ebitverlust). Bezeichnend ist, dass es offenbar für dieses Unternehmen keinen Abnehmer gibt, so dass man hier wohl von einer Insolvenz ausgehen muss (und im Sinne der Arbeitnehmer kann man da nur hoffen, dass der Insolvenzverwalter dann eine Fortführungsperspektive sieht). Das kann bei der Indus, auch dies wurde gestern ja mitgeteilt, durchaus noch einmal zu erheblichen Abschreibungen führen (in der Meldung von gestern ist von 60 Mio Euro die Rede), die das Ergebnis in 2022 erheblich beeinträchtigen dürfte.

Aber ganz ehrlich: Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Und das gilt auch für das zweite Problemunternehmen im Bereich Fahrzeugtechnik für das man zeitnah auch eine Lösung finden müsste. Denn eine Indus ohne die Probleme in der Fahrzeugtechnik hat eine ganz andere Kennzahlenstruktur als derzeit. Die Verluste aus diesem Bereich würden entfallen und die Steuerquote würde von über 50% wieder auf die normalen 33% fallen.

Ich würde 2022 daher als ein weiteres Übergangsjahr ansehen - einmal wegen der schlechten gesamtwirtschaftlichen Lage und dann eben auch wegen der induseigenen Probleme, deren Bewältigung eben nicht kostenfrei zu haben sein wird.

Ob die Wirtschaft im nächsten Jahr schon wieder anspringt, weiß ich nicht, dass in 2023 wundersamerweise gar keine Krisen mehr auftauchen, glaube ich allerdings nicht. Aber es wäre umso wichtiger, dass die Indus dann wenigstens ihre Hausarbeiten macht und das eigene Ergebnisloch Fahrzeugtechnik stopft.
Dann wird mMn auch wieder die Sicht auf die dann ja schon fast Kurzfristziele (2025 will man deutlich über 2 Mrd Euro Umsatz bei einer Marge von 10% plus x erreichen - und beides ist mMn sehr gut erreichbar, weil man die Marge außerhalb der Fahrzeugtechnik jetzt schon erreicht hat und weil man weitere margenstarke Unternehmen hinzuerwerben möchte) mehr in den Mittelpunkt der Betrachtung rücken. Immerhin würde das eine Verdoppelung des erreichten Ergebnisses 2021 bedeuten. Natürlich muss man dann schon noch berücksichtigen, dass der Erwerb von Unternehmen durch die steigenden Zinsen teurer wird - allerdings darf man da auch nicht vergessen, dass die Indus in den letzten Jahren durchaus ansehnliche Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit erreicht hat, mit denen man einen  Teil der nötigen Investitionen finanzieren konnte (und die Ausgaben für den defizitären Bereich Fahrzeugtechnik würden dann ja auch wegfallen).

Alles in allem sehe ich derzeit die Indus in diesem Marktumfeld sicher nicht zu alten Höchstkursen aufbrechen - aber der Abschlag scheint mir weiterhin stark übertrieben. Das ist natürlich nur meine Meinung und keine Empfehlung an andere Teilnehmer hier - aber ich handle entsprechend.

Ein schönes Wochenende allerseits.  

852 Postings, 3569 Tage HutaMGSMA

 
  
    
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28.10.22 15:18
Guten Tag !

In den letzten Tagen war die Aktie der Indus AG ja ungewöhnlich fest (das hatten wir ja schon lange nicht mehr). Grund dafür dürfte die in dieser Woche lancierte Meldung darüber sein, dass die SMA in die Insolvenz geht und Indus diesen Problemfall damit aus dem Portfolio verabschieden kann. Dabei gilt der Grundsatz "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende", denn die "Ausbuchung der SMA führt zu hohen Einmalbelastungen wegen der Vollabschreibung (laut PM i.H.v. etwa 61 Mio Euro). Wenn man dann noch berücksichtigt, dass man bei Indus sicher in den letzten Jahren beachtliche Mittel in die letztendlich erfolglose Sanierung gesteckt hat und dass die SMA das Konzernergebnis trotzdem mit erheblichen Verlusten belastet hat, kann man tatsächlich nur aufatmen, dass das nun vorbei ist.

Bedauerlich ist, dass das Ganze nun auf dem Rücken der Arbeitnehmer abgewickelt wird, die (mögliche) Managementfehler (offenbar stimmte ja die Kalkulation für deren Produkte nicht) ausbaden müssen. Leider üblich geworden. Ich hoffe sehr, dass der Verwalter eine Möglichkeit findet das Unternehmen und möglichst viele Arbeitsplätze zu retten.

Für die Indus muss es nun darum gehen, nach dem Verkauf der Wiesauplast und der Insolvenz der SMA mit Hochdruck daran zu arbeiten, den letzten noch verbliebenen Serienzulieferer der in ähnlichen Problemen wie die beiden vorgenannten Unternehmen stecken dürfte (langfristige Lieferverträge, die keine Preisanpassung vorsehen) möglichst rasch in den Griff zu bekommen. Ich hatte ja schon darauf hingewiesen, dass die ewigen Verluste bei der Fahrzeugtechnik (alleine in den Jahren 2019-2021 ist in diesem Bereich ein negatives EBIT von mehr als 180 Mio Euro aufgelaufen und im laufenden Jahr betrug der Verlust nach sechs Monaten auch schon wieder sagenhafte 40 Mio Euro) die (sehr) gute Performance der anderen Bereiche in den Schatten stellt (hinzu kommt noch, dass durch die Tatsache, dass Indus keine Verlustverrechnung eine extrem hohe Steuerbelastung ausgewiesen werden muss).

Alles in allem war das aber in keinem Fall eine gute Managementleistung, was da bei Indus in den letzten Jahren abgeliefert worden ist. Riesige Verluste und wahrscheinlich auch sehr hohe Sanierungsaufwendungen in diesem Bereich (das Geld hätte man bei Investition in zukunftsfähigere neue Unternehmen sicher besser angelegt). Wie gesagt, es bleibt zu hoffen, dass Indus nun mit Hochdruck daran geht, die noch verbliebenen Probleme in diesem Bereich anzugehen, damit wir in 2023 oder spätestens dann in 2024 dieses traurige Kapitel dann auch endlich mal vergessen und uns auf die wahrlich gut laufenden anderen Bereiche konzentrieren können. Schaut man in den Halbjahresbericht des laufenden Jahres hätte Indus, wenn es gelungen wäre, den Bereich Fahrzeugtechnik mit einer schwarzen Null nach hausen zu bringen, aus 821,6 Mio Euro Umsatz ein EBIT von 91,5 Mio Euro zu erwirtschaften, entsprechend eine Marge von über 11%. Das zeigt das Potential, das im Unternehmen steckt, wenn man nur die Fahrzeugtechnik in den Griff bekommt.

Nun ist mit SMA der erste Schritt gemacht, hoffentlich folgt der letzte dann auch noch (dabei dürfte es sich um die Selzer Gruppe handeln). Dass die Börse das honoriert auch wenn die Trennung schmerzhaft ist, haben wir in den letzten Tagen gesehen. In diesem Zusammenhang hoffe ich, dass man auch die in der PM von dieser Woche angedeutete Abschreibung auf Firmenwerte anderer Beteiligungen aufgrund der gestiegenen Kapitalkosten auch nicht zu vorsichtig ansetzt. MMn waren die vergleichsweise hohen Firmenwertansätze in der Bilanz bei der Indus immer schon ein gewisses Problem (grade in Zeiten, in denen die Wirtschaft nicht so boomt). Hier könnte die Indus noch nicht zahlungswirksame Abschreibungen vornehmen, ohne dass das EK unter den Aktienkurs fallen würde (das EK je Aktie zum 30.06.22 lag bei 29,81 Euro). Da 2022 sowieso alleine schon durch die Abschreibung auf den Wertansatz der SMA ein "Übergangsjahr" werden wird, wäre es ja nicht ungeschickt, die Bilanz im Windschatten dieser Maßnahme insgesamt etwas weniger risikoreich zu machen...  

11382 Postings, 4836 Tage Raymond_JamesQ3/2022: ''Goodwill-Abschreibungen''

 
  
    
03.11.22 20:46

"Für das Gesamtjahr 2022 erwartet der Vorstand ein um die oben genannten Einmaleffekte bereinigtes EBIT zwischen 115 und 130 Mio. Euro. Die Umsatzerlöse werden weiter im Band zwischen 1,90 und 2,00 Mrd. Euro erwartet.", https://www.eqs-news.com/news/corporate/...pment-of-the-group/1684499

immerhin liegt der vorstand deutlich über der analystenschätzung, https://de.marketscreener.com/kurs/aktie/...G-AG-436252/fundamentals/



 

852 Postings, 3569 Tage HutaMGFirmenwertabschreibungen

 
  
    
04.11.22 07:28
Guten Morgen !

Die Indus hat gestern bekanntgegeben, dass man angesichts der steigenden Kapitalkosten und der für einzelne Unternehmen unsicherer werdenden Zukunftsaussichten Abschreibungen auf den bilanzierten Goodwill vornehmen muss. Die Firmenwerte werden um 39,8 Mio Euro abgeschrieben. Diese Abschreibungen kommen zu den bereits angekündigten Abschreibungen für die inzwischen in Insolvenz befindliche SMA.

Dadurch wird der operative Gewinn, der nach der gestrigen Meldung durchaus erfreuliche 115-130 Mio Euro ohne Einmaleffekte erreicht hätte (nach 115,4 Mio Euro in 2021) natürlich erheblich rasiert. Indus rechnet jetzt mit einem EBIT von "zwischen 15 und 30 Mio Euro). Mithin hätten die nicht zahlungswirksamen Aufwendungen eine Auswirkung von ca. 100 Mio Euro.

Ich finde es ausdrücklich richtig, dass man bilanzielle Risiken in diesem Jahr konsequent wertberichtigt, weil dieses Jahr ja durch die Insolvenz der SMA und die dadurch nötig werdenden Abschreibungen, sowieso schon "verbrannt" war. Lieber die ganzen schlechten Nachrichten in dieses Jahr packen als sich kleckerweise auch die nächsten Jahre noch durch Sonderabschreibungen beeinträchtigen lassen.

Für mich ist die wichtige Nachricht, dass es operativ wenigstens in drei von fünf Bereichen weiter sehr gut läuft (Fahrzeugtechnik ist in Gesamtheit ein Problemfeld und die Medizintechnik läuft auch nicht grade wie gewünscht, ist aber, ebenso wie die Fahrzeugtechnik nicht besonders groß, gemessen am Umsatz) und dass man im Bereich Fahrzeugtechnik Maßnahmen ergriffen hat, um die dort ständig auflaufenden Verluste deutlich zu reduzieren.
Leider hat sich die von einigen Teilnehmern ja auch früher schon geäußerte Skepsis hinsichtlich der hohen Firmenwerte in der Bilanz in den letzten Jahren als allzu berechtigt herausgestellt. Seit 2019 gab es leider schon Sonderabschreibungen in Höhe von ca. 166 Mio Euro (die aus diesem Jahr mit hinzugerechnet). Hoffen wir mal, dass die jetzt noch ausgewiesenen Firmenwerte i.H.v. ca. 400 Mio Euro nun auch wirklich werthaltig sind und nicht bei einer mit Sicherheit anstehenden weiteren Zinserhöhung in die Knie gehen. Zum 30.06. betrug der Anteil der Firmenwerte an der Bilanzsumme gut 21% und das Eigenkapital war gut zur Hälfte mit Firmenwerte unterlegt. Das MUSS nicht zwingend negativ sein, denn beileibe nicht jeder Firmenwert ist wacklig (da gibt es mit Sicherheit auch welche, die deutlich höher valutieren als in der Bilanz ausgewiesen, wobei Zuschreibungen in diesem Bereich verboten sind) aber es ist nun einmal so, dass man als außenstehender Aktionär nicht so den rechten Durchblick haben kann, wenn es um Firmenwerte geht. Man weiß halt nicht, wie hoch die Werte sind, die auf der Kippe stehen und wie hoch der Anteil ist, der auch weitere Zinsrunden und die damit verbundenen Erhöhungen der Kapitalkosten problemlos übersteht.

Ich hoffe bei Indus ganz einfach, dass es dem Unternehmen wirklich bald gelingt, sich im Bereich Fahrzeugtechnik wieder so aufzustellen, dass wenigstens eine schwarze Null erreicht wird und dass man sich als Aktionär ansonsten bald wieder auf das operative Geschäft konzentrieren kann und nicht mit weiteren Querschüssen aus der Abteilung "Firmenwertabschreibung" rechnen muss. Dann sehen wir sicher auch wieder andere Kurse, denn wenigstens in drei von fünf Bereichen läuft es operativ ja sehr gut.

Einen angenehmen Tag noch allerseits.  

11382 Postings, 4836 Tage Raymond_James9M_2022: insgesamt passables ergebnis

 
  
    
10.11.22 09:34

https://www.eqs-news.com/news/corporate/...n-neun-monate-2022/1688401

"Für das Gesamtjahr 2022 erwartet der Vorstand unverändert einen Umsatz zwischen 1,90 und 2,00 Mrd. EUR [analystenschätzung: 1,9mrd]. Der Prognose vom 03. November 2022 entsprechend wird ein EBIT zwischen 15 und 30 Mio. EUR erwartet [= schwach, alte analystenschätzung: 66mio]. Hintergrund sind nicht zahlungswirksame Aufwendungen aus Wertanpassungen im Zusammenhang mit der Einleitung des Eigenverwaltungsverfahrens bei SMA, Aufwendungen aus Wertminderungstests und weitere nicht operative Effekte. Ohne Berücksichtigung der vorstehend aufgeführten Effekte rechnet der Vorstand mit einem bereinigten EBIT von 115 bis 130 Mio. EUR."

 

852 Postings, 3569 Tage HutaMGVergleich

 
  
    
29.11.22 09:07
Guten Morgen !

Ich bin in Indus und Gesco investiert, weil ich diese beiden Gesellschaften für unterbewertet halte - perspektivisch, also auf Sicht von drei Jahren.

Beide Gesellschaften haben für 2025 sehr anspruchsvolle Programme aufgelegt und Ziele gesetzt. Was bei Gesco "Next Level 25" heißt, heißt bei Indus PARKOUR.

Gesco will in 2025 etwa 1 Mrd Euro Umsatz erreichen und dabei eine Ebitmarge von 10% ausweisen. Indus ebenfalls für 2025 "mindestens 2 Mrd Euro Umsatz" bei einer Marge von 10 % plus x (meiner persönlichen Meinung nach, wird Indus in 2025 mindestens einen Umsatz von 2,2 Mrd Euro ausweisen - man erreicht schon im laufenden Jahr fast 2 Mrd Euro Umsatz und will ja erstens noch organisch wachsen und zweitens noch Beteiligungen zukaufen).
Beide Unternehmen wollen bis 2025 ihr Portfolio deutlich erweitern.

Welches Unternehmen ist besser? Da tue ich mich mit einer Antwort sehr schwer. Schaut man auf das aktuelle Jahr, scheint Gesco deutlich besser abzuschneiden. Während die Indus wegen Sonderabschreibungen auf eine in die Insolvenz gegangene Beteiligung sowie Firmenwertabschreibungen wegen der gestiegenen Zinsen nur ein Ebit von 15-30 Mio Euro ausweisen kann, fährt Gesco in diesem Jahr wohl ein Rekordergebnis ein. Gesco hat sich zudem strategisch schlau schon vor einiger Zeit von dem Problembereich "Mobilität" getrennt während die Indus an ihrem Bereich Fahrzeugtechnik zunächst festgehalten und versucht hat, diesen in Eigenregie zu sanieren, was total schief gegangen ist und massenhaft Verluste für die Holding verursacht hat (und der Bereich ist auch jetzt noch nicht saniert und wird wahrscheinlich auch das Ergebnis 2023 noch belasten.

Und last but not least fällt der Indus nun der hohe Firmenwertanteil in der Bilanz auf die Füße. Bei Indus bestand das ausgewiesene Eigenkapital zum 31.12.21 zu 52% aus Geschäfts- und Firmenwerten (bei Gesco zum Vergleich bestand nur gut 15% des Eigenkapitals aus Geschäfts- und Firmenwerten). Nun, wo die Wirtschaft nicht mehr in allen Facetten boomt und der Zinssatz steigt, muss Indus teilweise erhebliche Sonderabschreibungen auf die Firmenwerte abschreiben, was die GuV aktuell natürlich extrem beeinflusst.

Hört sich auf den ersten Blick so an als ob die Gesco deutlich besser aufgestellt ist als die Indus - und zwar sowohl bilanziell als auch strategisch. Das EK liegt bei Gesco (Stand 30.09.22) bei gut 54 %, bei der Indus bei 37 % (und wie gesagt bei Gesco ist das EK deutlich geringer "nur" mit Firmenwerten unterlegt). Bezieht man es auf die einzelne Aktie liegt der EK Anteil bei Gesco bei knapp 25 Euro - das aktuelle KBV ist demnach etwas höher als 1, während der EK Wert je Aktie bei Indus bei 28,29 Euro liegt - die Aktie notiert derzeit also deutlich unter EK (was aber wie gesagt mit dem Firmenwertausweis in der Bilanz zusammenhängen könnte).

Wenn man sich die Ziele 2025 anschaut, sind beide Unternehmen sehr attraktiv. Ich habe mal interessehalber die zu erwartenden Ebits in 2025 (und so extrem lange ist das ja auch nicht mehr weg) mit den aktuellen Ebits verglichen und versucht rein rechnerisch zu ermitteln, wie denn das EpS in 2025 aussehen könnte, wenn man die gleichen Parameter anlegt wie aktuell. Danach würde Gesco dann auf ein EpS von 5,74 Euro kommen (einfach gerechnet: wenn man laut SMC Analyse in 2023 aus einem Ebit von 49,8 Mio Euro ein EpS von 2,86 Euro herausholt, müsste man rein rechnerisch aus 100 Mio Euro Ebit eben 5,74 Euro EpS herausholen - wie gesagt- rein rechnerisch). Indus würde, wenn man 2,2 Mrd Euro Umsatz wie von mir erwartet unterstellt, dann bei einem EpS von 4,57 Euro landen.
Nochmal gesagt: Das ist nicht wissenschaftlich und niemand weiß, ob unterhalb des EBIT nicht deutlich mehr Zinsen oder Steuern abgezogen werden müssen - aber in beiden Fällen lässt sich schon vermuten, dass es auf der Basis des aktuellen Kurses zu sehr attraktiven KGV kommen sollte. Zieht man den Vergleich (bei allen Unwägbarkeiten) scheint Gesco ein günstigeres KGV zu haben.

Man kann auch den EV mit dem zu erwartenden Ebit vergleichen. Zur Vereinfachung nehme ich mal den von diversen Analysten ermittelten Wert. Danach beträgt der EV bei Gesco 356 Mio Euro und bei Indus 1,1 Mrd. Auch hier scheint das Multipel bei Gesco also günstiger (3,56 faches EBit gegenüber 5 faches Ebit).

Es würde also sehr viel für Gesco sprechen.

ALLERDINGS gibt es einen Punkt der mMn ganz klar für Indus spricht - und der ist mMn nicht ohne. Gesco wird im laufenden Jahr nach eigener Prognose etwa 575 Mio Euro Umsatz machen (Mitte der Prognose). Das bedeutet, dass zum Zielumsatz doch noch ca. 425 Mio Euro fehlen. Das sieht man auch der Beteiligungsstruktur. Ziel ist es 3 Ankerbeteiligungen plus 12 Basisbeteiligungen zu halten. Derzeit hat man (wenn man auf den Umsatz schaut) erst 1 Ankerbeteiligung (eine zweite soll organisch so wachsen, dass es eine Ankerbeteiligung wird) und vielleicht zusätzlich noch drei weitere Beteiligungen, die die Zielumsätze für eine Basisbeteiligung (zwischen 40 und 50 Mio Euro) erreichen (und mMn durch das jeweilige organische Wachstum, das diese Gesellschaften in den Jahren bis 2025 erreichen können sollten über die 50 Mio Euro hinauswachsen können). Dazu gibt es noch fünf weitere Beteiligungen, die aber teilweise deutlich hinter den 40-50 Mio Euro zurückbleiben (teilweise sogar aktuell nur 10 Mio Euro Umsatz machen). Insgesamt hat man derzeit (wenn man den Zusammenschluss von Sommer & Strassburger mit Hubl zur INEX berücksichtigt) 10 Beteiligungen - da fehlen noch fünf.
Es ist also noch ein ziemlich weiter weg, um die Beteiligungsstruktur und den Umsatz in den Zielbereich zu bringen. Und es bleibt die Frage, ob man das schafft und vor allem auch zu welchen Kosten man das schafft. Einen ambitionierten Plan aufzustellen ist das eine, diesen auch mit Leben zu erfüllen das andere.

In diesem nicht unwichtigen Punkt ist die Indus dann schon deutlich weiter als die Gesco - auch wenn die Zahlen auf den ersten Blick dagegen sprechen. Bei Indus wird sehr viel durch die Fahrzeugtechnik vernebelt. Setzt man für diesen Bereich anstatt der hohen Verluste eine schwarze Null an, sieht man, dass die Indus bereits in 2021 eine Ebitmarge von 10,4% erreicht hätte. Man muss also "nur noch" die Fahrzeugtechnik in den Griff bekommen. Dort sah es sehr lange so aus, dass drei Serienzulieferer vor allen Dingen für die hohen Verluste in diesem Bereich ursächlich waren. Einen hat man im letzten Jahr verkauft  und einer ist kürzlich in die Insolvenz gegangen (dieses Unternehmen soll für die Hälfte der Verluste im Bereich Fahrzeugtechnik verantwortlich gewesen sein). Der dritte soll weiterhin saniert werden, hier sieht man gute Chancen, dass dieser Serienzulieferer ab 2024 keine Verluste mehr produziert. Kurz gesagt: Es sieht so aus als ob man bei Indus (nun, nach langem Zögern und hohen Verlusten) endlich nahe dran ist, die Fahrzeugtechnik wenigstens so weit in den Griff zu bekommen, dass diese keine Verluste mehr produziert. Näher dran als Gesco an der 1 Mrd Zielumsatz - meiner Meinung nach.

Tja, welches Unternehmen ist besser? Wie gesagt, ich habe in beide investiert und zwar in gleicher Höhe, nachdem ich jahrelang Gesco deutlich favorisiert habe und dann stärker auf Indus gesetzt habe, weil mir da das Aufholpotential stärker schien), weil mMn beide ihre jeweiligen Vorzüge haben und weil beide Unternehmen, wenn sie es denn schaffen, ihre Ziele für 2025 auch zu verwirklichen, in meinen Augen deutlich höher bewertet werden müssten. Insofern sehe ich bei beiden Werten deutliches Kurspotential. Dies stellt natürlich nur meine Meinung dar und ist keine Kaufempfehlung für andere Teilnehmer hier.

Vielleicht gibt es hier ja auch andere oder weitere Meinungen. Ich würde mich sehr dafür interessieren, wie andere Teilnehmer hier die beiden Unternehmen sehen.

Allen einen schönen Tag.  

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