UPS - LEIDER IST IHR BROWSER VERALTET!

Um zukunftsfähig zu sein, wurde unsere aktuelle Webseite für die neuesten Technologien entwickelt.
Daher können bei alten Browsern leider Probleme auftreten.
Damit die neue Börse-Online-Seite richtig funktioniert und Spaß macht, empfehlen wir Ihnen einen dieser aktuellen und kostenlosen Browser herunterzuladen:

DAX 15.587 0,8%  MDAX 34.358 0,6%  Dow 35.295 1,1%  Nasdaq 15.147 0,6%  Gold 1.768 -1,6%  TecDAX 3.726 0,4%  EStoxx50 4.183 0,8%  Nikkei 29.069 1,8%  Dollar 1,1601 0,0%  Öl 84,9 1,0% 

Der USA Bären-Thread

Seite 1 von 6174
neuester Beitrag: 15.10.21 12:13
eröffnet am: 20.02.07 18:45 von: Anti Lemmin. Anzahl Beiträge: 154336
neuester Beitrag: 15.10.21 12:13 von: Anti Lemmin. Leser gesamt: 19299638
davon Heute: 2496
bewertet mit 463 Sternen

Seite: Zurück 1 | 2 | 3 | 4 |
6172 | 6173 | 6174 | 6174  Weiter  

69990 Postings, 6372 Tage Anti LemmingDer USA Bären-Thread

 
  
    
463
20.02.07 18:45
Dies ist ein Thread für mittelfristig orientierte Bären (keine Daytrader), die im Laufe dieses Jahres mit einem stärkeren Rückgang der US-Indizes rechnen - u. a. auf Grund folgender Fundamental-Faktoren:





1.  Zunehmende Probleme im US-Housing-Markt wegen Überkapazitäten, fallender Preise,
    rückläufiger Verkaufszahlen und fauler Hypotheken, vor allem im Subprime-Sektor

2.  Auf Grund dessen mögliche Banken-, Junkbond- und/oder Hedgefonds-Krise
    (HSBC warnte bereits)

3.  Überschuldung der USA im Inland (negative Sparquote, Haushaltsdefizit)
    und im Ausland (Handelsdefizit)

4.  Möglicher weiterer Wertverlust des Dollars zum Euro (zurzeit bereits über 1,30)

5.  Anziehende Inflation wegen Überschuldung und unkontrollierten Geldmengenwachstums

6.  Weitere Zinserhöhungen der Fed zur Inflationsbekämpfung

7.  Rückgang des US-Konsumentenvertrauens und weniger Konsum wegen der
    Liquiditätsrückgänge und drückender Housing-Schulden

8.  Rückabwicklung von Yen-Carry-Trades, weil Japan die Zinsen erhöht
    -> Ende der "globalen Hyperliquidität"

9.  Probleme im Irak, wachsende Kriegsgefahr in Iran/Nahost, Ölpreis-Anstieg

10. Terrorgefahr

11. Überbewertung der US-Aktien (das DOW-JONES KGV für 2006 liegt bei 24,25,
    das des SP-500 bei 19)

12. Aktien-Hausse der letzten vier Jahre verlief ohne nennenswerte Korrekturen
    (untypisch)





Dieser Thread soll meinen inzwischen leider teilweise gelöschten Doomsday-Bären-Thread ersetzen. Außerdem möchte ich in diesem Eingangsposting deutlich machen, dass der Fokus auf USA liegt (der DAX spielt nur am Rande eine Rolle, da die wirtschaftliche Lage hier zu Lande besser ist).

Ich wünsch mir in diesem Thread eine faire, offene und vor allem sachliche Diskussion, möglichst wenig persönliche Querelen, Beleidigungen und sinnlose Hahnenkämpfe. Wer notorisch stört und Unfrieden stiftet oder rassistische Sprüche ablässt, kommt auf die Ignore-Liste (was weitere Postings hier verhindert).
 
Seite: Zurück 1 | 2 | 3 | 4 |
6172 | 6173 | 6174 | 6174  Weiter  
154310 Postings ausgeblendet.

69990 Postings, 6372 Tage Anti Lemming"Es gibt keine schwarzen Schwäne"

 
  
    
10.10.21 10:57
 
Angehängte Grafik:
2021-10-....jpg (verkleinert auf 68%) vergrößern
2021-10-....jpg

69990 Postings, 6372 Tage Anti Lemming# 311

 
  
    
1
10.10.21 11:01
"ebenfalls nicht zu allgemeiner inflation führt das zuführen von massiver liquidität, wie es die notenbanken die letzten jahre durchexerziert haben"

Diese Aussage steht mMn in Widerspruch zu # 310, letzter Absatz:

natürlich führen alle grossen notenbanken mit ihren aufkäufen von staatsanleihen eine eigentlich verbotenene monetarisierung der staatsschulden durch. all die schönen fantasienamen der kaufprogramme wie pepp, tarp und wie sie sonst noch genannt wurden - (A.L.: LTRO) - dienen allein der verschleierung"  

69990 Postings, 6372 Tage Anti LemmingBegründung, warum dies widersprüchlich ist:

 
  
    
3
10.10.21 11:23
Mir ist noch kein Fall bekannt, in dem "Monetarisierung von Staatsschulden" nicht zu Inflation, später galoppierender Inflation und schließlich häufig zu einer Währungsreform geführt hat.

Wann immer ein Notenbanker sagt "Diesmal ist alles anders" sollten die Alarmglocken läuten. Am ekligsten finde ich die Theoriegebäude, die zur Rechtfertigung des Gelddruckens vorgeschoben werden, z. B. das Argument, dass Notenbanken gar keine Staatsfinanzierung aus der Notenpresse betreiben können, "weil das Zentralbankgeld den Zentralbankkreislauf ja überhaupt nicht verlässt".

Das kann schon allein deshalb nicht stimmen, weil der EZB in den Maastricht-Verträgen die Staatsfinanzierung aus der Notenpresse explizit verboten worden ist. Wenn etwas verboten ist, muss es auch möglich sein, sonst wäre das Verbot überflüssig.

Weitere Gegenargumente:

Wie das Handelsblatt schreibt (# 309), erwirbt die EZB (via QE) Staatsanleihen europäischer Staaten, die sie auf dem Zweitmarkt (= bei Privatbanken) aufkauft. Letzteres geschieht allein aus juristischen Gründen, um das Maastricht-Verbot der Staatsfinanzierung zu umgehen.

(Zwischenbemerkung: Es stinkt allein schon zum Himmel, dass eine Zentralbank sich hier aufführt wie ein Winkeladvokat...)

Aufkauf durch die EZB auf dem Zweitmarkt bedeutet konkret: Eine europäische Privatbank kauft einem (Problem-)Staat die betreffenden Staatsanleihen direkt bei der Emission ab (z. B. in Griechenland, Italien oder Spanien), nur um diese Staatsanleihen dann kurz darauf an die EZB weiterzureichen.

Sprich: Die Geschäftsbanken als Zwischenhändler sind reine Kosmetik, damit die EZB de jure "keine Staatsfinanzierung aus der Notenpresse" betreibt.

Tatsache aber bleibt, dass nur durch den indirekten Aufkauf dieser Staatsanleihen durch die EZB diese Problemstaaten überhaupt noch fiskal am Leben gehalten werden können. Griechenland wäre ohne die indirekten EZB-Staatsanleihenaufkäufe längst pleite. Wir sehen seitens der EZB somit nicht nur Staatsfinanzierung aus der Notenpresse, sondern obendrein Konkursverschleppung.

Wenn ein EU-Problemstaat nur noch deshalb weiter fiskal tätig sein kann (d.h. Renten auszahlt, Beamte bezahlt usw.), weil die EZB durch "Stützungskäufe" seiner Staatsanleihen die sonst fällige Staatspleite verhindert, dann führt dies mustergültig vor Augen, dass in der Ära des Zentralbank-Gelddruckens (QE) die Grenzen zwischen Geldpolitik und Fiskalpolitik immer stärker verschwimmen und sogar miteinander verschmelzen.

-------------------

Juristische Gegenwehr scheitert am EU-Popanz

Gemäß Urteil des Bundesverfassungsgerichts hat die EZB mit ihren massiven Staatsanleihen-Aufkäufen "ihr Mandat überschritten" - sprich: letztlich unverantwortlich und gesetzeswidrig agiert. Dieses Urteil ist jedoch wirkungs- (und handlungs-)los verpuppt. Denn der Europäische Gerichtshof hat diese Klage kurzerhand abgewiesen. Eine Krähe (EuGH) hackt der anderen (EZB) kein Auge aus.

Lagarde kann daher ungerührt dort weitermachen, wo Draghi aufgehört hat.  

69990 Postings, 6372 Tage Anti LemmingDer Euro wäre überhaupt kein Problem

 
  
    
3
10.10.21 11:36
wenn ZUVOR eine gemeinsame europäische Wirtschaftsregierung geschaffen worden wäre und gemeinsames europäisches Recht, dass vorherige nationale Gesetzgebungen ersetzt. Die Länder müssten auch ihre fiskalische Souveränität an die EU-Kommission abtreten.

Allerdings wäre dies politisch niemals umsetzbar gewesen, weil viele Länder einer übergeordneten EU (die leicht als Popanz" wahrgenommen werden kann) misstraut haben und teils noch immer misstrauen. Sie hätten damit ihre Selbstbestimmung aufgegeben und gefühlt "ihr Schicksal" in die Hände brüsseler Bürokraten gelegt.

Als Kompromiss kam dann die Fehlgeburt Euro, die den Ländern volle Souveränität ließ und sie nur eher lose über die Maastricht-Regeln in die Pflicht nahm. Missbrauch und Betrug war damit Tür und Tor geöffnet. Die Griechen waren bekanntlich schon VOR 2010 pleite, weil sie von 2002 bis 2010 ihre Neuverschuldung viel zu niedrig an Brüssel gemeldet hatten. Seitdem agiert die EZB nicht mehr als Währungshüter, sondern zunehmend als Währungsfeuerwehr, die alle hehren vertraglichen Grundsätze auf den Haufen wirft.

Das Endergebnis ist zunehmender Verdruss über EU-Fremdbestimmung (siehe auch EU-GH-Urteil), Null- und Negativzinsen (das gab es bislang in 5000 Jahren Wirtschaftsgeschichte nicht) und eine neue Weichwährung, die nur noch darauf wartet, in einer Währungsreform unterzugehen.  

360 Postings, 32 Tage isostar100jein.

 
  
    
1
10.10.21 22:54
mein unwissenschaftlicher ausdruck "allgemeime inflation" war wohl schlecht gewählt. was hältst du vom ausdruck "erwünschte inflationsform"?

diese "erwünschte inflation", also langsame preissteigerung bei gebrauchsgütern, kann nur entstehen, wenn den massen entsprechend mehr kaufkraft zur verfügung steht. (weil: angebot und nachfrage bestimmen die preise; fehlt den käufern das geld, kaufen sie weniger und die preise kommen irgendwann wieder runter). darum wiederhole ich mich gerne: der weg zur erwünschten inflationsform führt über die anhebung des mindestlohnes.

monetarisierung der staatsschulden hingegen führt im besten fall zu assetprice inflation, im schlechten fall zu geldentwertung durch vertrauensverlust. diese art der inflation (vetrauensverlust) ist in der regel verheerend, kann in der regel nicht mehr gestoppt werden und führt in der regel zur währungsreform.

aber diese diskussion wäre wohl im oekonomenthread besser aufgehoben, bei all den anderen salonlinken dort.  

360 Postings, 32 Tage isostar100#315

 
  
    
3
10.10.21 23:06
entgegen der vor allem in deutschland beliebten erzählung, dass die griechen damals das problem gewesen wären, waren es in wahrheit die italiener.

man hat an den griechen ein exempel statuiert, und sie mit falsch konstruierten auflagen durch die troika noch tiefer ins elend gestossen. doch die schulden der griechen waren im vergleich zu den italienischen schulden klein. als die schulden der italienern die eu zu zertören drohten hat der italienische ezb-chef draghi die berühmten worte "whatever it takes" gesprochen und die ezb zum schuldenmoloch umgestaltet.

ich hatte mich damals ziemlich intensiv mit der griechischen situation auseinandergesetzt. und es wäre einfach gewesen, die griechischen probleme auf sanfte art zu lösen. aber die eu wollte nicht, sie wollte härte zeigen, ein abschreckendes beispiel für andere budgetsünder schaffen. und leute wie schäuble haben so viel not und elend in griechenland mitverursacht, weil man ja unbedingt härte zeigen wollte. doch als italien zu kippen drohte, hat draghi die geld-bazooka rausgeholt. diese ungleichbehandlung war wirklich sehr augenfällig und für die griechen ein nochmalige demütigung.  

2612 Postings, 1831 Tage KatzenpiratHimmeltraurige Qualität und marode Bauten in China

 
  
    
4
11.10.21 15:02
Man muss wohl doch nicht so Angst haben vor dem gelben Riesen...

 

360 Postings, 32 Tage isostar100der blinde fleck der keynesianer: inflation

 
  
    
2
11.10.21 21:46
Vor einem halben Jahrhundert scheiterte der damalige keynesianische Mainstream an der Inflation. Heute unterschätzt der moderne...
 

360 Postings, 32 Tage isostar100wirtschaftsnobel

 
  
    
11.10.21 22:37
wirtschaftsnobelpreis für arbeiten zu mindestlohn vergeben. und oh, wunder, ein mindestlohn hate keine negativen auswirkungen auf die wirtschaft, so die erkenntnis.



Die US-Wissenschaftler David Card, Joshua  Angrist und Guido Imbens erhalten den Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften....
 

69990 Postings, 6372 Tage Anti LemmingMindestlohn vs. EZB-Staatsfinanzierung

 
  
    
12.10.21 11:32
Der Mindestlohn in D. ist wichtig, um die Massenkaufkraft aufrecht zu erhalten und Menschen, die ihr Leben lang zu diesen (immer noch eher miserablen) Konditionen gearbeitet haben, zu ermöglichen, im Rentenalter von ihre Rente leben zu können und kein Sozialfall zu werden. Hier geht es um die Nachhaltigkeit unseres Renten- und Sozialsystem und um soziale Gerechtigkeit.

Die Quer-Subventionierung der Eurozonen-Südstaaten durch die EZB mittels Anleihenaufkäufen ist ein ganz anderes Thema (und Kaliber). Hier geht es um die (inzwischen ziemlich verkorksten) Beziehungen der EU-Staaten untereinander.

Mit dem Euro wurde von Anfang an viel Missbrauch betrieben, wobei die Motivation stets war, dass das betreffende Land auf Kosten der anderen Mitgliedsländer einen Reibach macht. Motivation war/ist somit nationaler Egoismus - mithin das Gegenteil jener Solidarität, die ich oben (Mindestlohn, Rente, soziale Gerechtigkeit) anmahne.

---------------

Ein besonders übles Beispiel ist Griechenland. Bereits beim Eintritt in die Eurozone hatten die Griechen gemogelt. Goldman "versteckte" mit Finanztricks die überhöhte Staatsverschuldung, die oberhalb der maximal zulässigen 60 % lag. Und als die Griechen dann drin waren im Euro, haben sie sich heimlich viel höher neu verschuldet als mit jenen 3 %, die ihnen gemäß der Maastricht-Kriterien erlaubt war.

Das fiel anfangs nicht auf, weil die Griechen (abermals betrügerisch) von 2002 bis 2010 ihre ausufernde Neuverschuldung nicht korrekt an die EU meldeten. In Brüssel war man sogar der Auffassung, dass der Euro Wunderdinge verrichten könne, denn die griechische Wirtschaft wuchs (scheinbar) deutlich infolge der starken Neuverschuldung (wenngleich viel von dem Geld in Gestalt von Händewasch-Prämien etc. verpulvert wurde). Freilich nur auf dem Papier, denn bei der BIP-Wachstumsberechnung wurde nicht die tatsächliche Neuverschuldung berücksichtigt, sondern nur die aus den Falschmeldungen an Brüssel.

Brüssel indes feierte das griechische Wirtschaftswunder. Es schien die absurde Konvergenz-These zu bestätigen, wonach ein EU-Land allein schon durch die Einführung der Euro auf das wirtschaftliche Niveau der Eurozonen-Kernstaaten gebracht werden könne.

Ähnlich feierte die EU das "Wirtschaftswunder" in Spanien und Irland. Die span. Wirtschaft wuchs viele Jahre um 5 % bei nur 40 % Staatsverschuldung. Spanien galt als DAS Musterland der Eurozone. Spanien betrieb zwar keinen Meldebetrug wie die Griechen. Doch die span. Wirtschaft wuchs allein deshalb, weil die niedrigen Zinsen, die der Euro wegen EU-Ausfallgarantie mit sich brachte (Pesenten-Zinsen lagen zuvor bei 10 %) zu einem gigantischen Bau-Boom führte, der wiederum in gigantischen Immobilien- und Schulden-Blasen gipfelte. Als letztere Ende der Nuller Jahre krachend kollabierten, gab es zahllose Banken-Pleiten und Spaniens Staatsschuldenquote stieg auf über 100 % (wegen der erforderlichen Bankenbailouts aus der Staatskasse).  Nach Zahlen aus 2021 liegt Spaniens Schuldenquote bei 125 % (Tabelle unten).

Die Griechen hatten wie gesagt von 2002 bis 2010 ihre ausufernde Neuverschuldung (teils über 10 % p. a.) nicht korrekt nach Brüssel gemeldet. Diese illegal aufgehäuften Staatsschulden mussten freilich buchhalterisch versteckt werden, damit die EU dies nicht bemerkte. 2010 waren Griechenlands Staatsschulden so groß, dass sie auf mit Bilanztricks nicht mehr versteckt werden konnten. Deshalb schickte Athen 2010 eine schockierende "Nachmeldung" nach Brüssel, in der die wahre Verschuldungslage zugegeben wurde. Griechenland war faktisch pleite.

2010 und in den Folgejahren gab es dann zig Krisensitzungen und "Rettungspakete" (weitere Geldzahlungen an Griechenland), wobei letztere vor allem deutsche und franz. Banken retten sollten, die massenhaft griechische Staatsanleihen gekauft haben. Die "Griechenrettung" war daher anfangs eine Bankenrettung.

Danach erhielten die Griechen häppchenweise - und erst nach zähen Verhandlungen - weitere Rettungsgelder, die nun an Sparmaßnahmen-Forderungen gekoppelt waren. Brüssel wurde als hartherzig hingestellt, obwohl die Schuld zu erheblichen Teilen bei den Griechen selbst lag (Betrug in den Nuller Jahren). Als weitere Unterstützung wurde den Griechen ein Teil ihrer Schulden mittels "Haircut" bei endfälligen Staatsanleihen erlassen.

Geholfen hat all dies NICHT DIE BOHNE, weil Griechenland Staatsverschuldung inzwischen erneut bei ruinösen 209 % liegt. D.h. Griechenland ist de facto immer noch pleite.  Bei 209 % Schuldenquote würde keine privater Investor griech. Staatsanleihen auch nur mit der Kohlenzange anfassen, gäbe es nicht die implizite EZB-Unterstützung: Die EZB kauft im Zuge von QE - ständig ihr Mandat überschreitend" (Urteil des Bundesverfassungsgerichts) - weiterhin griech. Staatsanleihen auf und betreibt damit die ihr per Maastricht verbotene "Staatsfinanzierung aus der Notenpresse", die  in Winkeladvokaten-Manier durch Käufe auf dem Zweitmarkt juristisch verborgen wird.

Italiens Staatsverschuldung liegt gemäß der Tabelle unten (von 2021) bei ebenfalls ruinösen 160 %.  
Angehängte Grafik:
2021-10-12_11__08_eu_-....jpg (verkleinert auf 46%) vergrößern
2021-10-12_11__08_eu_-....jpg

69545 Postings, 8024 Tage KickyAktien u.Anleihen kämpfen m.drohender Stagflation

 
  
    
1
12.10.21 14:04
https://www.reuters.com/business/global-markets-wrapup-1-2021-10-12/
Die Ölpreise stiegen weiter an, wobei die Rohölsorte Brent über 84 $ pro Barrel stieg. Die Kohlepreise haben Rekordhöhen erreicht, und die Gaspreise haben sich zwar von ihren jüngsten Höchstständen entfernt, sind aber in Europa immer noch viermal so hoch wie zu Beginn des Jahres.
Die Auswirkungen von Lieferengpässen bei Energie und Produktionskomponenten zeigen sich in den Daten: Die Zahlen vom Dienstag zeigten, dass die japanische Großhandelsinflation im letzten Monat ein 13-Jahres-Hoch erreichte, britische Käufer ihre Ausgaben einschränkten, China einen 20-prozentigen Rückgang bei den Autoverkäufen verzeichnete und Engpässe das Semtiment in der deutschen Wirtschaft den fünften Monat  drückten.

derzeit argumentieren ja die Grünen, dass man die Staatsverschuldung wegen der geringen Zinsen locker erhöhen kann,sogar noch daran verdient, so heute früh bei n-tv
https://www.n-tv.de/politik/politik_kommentare/...rticle22859389.html
"Rund 100 Milliarden Euro Schulden kann der Bund im Jahr 2022 machen, weil die Schuldenbremse noch nicht wieder gilt....Kredite nimmt der Bund derzeit zu derart günstigen Bedingungen auf, dass er am Ende weniger zurückzahlt als er geliehen hat. ..."

aber wie lange noch bei steigender Inflation ?

 

360 Postings, 32 Tage isostar100ach, jeder wusste doch bescheid

 
  
    
2
12.10.21 14:07
ach, jeder entscheidungsträger in der eu wusste doch bescheid und war sogar einverstanden. denn man wollte die die griechen unbedingt aufnehmen, das war das primäre ziel der eu. entscheidungsträger wie theo waigel haben das nachträglich sogar in interviews zugegeben.

die eu hat den griechen übel mitgespielt: erst hat man sie ermuntert, ja geradezu gedrängt beizutreten und war dabei auch bereit, geflissentliche probleme wie die verschuldung zu übersehen und dann hat man sie brutal abgestraft.

die mär von den griechen, welche sich damals in die eurozone gemogelt hatte, die war damals schon nur die halbe wahrheit. die eu wollte die griechen um jeden preis aufnehmen und hat ganz bewusst weggesehen beim schönrechnen der staatsverschuldung.

der wahre skandal war, was die troika dann angerichtet hatte. echte schreibtischtäterökonomen, frisch von der uni, hat man auf die griechen losgelassen.  

360 Postings, 32 Tage isostar100theo waigel interview:

 
  
    
2
12.10.21 14:21
" Italien entwickelte besondere Bilanzkünste. Sogar der Schwarzmarkt wurde zur Wirtschaftsleistung irgendwie dazugerechnet, und die EU-Kollegen drückten beide Augen zu. Dabei fehlte es nicht an Warnungen, im Gegenteil: Die hohen Schulden Italiens „können der Währungsunion schaden“, kabelte die deutsche Botschaft aus Rom nach Bonn. Es sei eine „tickende Zeitbombe“, den chronischen Defizitsünder Italien aufzunehmen, mahnte ein Vorstand der Deutschen Bank. Horst Köhler, einst Chefunterhändler für den Maastricht-Vertrag (und später Bundespräsident), warnte vor dem „besonderen Risiko“ Italien. Vergeblich. Niemand wagte es, eines der sechs EU-Gründungsmitglieder zu brüskieren. Italien wurde im Mai 1998 für Euro-fit erklärt, gemeinsam mit zehn anderen Staaten – obwohl sein Defizit mit knapp 120 Prozent doppelt so hoch war wie erlaubt.

Damit war entschieden, dass nicht ökonomische Kriterien über den Eurobeitritt entscheiden, sondern politische. Griechenland, die Wiege der Demokratie, wollten Romantiker nicht draußen stehen lassen. 1998 wurde das mit über 100 Prozent verschuldete Land noch abgelehnt, zwei Jahre später aber in den Euroklub aufgenommen – aufgrund gefälschter Zahlen. „Wir haben nichts anderes gemacht als alle anderen Staaten“, sollte sich der griechische Finanzminister Jahre später verteidigen. Das war zwar ehrlich, aber nur mehr für die Krisengeschichtsschreibung interessant."

https://www.profil.at/home/...aufnahme-griechenlands-todsuende-331215  

3 Postings, 4 Tage NoergeliDa gehts dahin

 
  
    
2
12.10.21 14:45
Großhandelsverkaufspreise, September 2021
+0,8 % zum Vormonat
+13,2 % zum Vorjahresmonat

WIESBADEN ? Die Verkaufspreise im Großhandel sind im September 2021 um 13,2 % gegenüber September 2020 gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, hatte es letztmalig im Juni 1974 einen höheren Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat gegeben, als die Großhandelspreise im Zuge der ersten Ölkrise um 13,3 % gestiegen waren. Im August 2021 hatte der Anstieg gegenüber dem Vorjahr bei +12,3 % und im Juli 2021 bei +11,3 % gelegen. Im Vormonatsvergleich stiegen die Großhandelspreise im September 2021 um 0,8 %  

3 Postings, 4 Tage NoergeliUnd die Energiepreise

 
  
    
2
12.10.21 14:49
werden uns den ganzen Winter über beschäftigen. Da kommt was Großes auf uns zu:

Erstes Stahlunternehmen ruft nach staatlicher Hilfe
Die Strompreise für die Industrie sind zehnmal so hoch wie vor drei Jahren. Jetzt fordert der Chef der Swiss Steel Group Entlastung. Die Bundesregierung müsse die Preise deckeln ? sonst drohten Produktionsstopps.
 

3 Postings, 4 Tage NoergeliAn der Front

 
  
    
2
12.10.21 14:51
ist auch noch keine Ruhe:

Das Auf und Ab der Pandemie hat die Schlagader des Welthandels getroffen: Die Containerschifffahrt ist blockiert. Nur noch jedes dritte Schiff erreicht pünktlich seinen Hafen. Doch auch dort herrscht Chaos. Hamburg und Rotterdam werden von den großen Reedereien zeitweise gar nicht mehr angesteuert.
Denn derzeit steht etwa jedes zehnte Containerschiff still. Und zwar nicht, weil es nichts zu tun gäbe. Sondern weil die anderen neun Schiffe vorher in der Schlange vor den Häfen standen und jetzt die Plätze zum Be- und Entladen blockieren.  

69545 Postings, 8024 Tage KickyDie Inflation steigt immer schneller

 
  
    
1
12.10.21 20:07
https://wolfstreet.com/2021/10/12/...ins-plus-their-lunch-dinner-too/
"Die Menschen verstehen die Anzeichen Die Inflation steigt immer schneller und wird auch in Zukunft noch schneller steigen, und zwar fast doppelt so schnell wie ihre Lohnerhöhungen. Sie verstehen, dass die Inflation ihre Gehaltserhöhungen sowie ihr Mittag- und Abendessen auffressen wird.
Die immer wackliger werdenden Behauptungen der Fed, dass diese Inflation "zeitweiligd" oder "vorübergehend" sei und trotz der massiven geld- und fiskalpolitischen Anreize, die immer noch gegeben werden, irgendwie von selbst verschwinden werde, werden von den Menschen nicht mehr ernst genommen.

Die medianen Inflationserwartungen der Verbraucher für das kommende Jahr stiegen im September auf 5,3 % (rote Linie). Dies ist der höchste Stand seit 2013 und der elfte unaufhaltsame monatliche Anstieg in Folge, wie die New Yorker Fed heute in ihrem Survey of Consumer Expectations mitteilte. ..."  

69545 Postings, 8024 Tage KickyFed Losing Control As Consumers' Inflation

 
  
    
1
12.10.21 20:11
Expectations Hit New All Time High
https://www.zerohedge.com/markets/...pectations-hit-new-all-time-high
"While central banks, tenured economists and the financial media are doing everything in their propaganda power to convince ordinary  Americans (who don't have the privilege of charging their Federal Reserve debit card when shopping at the grocery store) that the current phase of galloping inflation - to avoid the far more dreaded "h" word - is merely transitory, the shocking reality on the ground is that the Fed has effectively lost control over near-term inflation expectations, as the NY Fed's latest survey of consumer expectations reveals...."  

69545 Postings, 8024 Tage KickyMünchau zum Urteil in Polen und Polexit

 
  
    
1
13.10.21 10:46
https://www.eurointelligence.com/column/ultra-vires

"Einige der Argumente, die bei den polnischen Anhörungen vorgebracht wurden, waren direkte Kopien von Argumenten des deutschen Verfassungsgerichts. Karlsruhe hat zum Beispiel juristische Begriffe wie "ultra vires" und das Demokratieprinzip populär gemacht. Sie klingen unschuldiger als sie sind. Karlsruhe argumentiert, dass Souveränität übertragen, aber nicht geteilt werden kann. Dies bedeutet, dass der EuGH nicht über seinen eigenen Zuständigkeitsbereich entscheiden kann. Es bedeutet auch, dass das EU-Recht in Bereichen außerhalb des vereinbarten Geltungsbereichs nicht über dem nationalen Recht steht und dass es die nationalen Gerichte sind, die über die genaue Lage dieses Geltungsbereichs entscheiden. Karlsruhe akzeptiert jedoch den Vorrang des EU-Rechts innerhalb des Perimeters, wie z. B. den Binnenmarkt oder die Handelspolitik. Die Steuerpolitik und die Verteidigung gehören nicht zu diesem Bereich. Wenn Sie also eine Fiskalunion oder eine europäische Armee wollen, können Sie dies nicht im Rahmen des bestehenden Vertrages tun. Die nächste Stufe der europäischen Integration wird erst dann erfolgen, wenn die Mitgliedstaaten einer Änderung der EU-Verträge und - im Falle Polens und Deutschlands - auch der nationalen Verfassungen zustimmen.

Das polnische Urteil wird mit ziemlicher Sicherheit dazu führen, dass Polen einen Rückzieher macht. Ich halte den Polexit für ein mögliches, aber unwahrscheinliches Ergebnis. Aber bedenken Sie, dass auch der Brexit so begonnen hat....Karlsruhe ist nicht verantwortlich für das, was in Polen passiert. Aber es ist dafür verantwortlich, einen Diskurs anzustoßen, den andere aufgreifen und bis an die Grenzen treiben...."  

98 Postings, 706 Tage aintInflation

 
  
    
1
13.10.21 14:39
Mir fehlt irgendwie die Fantasie einer mittel- bis langfristig höheren Inflation. Woher soll die denn kommen? Die Einkommen steigen weniger stark als die Inflationsrate -> irgendwann wird also ein Punkt erreicht sein, bei dem man sich eher auf den unteren Bereich der Maslow'schen Bedürfnispyramide konzentrieren wird. Die Unternehmen werden bei steigenden Rohstoffpreisen / Erzeugerpreisen wohl kaum freudig die Löhne erhöhen. Der Margendruck dürfte eher zunehmen (Hallo Zombieunternehmen).
Dazu kommt, dass bei derartigen Rohstoffpreisen wohl Alles und Jeder in die Mine hüpft, um möglichst viel mitzunehmen. Es schwingt sich in meinen Augen alles ein. Die Frage ist für mich eher, ob es vorher zu einem Kollaps schwacher Unternehmen kommt, oder nicht.
Zusätzlich helfen "unproduktive" Schulden (wie sie auch gerade wegen der Pandemie gemacht wurden) kaum, die langfristigen Wachstumsaussichten anzuheben.
Wie sähe also ein Szenario aus, bei dem es über Jahre hinweg 4 oder 5% Inflation in Mitteleuropa geben könnte? Wer sollte sich denn soviele Kredite ans Bein binden und für Geldmengenwachstum und Lohnkostensteigerungen sorgen? In der Branche der Erneuerbaren ggf.? Europäischer Wiederaufbaufonds?
 

69990 Postings, 6372 Tage Anti LemmingInflation in Europa

 
  
    
1
14.10.21 14:56

Draghis Saat geht auf.

 
Angehängte Grafik:
2021-10-14_14__53_eurozone_-....jpg (verkleinert auf 65%) vergrößern
2021-10-14_14__53_eurozone_-....jpg

69990 Postings, 6372 Tage Anti LemmingDAX 40 kann noch nicht recht überzeugen

 
  
    
3
14.10.21 17:18
 
Angehängte Grafik:
2021-10-....jpg (verkleinert auf 52%) vergrößern
2021-10-....jpg

360 Postings, 32 Tage isostar100bank of england warnt:

 
  
    
1
15.10.21 00:50
bank of england warnt, ein cryptocrash könnte ein beben auslösen wie die us-hypothekenkrise von 2008.
"Crypto could cause 2008-level meltdown, Bank of England official warns"
https://www.cnbc.com/2021/10/14/...ank-of-england-official-warns.html


...mich nimmt nur wunder, wie die notenbanken dann reagieren würden. noch tieferer minuszins? noch grössenwahnsinnigere gelddruckorgien?  

69990 Postings, 6372 Tage Anti Lemming# 334

 
  
    
15.10.21 10:05
Glaub ich nicht. Crypto ist ein in sich geschlossener Affenzirkus.  

69990 Postings, 6372 Tage Anti LemmingAuch in USA kriecht die Inflation hoch

 
  
    
15.10.21 12:13
Angehängte Grafik:
2021-10-....jpg (verkleinert auf 90%) vergrößern
2021-10-....jpg

Seite: Zurück 1 | 2 | 3 | 4 |
6172 | 6173 | 6174 | 6174  Weiter  
   Antwort einfügen - nach oben

  6 Nutzer wurden vom Verfasser von der Diskussion ausgeschlossen: Coronaa, deuteronomium, gnomon, iBroker, POWWOW, sue.vi