Der USA Bären-Thread

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neuester Beitrag: 27.09.22 12:49
eröffnet am: 20.02.07 18:45 von: Anti Lemmin. Anzahl Beiträge: 155591
neuester Beitrag: 27.09.22 12:49 von: Anti Lemmin. Leser gesamt: 20930211
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75658 Postings, 6718 Tage Anti LemmingDer USA Bären-Thread

 
  
    
465
20.02.07 18:45
Dies ist ein Thread für mittelfristig orientierte Bären (keine Daytrader), die im Laufe dieses Jahres mit einem stärkeren Rückgang der US-Indizes rechnen - u. a. auf Grund folgender Fundamental-Faktoren:





1.  Zunehmende Probleme im US-Housing-Markt wegen Überkapazitäten, fallender Preise,
    rückläufiger Verkaufszahlen und fauler Hypotheken, vor allem im Subprime-Sektor

2.  Auf Grund dessen mögliche Banken-, Junkbond- und/oder Hedgefonds-Krise
    (HSBC warnte bereits)

3.  Überschuldung der USA im Inland (negative Sparquote, Haushaltsdefizit)
    und im Ausland (Handelsdefizit)

4.  Möglicher weiterer Wertverlust des Dollars zum Euro (zurzeit bereits über 1,30)

5.  Anziehende Inflation wegen Überschuldung und unkontrollierten Geldmengenwachstums

6.  Weitere Zinserhöhungen der Fed zur Inflationsbekämpfung

7.  Rückgang des US-Konsumentenvertrauens und weniger Konsum wegen der
    Liquiditätsrückgänge und drückender Housing-Schulden

8.  Rückabwicklung von Yen-Carry-Trades, weil Japan die Zinsen erhöht
    -> Ende der "globalen Hyperliquidität"

9.  Probleme im Irak, wachsende Kriegsgefahr in Iran/Nahost, Ölpreis-Anstieg

10. Terrorgefahr

11. Überbewertung der US-Aktien (das DOW-JONES KGV für 2006 liegt bei 24,25,
    das des SP-500 bei 19)

12. Aktien-Hausse der letzten vier Jahre verlief ohne nennenswerte Korrekturen
    (untypisch)





Dieser Thread soll meinen inzwischen leider teilweise gelöschten Doomsday-Bären-Thread ersetzen. Außerdem möchte ich in diesem Eingangsposting deutlich machen, dass der Fokus auf USA liegt (der DAX spielt nur am Rande eine Rolle, da die wirtschaftliche Lage hier zu Lande besser ist).

Ich wünsch mir in diesem Thread eine faire, offene und vor allem sachliche Diskussion, möglichst wenig persönliche Querelen, Beleidigungen und sinnlose Hahnenkämpfe. Wer notorisch stört und Unfrieden stiftet oder rassistische Sprüche ablässt, kommt auf die Ignore-Liste (was weitere Postings hier verhindert).
 
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155565 Postings ausgeblendet.

2829 Postings, 378 Tage isostar100fedex!

 
  
    
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16.09.22 09:07

fedex chef: business geht seit juni zurück, woche um woche...! sieht weltweite rezession kommen.

?We?re seeing that volume decline in every segment around the world, and so you know, we?ve just started our second quarter,? he said. ?The weekly numbers are not looking so good, so we just assume at this point that the economic conditions are not really good.?
?We are a reflection of everybody else?s business, especially the high-value economy in the world,? he later added.




 

2829 Postings, 378 Tage isostar100#65

 
  
    
16.09.22 09:15
ja, verstehe ich ziemlich gut.

was du meinst mit "wert bemisst sich an rechenarbeit/stromverbrauch" ist der "proof of work".
was ether gestern gemacht hat, ist die radikale umstellung auf "proof of stake". dabei muss nun nicht mehr dauernd gerechnet werden, der stromverbrauch fällt um über 99% und auch das mining entfällt komplett.

meine meinung ist, falls cryptos eine zukunft haben, dann nur in der energiesparenden variante. falls, falls sie eine zukunft haben.....  

75658 Postings, 6718 Tage Anti Lemming# 568

 
  
    
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16.09.22 11:05
"meine meinung ist, falls cryptos eine zukunft haben, dann nur in der energiesparenden variante. falls, falls sie eine zukunft haben..... "

Klingt erfrischend skeptisch.

Dazu fällt mir Arthur Schopenhauer ein: "Lieber Gott, wenn es dich gibt, rette meine Seele, wenn ich eine habe."  

2829 Postings, 378 Tage isostar100ps..

 
  
    
16.09.22 11:51
ps: jegliches geld oder währung hat im endeffekt nur deshalb einen wert, weil die menschen daran glauben.
(oder warum sollten dollarscheine oder euronoten mehr wert haben als monopoly-spielgeld? etwa weil irgendwelche politiker dafür garantieren? und was genau garantieren sie??)

psps: aber das ist alles kein problem, solange alle weiter daran glauben.  

818 Postings, 1560 Tage birkensaftNicht nur "Glauben"...

 
  
    
17.09.22 11:16
Geld hat auch deshalb einen Wert, weil Menschen Schulden darin haben, die sie zu begleichen haben, oder Steuer zahlen müssen. Das schafft Nachfrage und Nachfrage schafft Wert. Dollar braucht man zusätzlich noch um sich international mit Rohstoffen einzudecken, es ist also (auf Staaten oder Großunternehmensebene) gut welche herumliegen zu haben.
Eben deshalb werden Reservewährungen nicht von einem Tag auf den anderen abgelöst, Verbindlichkeiten laufen in der Regel länger und Stück für Stück aus. Wenn wirklich das Vertrauen schwindet, dauert es bis sich das in Verträgen widerspiegelt. Genau da dürfte der Dollar ein sehr viel größeres Polster als der Euro haben.  

818 Postings, 1560 Tage birkensaftZu Cramer

 
  
    
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17.09.22 11:26


ganz sympathischer Typ...




What?s important when you are in that hedge fund mode is to not do anything remotely truthful, because the truth is so against your view, that it?s important to create a new truth, to develop a fiction.

In einem anderen Video, das ich leider nicht finden kann, weil die Videos aus unerfindlichen Gründen ständig von Youtube verschwinden, hieß es, dass man dafür am besten zu einem bestimmten Finanznachrichtensender geht (ich sag jetzt nicht welchem, nicht das der Beitrag hier auch verschwindet, aber das bekommt ihr schon raus)

 

75658 Postings, 6718 Tage Anti LemmingSPX-Boden soll bei 3300 liegen

 
  
    
19.09.22 19:57
Demnach gibt es noch 570 Punkte (entsprechend -15 %) Luft nach unten.

https://www.marketwatch.com/story/...brokers-founder-says-11663603534
 

1778 Postings, 3131 Tage Mister86@Lemming

 
  
    
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20.09.22 11:28
Das Blöde ist nur, auch so jemand hat keine Ahnung, wo sich Kurse (kurzfristig) hinbewegen. Und hätte er die, dann würde er das mit Sicherheit nicht der ganzen Welt mitteilen.

Momentan herrscht wahrlich kein Mangel an Katastrophen-Vorhersagen, wie tief die Börsen angeblich noch fallen sollen. Aber das ist immer so in einem Bärenmarkt. Und je lauter die Stimmen werden die vor dem kompletten Untergang warnen, desto näher sind wir am Tiefpunkt des Rückgangs.  

75658 Postings, 6718 Tage Anti LemmingWirtschaftskrise dürfte länger andauern...

 
  
    
20.09.22 11:54

1778 Postings, 3131 Tage Mister86Auch das...

 
  
    
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20.09.22 12:00
Auch das kann dir nicht sagen, wie tief der S&P und andere Indizes noch runter geht.

Mehr noch, da die Aktienmärkte immer vorausschauen, ist es oft genug so, dass sie ihr Tief mehrere Monate vor dem eigentlichen Tiefpunkt der Rezession ausbilden.

Außerdem sind diese ganzen Schaubilder zu früheren Bärenmärkten alle Makulatur. Jeder Bärenmarkt ist jedesmal anders, und eine abschließende Beurteilung kann erst stattfinden, wenn er vorbei ist.  

75658 Postings, 6718 Tage Anti LemmingKeiner kennt die Zukunft

 
  
    
20.09.22 12:32
Deshalb posten wir hier Hypothesen unterschiedlicher Akteure bezüglich des weiteren Verlaufs.

Deine Hinweise sind so gesehen für die Tonne, weil evident.  

1778 Postings, 3131 Tage Mister86ja...

 
  
    
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20.09.22 12:55
ja, siehste, und meine Beobachtung in fast zwei Jahrzehnten an  der Börse ist, dass das Wehklagen irgendwelcher "Experten" dass alles noch viel schlimmer kommen wird meist dann am  stärksten ist, wenn wir uns schon kurz vor dem Tiefpunkt befinden.

Also ist meine Hypothese, dass wir bald wieder steigende Notierungen sehen werden.

Fakt ist auch, dass das Aktien-Sentiment in den USA auf einem historischen Tiefstand ist. Kein Mensch will mehr Aktien anfassen und niemand glaubt, dass damit noch Geld zu verdienen ist. Aber solche Phasen haben oft genug einen Wendepunkt markiert.

Die Zinswende in USA mag noch eine Weile dauern, aber selbst wenn sie erst Mitte 2023 kommt - Börse schaut immer ca. ein halbes Jahr voraus, also dürften wir, wenn nicht jetzt schon, dann spätestens Ende des Jahres das Tief gesehen haben.

Und da die Börse sich seit vielen Wochen mehr und mehr auf das Schlimmste gefasst macht, dürften auch die ganzen Zinsschritte inzwischen alle eingepreist sein.  

75658 Postings, 6718 Tage Anti Lemming# 578 LOL

 
  
    
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20.09.22 13:17
"Fakt ist auch, dass das Aktien-Sentiment in den USA auf einem historischen Tiefstand ist."

 
Angehängte Grafik:
2022-09-20_13__17_fear_and_greed_index_-....jpg (verkleinert auf 49%) vergrößern
2022-09-20_13__17_fear_and_greed_index_-....jpg

113 Postings, 350 Tage NoergeliUnd immer schneller steigt es

 
  
    
20.09.22 15:26
Erzeugerpreise gewerblicher Produkte (Inlandsabsatz), August 2022
+45,8 % zum Vorjahresmonat
+7,9 % zum Vormonat

WIESBADEN ? Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte waren im August 2022 um 45,8 % höher als im August 2021. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, war dies der höchste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949. Im Juli 2022 hatte die Veränderungsrate bei +37,2 % und im Juni bei +32,7 % gelegen. Im Vormonatsvergleich stiegen die Erzeugerpreise im August 2022 um 7,9 %. Das ist ebenfalls der höchste Anstieg gegenüber dem Vormonat seit Beginn der Erhebung.  

113 Postings, 350 Tage NoergeliWegen solcher Sachen

 
  
    
20.09.22 15:30
werden die Zinsen steigen. Deutlich steigen. Ich prognostiziere mal für die USA schon im nächsten Jahr 7 Prozent und mehr.
Vielleicht sehen wir sogar Phasen, in denen der Zins über der Inflationsrate liegen wird, wie in den Achtzigerjahren.
Damit ist die Börsenpartie auf ziemlich lange Zeit vorbei.

 

68 Postings, 895 Tage Brontal20hmm...

 
  
    
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21.09.22 01:01
das ist vielleicht tatsächlich ein wenig zu düster, kann mir 7% Zins wirklich nicht vorstellen, die Verschuldung ist doch viel höher als in den 80ern.
Dass jedoch in 6 Monaten die Wende eingeleitet wird halte ich für noch gewagter als These. Die letzten Jahre waren fundamentale Daten von AGs egal wegen der Geldschwemme, nun keine Schwemme mehr und dann wird man sich doch mal Gewinne etc von Firmen ansehen, die aber nicht mehr so sprudeln werden, nicht die nächsten 6 Monate. ob top noch Energiekrise (für ich aber eher aus Startschuss für einen Wandel sehe) UND mehr oder minder brodelnde Krisen: Russland, Taiwan, maue chinesische Wirtschaft, da muss nur eine etwas mehr eskalieren, dann scheppert es Mal richtig
 

3917 Postings, 2177 Tage Katzenpirat7 % Zinsen

 
  
    
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21.09.22 01:13
Ich kann mir mit dem besten Willen nicht vostellen, wie das die westlichen Staaten mit ihren Schuldenquoten von über 100 % stemmen sollten...  

113 Postings, 350 Tage NoergeliDie Lage in den USA

 
  
    
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21.09.22 08:10
ist etwas anders als in Europa. Dort ist die Infaltion nicht mehr nur von den steigenden Energiepreisen getrieben. Dort gibt es eine Kerninfaltion von mittlwerweile 6,3 Prozent. Das ist ein ernstes Problem, das die FED einfangen muss und wird. Durch die geldpolitischen Maßnahmen der letzten Jahre ist die Glaubwürdigkeit der FED nicht mehr diesselbe, wie beispielsweiese noch unter Greensoan, der nur husten musste, und alle bekamen Schnupfen. Umsomehr muss die FED zeigen, was sie kann.

Es geht jetzt eben auch um Glaubwürdigkeit und das spiegeln die Dossiers der Sitzungen und die Interviews auch wieder. Letztlich geht es auch um den Dollar. Und spätetestens da ist Schluss mit Lustig. DIe Amis werden den Dollar immer schützen, koste es, was es wolle. Dafür nimmt man auch eine Rezession in Kauf und noch viel mehr.
Deshalb denke ich, dass 7 Prozent in den USA schon im ersten Halbjahr 2023 zu sehen sein werden.

Und die FED wird auch nicht den Fehler machen, frühzeitig die Zinsen wieder zu senken. Denn diesen Fehler hat sie zwei Mal Ende der 70er Anfang der 80er gemacht, und schwups war die Inflation wieder da, bis Paul Volker dann endgültig durchgefrissen hat und die Zinsen über 20 Prozent lagen bis Ruhe an der Inflationsfront war. So hoch wird es diesmal wohl kaum gehen.
Aber auch bei 7 Prozent werden die Auswirkungen erheblich sein. Für die USA und alle Länder, Firmen Privatleute, die sich in Dollar veschuldet haben. DIe Aktienmärkte werden leiden, das ist mal sicher und der Euro wird noch mehr unter Druck kommen, weil die EZB solche Zinssätze nicht mitgehen kann.
 

1835 Postings, 5848 Tage DasMünzDie letzte Quelle des billigen Geldes - Japan

 
  
    
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22.09.22 00:43
Wenn die BOJ ihre Politik ändert würde der Yen wieder gegen den Dollar aufwerten.
Das Geschäft billiges Geld aus Japan leihen, vom abwertenden Yen profitieren für 4% in den USA anlegen hätte ein Ende. Möglicherweise führt es zu einem weltweiten Margin Call (das ist auch in Aktien geflossen).
Der Dollar würde wieder fallen. Was geschieht dann mit Staatanleihen von den USA ? Zinsen rauf weil Geld abgezogen wird ?

https://zensecondlife.blogspot.com/2022/09/...ing-into-explosion.html

Wenn dies passieren würde, dürfte die FED vielleicht nicht mehr so Leitzins - erhöhungsmotiviert sein, sondern irgendwie versuchen den Anstieg der Staatsanleihenzinsen zu bremsen und somit wieder auf QE umschalten - was aber die Inflation wieder nach oben treibt.
 

75658 Postings, 6718 Tage Anti LemmingJapan "arbeitet" schon an einem Yen-Shortsqueeze

 
  
    
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22.09.22 11:40
Es ist die erste Yen-Stützung der Bank of Japan seit 24 Jahren.

Allerdings konnten auch in Zimbabwe Zentralbank-Mätzchen die Hyperinflation lediglich hinauszögern.

https://www.zerohedge.com/markets/...old-action-sends-usdjpy-tumbling

Yentervention! Japan "Boldly" Enters FX Market, Sends USDJPY Tumbling... But Not For Long

With the yen plummeting earlier today, after the BOJ decided to keep its YCC and abandon the yen to its collapsing fate, we said that the BOJ better intervene soon or all hell would break loose:

Two hours later, the BOJ has done just that, and after warning earlier in the session of "stealth intervention", it decided to finally put money where its endlessly big mouth is with the first Japanese FX intervention in 24 years that was anything but stealth:

- The Japanese government intervened in the foreign exchange market to prop up the yen, the country?s top currency official Masato Kanda says.
 
- Kanda, vice finance minister for international affairs, spoke to reporters after the yen climbed sharply against the dollar, erasing most of its decline following the Bank of Japan?s decision to maintain ultra-easy monetary policy  
Angehängte Grafik:
usdjpy_intervention.jpg (verkleinert auf 42%) vergrößern
usdjpy_intervention.jpg

113 Postings, 350 Tage NoergeliBuild back better

 
  
    
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26.09.22 09:42
for the rich.
Absenkung des Spitzensteuersatzes und angekündigte Neuverschuldung sind nicht so die Rezepte, die der Markt mag. Das Pfund als Leichtgewicht.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/...78-a07a-d4bfc6bef895  

75658 Postings, 6718 Tage Anti LemmingLöschung

 
  
    
27.09.22 11:04

Moderation
Zeitpunkt: 27.09.22 13:35
Aktion: Löschung des Beitrages
Kommentar: Moderation auf Wunsch des Verfassers

 

 

75658 Postings, 6718 Tage Anti LemmingPfund auf Allzeittief (Tief von 1985 unterboten)

 
  
    
27.09.22 11:28

Die neue GB-Regierung von Tussy Truss agiert ähnlich kurzsichtig wie Habeck in Deutschland. Truss will "einen auch Thatcher" machen und senkt trotz Wirtschaftskrise (über 10 % Inflation in GB, Energiepreise gehen durch die Decke) die Steuern für Reiche - siehe SZ-Artikel unten.

Truss bewegt sich damit im debil-demagogischen Fahrwasser eines Ronald Reagan, der seine starke Steuersenkung in den 1980ern damit begründet hatte (Stichwort. "Voodoo-nomics"), dass die Wirtschaft dadurch so starke Impuluse erhielte, dass die Firmen am Ende noch mehr Steuern zahlen würden als ohne diese Steuersenkung. Im Nachhinein erwies sich dies als grottenfalsch. Unter keinem US-Präsidenten ist die US-Staatsverschuldung prozentual stärker angestiegen als unter Reagan.

www.sueddeutsche.de/wirtschaft/...ritannien-steuern-1.5663357

Glaubt man dem britischen Finanzminister Kwasi Kwarteng, dann hat im Vereinigten Königreich "eine neue Ära" begonnen. Und was soll man sagen? Er hat recht. Die neue Regierung ist keine drei Wochen im Amt und hat ihren Platz in den Geschichtsbüchern schon sicher. Mitten in der Energiekrise kündigte Kwarteng die größten Steuersenkungen seit 50 Jahren an, Gesamtvolumen: 45 Milliarden Pfund, also 51 Milliarden Euro. Eine gewaltige Summe. So gewaltig, dass die Finanzmärkte ein vernichtendes Urteil fällten. Und zwar zu Recht.

Der sogenannte "Growth Plan" der britischen Regierung ist eine waghalsige Wette. Die neue Premierministerin Liz Truss will Wachstum um jeden Preis. Ganz egal, was es kostet. Truss riskiert damit, dass die Märkte das Vertrauen in die Regierung verlieren.

Man muss sich noch einmal vor Augen führen, was da am vergangenen Freitag passiert ist. Nachdem Kwarteng das Hilfspaket vorgestellt hatte, fiel der Kurs des britischen Pfunds gegenüber dem US-Dollar auf den tiefsten Stand seit 1985 - am Ende des Tages stand ein Minus von drei Prozent. Mindestens genauso dramatisch war der Anstieg der Rendite zehnjähriger Staatsanleihen: Binnen einer Woche sind sie um 0,7 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent gestiegen.

Eine solche Unruhe kennt man am ehesten in Emerging Markets, aber nicht in einer hoch entwickelten Wirtschaft wie der britischen. Nach dem Aus der Regierung von Boris Johnson war zwar ein wirtschaftspolitischer Kurswechsel erwartet worden, aber so radikal? Liz Truss verabschiedet sich mit einem Schlag von einem Grundpfeiler konservativer Politik: Sie pfeift auf solide Staatsfinanzen.

Denn da ist ja nicht nur die größte Steuersenkung seit 1972, da ist auch die wohl größte Entlastungsaktion in der jüngeren Geschichte. Truss friert die Preise für Strom und Gas für zwei Jahre ein, damit die Energiekosten bezahlbar bleiben. Ökonomen schätzen, dass die gesamten Hilfsmaßnahmen bis zu 200 Milliarden Pfund (224 Milliarden Euro) kosten. [A.L: Also auch in England die Kurzsichtigkeit, zunächst mittels verfehlter Sanktionspolitik die Energiepreis-Explosion loszutreten, um dann die Folgen - wie Habeck - mit neuen Staatsschulden zu stopfen. Bei Truss kommen noch erschwerend die Steuersenkungen hinzu!]...

Schon jetzt liegt die Inflationsrate in Großbritannien bei 9,9 Prozent - so hoch wie in keinem anderen G-7-Staat. Und ausgerechnet jetzt senkt die Regierung die Steuern so massiv wie zuletzt 1972....

Die Reichen im Land sind die größten Nutznießer der Steuerreform

Doch von all dem will Truss nichts wissen. Es sieht so aus, als wolle sie sich trotz Energiekrise nicht davon abhalten lassen, das zu tun, was sie schon immer tun wollte. Nachzulesen in einem Buch, das sie vor zehn Jahren mit Kwarteng und anderen Tories geschrieben hat. Es heißt "Britannia Unchained", und genau darum geht es den beiden nun: Sie wollen ihr Land ökonomisch entfesseln. Und dazu zählen eben Deregulierung und Steuersenkungen im großen Stil.

Wenn man so will, versucht Truss wirtschaftspolitisch an die Zeit von Ronald Reagan und Margaret Thatcher anzuschließen. Dahinter steckt das Konzept der Trickle-down-Ökonomie, das besagt, dass der Wohlstand der Reichsten nach und nach auch in die unteren Schichten der Gesellschaft durchsickert, wenn die Vermögenden ausgiebig konsumieren und investieren. Kein Wunder also, dass die Reichen im Land die größten Nutznießer der Truss'schen tax cuts sind. Der Spitzensteuersatz sinkt von 45 auf 40 Prozent. Dazu passt, dass die von der EU verhängte Obergrenze für Banker-Boni gestrichen wird. Mit am wenigsten profitieren Angestellte, die zur middle class zählen....

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A.L.: GB ist inzwischen (ohne EU) ökonomisch nur noch eine Insel.
Von "Europa" ist geblieben, dass GB ähnlich wie das Festland unter der sanktionsbedingten Energiekrise ächzt. Der Bondmarkt und der Devisenmarkt haben Truss bereits die rote Karte gezeigt. GB-Bonds stürzen wegen Panikverkäufen ab, und das Brit. Pfund ist auch einem Allzeittief!

www.zerohedge.com/markets/...extends-newsquawk-us-market-wrap

www.zerohedge.com/markets/...thless-statement-over-fx-turmoil

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Das britische Pfund fiel zum US-Dollar gestern auf den tiefsten Stand seit 1985 (ZH schreibt sogar: Allzeittief).

 
Angehängte Grafik:
2022-09-27_10__30_gbpusd_chart_-....jpg (verkleinert auf 39%) vergrößern
2022-09-27_10__30_gbpusd_chart_-....jpg

75658 Postings, 6718 Tage Anti LemmingKommentar zum Euro-Kollaps

 
  
    
27.09.22 12:36
EUR/USD erreicht gestern mit 0,95 ein frisches 22-Jahrestief.

Ich möchte noch einmal daran erinnern, dass US-Firmen und -Hedgefonds, darunter Warren Buffett, kurz nach der 2012-Krise im großen Umfang Anleihen in Euro emittiert hatten. Damals notierte EUR/USD nach bei etwa 1,40. Darauf hatte ich in mehreren Postings hier im USA-Bärenthread hingewiesen.

Es drängt(e) sich die Frage auf: Wozu eigentlich brauchen US-Firmen Geld aus der Eurozone, wo doch der US-Anleihemarkt der liquideste der Welt ist?

Die (spekulative) Antwort: Sie hatten bereits damals darauf gewettet, dass Draghis Rettungsmodell (Europa "haftet" angeblich für die Einzelstaaten, obwohl die EU mangels Fiskalhoheit gar keine Steuern erhebt...) mittelfristig als Schuss in den Ofen enden würde.

D.h. die Firmen und Hedgefonds hatten womöglich bereits damals darauf spekuliert, dass sie ihre in Euro emittierten Anleihen irgendwann zu Euro-Kollaps-bedingten Schnäppchenpreisen zurückkaufen bzw. zurückzahlen zu können - als für "Cents on the Dollar".

Bei einer Euro-Währungsreform ergäbe sich sogar 100 % Reingewinn - plus Zinsen.

Beim jetzigen EUR/USD-Kurs von 0,96 gibt es - bezogen auf den damaligen Kurs von 1,40 - schon mal ein gutes Drittel "Krisen-Abschlag" bzw. "Rabatt". War ein "großartiger Deal", würde Trump sagen.
 

75658 Postings, 6718 Tage Anti LemmingChart dazu:

 
  
    
27.09.22 12:49
 
Angehängte Grafik:
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2022-09-....jpg

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