Wie man Geld scheissen kann !!

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neuester Beitrag: 25.04.21 11:02
eröffnet am: 21.10.04 22:20 von: gordogeko Anzahl Beiträge: 2
neuester Beitrag: 25.04.21 11:02 von: Silkeeakla Leser gesamt: 3312
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145 Postings, 8445 Tage gordogekoWie man Geld scheissen kann !!

 
  
    
21.10.04 22:20
 
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http://www.swr.de/wiesoweshalbwarum/archiv/2004/10/21/beitrag3.html

Bioenergiedorf Jühnde

Ein Dorf in Niedersachsen möchte künftig seinen gesamten Strom- und Wärmebedarf aus Biomasse erzeugen. Das "Bioenergiedorf Jühnde" ist eines der Vorzeigeprojekte auf der Bonner Konferenz zu Erneuerbaren Energien. Ein Nischen-Projekt oder mögliches Vorbild für eine Energiewende?

Modell einer Anlage auf einem Tisch im Freien
So soll die Anlage aussehen

Wir befinden uns im Jahr 2004. Ganz Deutschland ist fest in der Hand der großen Energieversorger. Auch das kleine Dorf Jühnde bei Göttingen. Doch vielleicht nicht mehr lange. Bürgermeister August Brandenburg und seine Dorfbewohner streben nach Unabhängigkeit: Jühnde soll das erste Bioenergiedorf Deutschlands werden.
Auf einem großen Feld am Dorfrand wollen die Jühnder ihre gesamte Energie künftig selbst erzeugen - aus Biomasse. Bisher existiert aber nur ein bescheidenes Modell der geplanten Anlagen, mit kleinen Holzzylindern und Häuschen, die das wahre Ausmaß nur grob erahnen lassen.
Rohstoff der Zukunft: Silage
Das Herzstück wird eine Biogasanlage sein, mit großen Tanks. Es wird ein bisschen so aussehen, wie auf dem nur wenige Kilometer entfernten Bioenergiehof Obernjesa - nur um einiges größer. Haufenweise lagert hier der Rohstoff der Zukunft: Silage, also Grünpflanzen, die durch Vergärung so haltbar sind, wie Sauerkraut. Mehrmals täglich wird die Biogasanlage damit gefüttert, wie sonst das liebe Vieh.
Bei ihrem Wachstum auf dem Feld haben die Pflanzen Sonnenenergie gespeichert und diese Kraft der Sonne wird in den gewaltigen Tanks wieder freigesetzt. Tonnen von Bakterien zersetzen die Masse und bilden dabei Methan, das aus dem Brei blubbert: Biogas. Es dient als Brennstoff für ein Blockheizkraftwerk das gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt. Weil die Silage auch gut gelagert werden kann, ist eine sichere, ständige Energieversorgung möglich, unabhängig vom Wetter.
Künftig 50 Prozent der Energieversorgung durch Biomasse?
"Die Biomasse ist der wichtigste regenerative Energieträger", sagt Prof. Konrad Scheffer, einer der "Väter" des Projektes von der Uni Kassel. "Nach unseren Berechnungen können wir mindestens 20 Prozent unserer Energieversorgung über Biomasse bereitstellen. Wenn wir gleichzeitig Energie sparen - und zwar 50 Prozent können vielleicht noch eingespart werden - kann die Biomasse in Deutschland etwa 50 Prozent der zukünftigen Energieversorgung ausmachen."
Im Bioenergiedorf soll neben Silage auch Gülle in der Biogasanlage verwertet werden und ein Holzhackschnitzheizwerk zusätzlich für Wärme sorgen. Doch bisher gibt es in Jühnde eben nur die Rohstoffe: Grünzeug und Gülle. Die werden die Landwirt auch liefern, wenn es losgeht. Allerdings sind sie noch nicht ganz so euphorisch was den wirtschaftlichen Erfolg des ehrgeizigen Projekts angeht.
Biostrom bringt Geld in die Dorfkasse
Die Energieversorger müssen den Biostrom zwar kaufen und im normalen Netz verteilen - und damit kommt Geld in die Dorfkasse - aber ob für die Landwirte dabei viel abfällt? "Wir liefern nur eben die Gülle hin und haben ein bisschen mehr Arbeit dadurch, weil wir die eben noch da hinfahren müssen", sagt Landwirt Reinhold Huppers, der über 100 Milchkühe hat. Und auch der Jühnder Landwirt Volkmar Syring ist nur verhalten optimistisch: "Also es ist nicht so, dass das wirtschaftlich sehr lukrativ wäre. Aber wir wollen gerne einen Beitrag leisten, dass es mit der alternativen Energienutzung weiter geht, und deswegen beteiligen wir uns daran."
Lukrativer könnte es aber schon sehr bald werden, durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Es sieht nämlich höhere Vergütung für Nachwachsenden Rohstoffe vor, das könnte den Landwirten die erhofften Gewinne bringen.
Pestizide sind nicht mehr notwendig
Auch die Erträge auf den Feldern könnten noch steigen. Für das Silieren werden die Pflanzen nämlich grün geerntet, also früher als sonst. Dadurch ist eine zweite Ernte möglich und das bedeutet natürlich deutlich mehr Biomasse. Weil alle Pflanzen, also auch "Unkräuter", zur Biomasse beitragen, können die Landwirt sogar auf Pestizide verzichten.
Bei den Biogasanlagen soll zudem neue Technik die Energieausbeute erhöhen. Bisher kommt nämlich mehr in den Tank als nötig. Für die Biogasproduktion würde nämlich eigentlich schon der Press-Saft der Silage reichen. Die festen Stoffe könnten also künftig abgetrennt und getrocknet werden. So lässt sich die im Sommer überschüssige Wärme des Blockheizkraftwerks gut nutzen und aus dem "Schlamm" wird Fest-Brennstoff und ein wertvoller Energieträger. Die Biomasse könnte unsere Energieversorgung revolutionieren - wenn die Kosten sinken.
Prof. Konrad Scheffer ist da optimistisch: "Ich bin schon der Meinung, dass das sehr bald konkurrenzfähige Preise werden für Strom. Wir werden ja viel effektiver werden in unserer Anlagentechnik, so dass also der Strompreis tatsächlich wieder runtergeht. Aber er muss nicht so weit runtergehen, wie wir es vielleicht gewöhnt sind, man kann ja jetzt einen Landwirt zum direkten Stromproduzenten und -Verteiler einer Ortschaft machen."
Wärmeleitungen zu jedem Haus
Trotzdem haben die Jühnder noch ein Problem: die Wärme. Damit sie ins Dorf kommt, braucht es ein Nahwärmenetz mit isolierten Leitungen zu jedem Haus. Bürgermeister August Brandenburg weiß, was das bedeutet: "Es muss alles aufgerissen werden in 1 bis 1,20 Meter Tiefe und 60 bis 80 Zentimeter Breite und da wird es schon Probleme geben."
Alle Straßen aufreißen, das verursacht natürlich enorme Kosten und könnte die finanzielle Fallgrube für das Projekt werden. Doch der Bürgermeister hofft, dass die nötigen Fördergelder in Millionenhöhe kommen. Bald. Denn eigentlich soll die Biogasanlage schon im Herbst stehen und für die Gasheizung des Dorfoberhauptes das letzte Stündlein geschlagen haben.
"Sofort wird die Heizung abgebaut, denn ich warte ja schon auf die Biogasanlage, um eine günstige und verlässliche Wärme zu haben - und deshalb brauche ich die nicht mehr", sagt August Brandenburg, "Und es würde ja auch kein Vertrauen erwecken, wenn ich hier die Heizung behalten würde und nicht an die Biogasanlage, an die Biowärme glauben würde."
Ob das klappt, hängt aber nicht zuletzt vom Erneuerbaren-Energien-Gesetz ab, das gerade geändert wird. Wenn künftig großzügig gefördert wird, könnte das der Durchbruch für die Biomasse werden, nicht nur für das Bioenergiedorf Jühnde.
Autor:

Patrick Hünerfeld

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8 Postings, 722 Tage DennisWilcoxWie man Geld scheissen kann !!

 
  
    
08.02.21 08:46
Ich danke Ihnen allen, ich habe gerade über diese letzte Woche nachgedacht, wusste aber nicht, dass ich in diesem Forum Hilfe brauchen würde  

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