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Vergleich SCHARON / HITLER

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neuester Beitrag: 20.12.01 12:51
eröffnet am: 18.12.01 13:09 von: Happy End Anzahl Beiträge: 23
neuester Beitrag: 20.12.01 12:51 von: rübezahl Leser gesamt: 1816
davon Heute: 1
bewertet mit 0 Sternen

95441 Postings, 7503 Tage Happy EndVergleich SCHARON / HITLER

 
  
    
18.12.01 13:09
Spiegel-Herausgeber Augstein vergleicht Israels Ministerpräsidenten mit Adolf Hitler

Dass die Juden an Allem im Allgemeinen und dem Schlechten im Besonderen Schuld haben, ist nichts Neues, wie zum Beispiel eine  Forsa-Umfrage zeigt. Aber es überrascht schon ein wenig, solche Thesen auch im Spiegel zu lesen. Der Herausgeber Rudolf Augstein vergleicht in der aktuellen Ausgabe in einem  Kommentar Ariel Scharon mit Adolf Hitler: Der Ministerpräsident Israels verhalte sich gegenüber Arafat und der palästinensischen Autonomiebehörde wie Hitler gegenüber Neville Chamberlain und Großbritannien.

Es geht hier nicht um eine Verteidigung von Scharons Politik. Die kann man zurecht kritisieren und verurteilen - aber darum scheint es Augstein gar nicht zu gehen. Er verschweigt Tatsachen, um seine These einer Alleinschuld Israels am Nahost-Konflikt und dessen aktueller Eskalation zu untermauern. Mit keinem Wort erwähnt Augstein die jüngsten Anschläge, die ganz gezielt zur Tötung israelischer Kinder, Jugendlicher und anrückender Rettungskräfte konzipiert waren. Mit keinem Wort erwähnt Augstein, dass die aktuelle zweite Intifada wenig mit der ersten zu tun hat: Sie ist nicht der Aufstand breiter Bevölkerungsmassen in den besetzten Gebieten zwecks eines "Abschüttelns" der Besatzung, sondern vor allem eine Terrorkampagne radikaler Gruppen mit dem erklärten Ziel, alles jüdische Leben zu vernichten.

Kein Wort davon in Augsteins Kommentar. Stattdessen schiebt er die Schuld allein Scharon zu: "Ein Protektorat über Palästina würde er sich auch heute zurechtzimmern, wenn man ihn nur ließe." Und mit Scharon meint Augstein ganz Israel, denn: "Die Mehrheit der Israelis dürfte dabei hinter dem Premierminister Scharon stehen." Israel ist also einschließlich Schimon Peres und aller Kritiker offenbar ein großer, einheitlicher - und, das muss doch mal gesagt werden, jüdischer - Block. In Augsteins Zeilen klingt die Theorie von der durch Juden dominierten US-Regierung - "Zionist Occupied Government" heißt das in amerikanischen Neonazikreisen - mit. Was sonst meint Augstein mit diesem Satz: "Die Amerikaner leisten noch Lippenbekenntnisse für den Palästinenser-Präsidenten, sind aber aus inneren Gründen unfähig, Scharon die Stirn zu bieten."

Überraschen kann dies alles jedoch nicht, hatte Augstein doch schon immer ein besonderes Verhältnis zu bestimmten Themen. Zum Reichtagsbrand beispielsweise. Ende 1959 begann der Spiegel eine Artikelreihe, in der die These von der Alleintäterschaft des Anarchisten Marinus van der Lubbe behauptet wurde. Diese Ansicht verbreiteten schon 1933 die Nationalsozialisten. Seit dem Fall der Mauer sind die Ermittlungsakten zum Reichtagsbrand in Westdeutschland wieder zugänglich und die Spiegel-Version der Alleintäterschaft als Legende widerlegt. "Eine der übelsten apologetischen Geschichtsfälschungen in der deutschen Publizistik überhaupt" nennt sie zum Beispiel der Düsseldorfer Soziologe Hersch Fischler. Auch die "Neue Züricher Zeitung"  kritisierte am 8. Dezember vergangenen Jahres, das Hamburger Magazin sei dem Publikum "die fällige Auseinandersetzung mit der neuen Beweislage" schuldig geblieben.

Ebenso schuldig wie die kritische Aufarbeitung der eigenen Geschichte. Der Dortmunder Medienwissenschaftler  Lutz Hachmeister berichtete Anfang diesen Jahres bei einer  Podiumsdiskussion in Düsseldorf, dass zwei von fünf Ressortleitern des Spiegels SS-Hauptsturmführer waren, dass der ehemaliger Chefadjutant Joseph Goebbels' mit von Augstein eigenhändig unterschriebenem Presseausweis aus Südamerika berichtete, dass in Berlin der frühere Leiter von Ribbentrops "Auslandspresseclub" als Spiegel-Korrespondent arbeitete. Hachmeister  sprach in Düsseldorf von einem "Netzwerk alter Kameraden", die ihr "altes Weltbild nahezu bruchlos ins Blatt brachten".

Bestritten hat Augstein das nie. Aufgearbeitet aber auch nicht. Vielleicht helfen diese Auslassungen, andere besser zu verstehen.
 

1262 Postings, 7187 Tage rübezahlDer Vergleich ist angebracht!!

 
  
    
1
18.12.01 13:35
Bist Du mal in Israel(Palästina) gewesen?? Hast Du Dir mal die besetzten Gebiete angeschaut? Kannst Du überhaupt erahnen, was es bedeutet in einem Lager zu leben- ohne Paß, ohne Rechte, ohne Menschenwürde. Du lebst hier in Wohlstand, spekulierst fett an der Börse und beurteilst die politische Situation eines Landes anhand eines Spiegelkommentares. Das ist zu wenig, daß reicht einfach nicht aus. Es gibt auch ein Recht auf Bildung. Ich spendiere Dir einen Flug und dann sprechen wir uns wieder. Aber das wird kein Badeurlaub am Roten Meer, sondern ich schicke Dich an die Brennpunkte (im wahrsten Sinne des Wortes). Gute Erholung  

2779 Postings, 7505 Tage FranzSKein Tag ohne Hilter!

 
  
    
18.12.01 13:41
Das nneerrvvtt gewaltig!!!!

Grüße
FranzS  

1262 Postings, 7187 Tage rübezahlMich nervt Unwissen,

 
  
    
18.12.01 13:55
machst doch an der Börse so tolle Gewinne, Happy End. Dann stell doch mal glatt und fliege runter. Ich verspreche Dir Geistesblitze, da hast Du einen Augstein überhaupt nicht mehr nötig. Sparst sogar 5 DM, die dann ja wieder investieren kannst.  

Clubmitglied, 46653 Postings, 7621 Tage vega2000Happy

 
  
    
18.12.01 13:57
Einen kostenlosen Flug nach Israel würde ich mir nicht entgehen lassen, -rübe zahlts ja!

rübezahl: Warum bist du denn so aufgebracht ? Happy stellt doch nur einen kopierten Bericht rein.  

1262 Postings, 7187 Tage rübezahlKommentarlose Artikel reinstellen,

 
  
    
18.12.01 14:05
ist ja feige. Da könnte ich ja auch das Parteiprogramm von der NPD reinstellen. Rübensalat!!  

1262 Postings, 7187 Tage rübezahlHappy wollte nur Wizcom pushen,

 
  
    
18.12.01 14:12
Rübe nimmt alles zurück. Das Angebot aber nicht, stellst Du Deine Kontonummer rein, Happy?!  

44 Postings, 7802 Tage zweisteinDarf man jemanden nicht kritisieren ...

 
  
    
18.12.01 14:26
... nur weil er Jude ist? Herr Sharon ist der gefärlichste Mann der momentan auf dem Erdball rumläuft. Er ist die Ursache für die problematische Situation im Nahen Osten und damit letztlich auch Verantwortlich für den 11. September. Und ich möchte nicht wissen was da noch alles hinterher kommt. Der Besuch des Tempelbergs als absichtlicher Affront ist wie wenn man ein brennendes Streichholz in einen Benzinkanister wirft. Und das in vollem Bewustsein dessen was daraus folgt. Ich sage nur: weg mit diesem Mann.  

4906 Postings, 7873 Tage n1608Selten so viel Müll auf einmal gelesen !!!

 
  
    
18.12.01 15:47
das gilt nicht nur für herrn augstein, obwohl ich sonst seine kritische meinung sehr schätze, sondern auch für rübezahl.

wie kann man im ernst sharon mit hitler vergleichen? israel liquidiert sicher organisiert terroristen der hamas und des heiligen djihad aber es wäre mir neu, dass israel ganze ethien systematisch auslöscht. außer der systematik sollte man bei solchen vergleichen auch nicht ganz die dimensionen übergehen, die zwischen den verbrechen hitlers und sharons klaffen.

 

3498 Postings, 7182 Tage Brummerder Vergleich ist einfach nur peinlich !!! o.T.

 
  
    
18.12.01 15:50

21160 Postings, 8161 Tage cap blaubärnichtzuvergessen der vergleich Augstein /Göbbels

 
  
    
18.12.01 16:10
Augstein soll üblen Mundgeruch haben Göbbels hatte zeitlebens damit zu kämpfen
blaubärgrüsse  

1360 Postings, 7372 Tage Dan17Einen grünen für Rübezahl

 
  
    
18.12.01 18:38
den kann ich ihm leider nicht geben, wegen Ariva... aber egal was solls  

4906 Postings, 7873 Tage n1608Dan17, Deine Aussage ist erbärmlich !!!

 
  
    
19.12.01 09:52
hast Du das posting überhaupt gelesen? Es gibt gewichtige argumente rübezahls aussagen zu kritisieren. eine auseinandersetzung mit diesen tatsachen scheinst Du allerdings zu scheuen. nicht verwunderlich wenn man vor einer so schwierigen aufgabe steht, zu erklären, warum die verbrechen Sharons gleich fürchterlich sind, als die von hitler.  

1262 Postings, 7187 Tage rübezahlSehr geehrter n1608 !

 
  
    
19.12.01 13:01
Ich vergleiche keine Verbrechen, sondern nur die Personen. Du darfst mit Deinen Antworten nicht immer nur bei 1+1=2 stehenbleiben, sonst fängt es an mich zu langweilen. Die Verbrechen interessieren mich in diesem Zusammenhang nicht, ich kann mir auch nicht vorstellen, daß sie Dich interessieren. Das ist alles so schön eingepauktes Wissen, ohne sich eine eigene Meinung zu bilden. Beschäftige Dich mit Deinem eigenen Leben und übertrage Deine Erfahrung auf fremde Schicksale. Alles andere ist uninteressant. Wenn ich mir "Schindlers Liste" anschaue und gleichzeitig Berichte aus Israel, bin ich fassungslos . Da gibt es kein Unterschied. Besinnliche Weihnachten, n1608 !  

4971 Postings, 7661 Tage ApfelbaumpflanzerHier ein Bericht über Arafat...

 
  
    
19.12.01 13:13
mit Aussagen, die man im den westlichen Medien komischerweise nie hört.
Ich hoffe, dass die Quelle stimmt.

Fazit: einseitige Schuldzuweisungen helfen uns hier auch nicht weiter. Da machen alle Scheisse und ich habe keine Ahnung, wie man Frieden in eine Region bringen soll, in der offenbar niemand Frieden will.
Und das Gerede von Gewalt und Gegengewalt geht mir auch auf den Seier, also dass man die Palästinenser verstehen müsste, da sie so unterdrückt sind, aber die Israelis hätten keine Gründe.
Man muss mal weg kommen von "Der hat angefangen".


Aus: israelnetz.de

Arafat ruft zu Widerstand gegen Israel auf: "Alle Palästinenser sind Märtyrer"




RAMALLAH (inn) - PLO-Chef Yasser Arafat hat die palästinensische Bevölkerung zum weiteren "Widerstand und Märtyrertum" gegen Israel aufgerufen.

Vor seinem Amtssitz in der Autonomiestadt Ramallah in Samaria forderte Arafat am Dienstagabend vor Tausenden Palästinensern, "das heilige Land mit (palästinensischem) Blut und Geist zu verteidigen." Die Rede Arafats vor Tausenden Palästinensern in Ramallah wurde zudem im palästinensischen Rundfunk übertragen.

Arafat sagte weiter, alle Palästinenser seien "Märtyrer" und folgten dem Vorbild des zwölfjährigen Mohammad al-Dura, der zu Beginn der sogenannten Al-Aksa-Intifada im September letzten Jahres erschossen worden war. Fernsehsender in aller Welt hatten Bilder von dem Jungen gezeigt, der in den Armen seines Vaters starb. Bis heute ist jedoch nicht erwiesen, daß der Zwölfjährige von israelischen Soldaten erschossen wurde.

"Ich sage es jedem, der es hören kann: Dieses mutige (palästinensische) Volk wird weiterhin unser heiliges Land schützen und verteidigen, mit allem, was in unserer Macht steht", sagte Arafat. "(Palästina) ist geweihtes Land, jetzt und für alle Zeiten. Mit der Hilfe Allahs werden wir bald in Jerusalem zusammenkommen. Wir kämpfen für jedes Baby, jedes Kind, jeden Mann, jede Frau. Für unsere heiligen Stätten werden wir uns hingeben. Ich rufe euch alle auf, standhaft zu bleiben, keiner kann uns trennen und uns aus diesem heiligen Land vertreiben", so der PLO-Chef.

Arafat: "Ost-Jerusalem vor Israel verteidigen"

In israelischen Medien und unter politischen Beobachtern rief die Rede Arafats heftige Kritik hervor. Die israelische Tageszeitung "Ma´ariv" bezeichnete die Ansprache als "diametral entgegengesetzt" zu der am vergangenen Sonntag ausgestrahlten Ansprache des PLO-Chefs, in der er die palästinensische Bevölkerung und radikale Gruppen zu einem Gewaltverzicht aufgerufen hatte. Die "Hoffnung", die Arafat zuvor verbreitet habe, sei nun gänzlich zu Nichte gemacht, so "Ma´ariv".

Besonders kritisch stuften politische Beobachter den Aufruf des PLO-Chefs ein, nach dem alle Palästinenser "gegen Jerusalem" ziehen sollten. Die arabischen Bewohner Ost-Jerusalems hatte Arafat aufgerufen, den Stadtteil "vor den israelischen Maßnahmen" zu verteidigen. Die Palästinenser dürften es nicht zulassen, daß Pläne Israels in Ost- Jerusalem umgesetzt werden, so Arafat, auf Moscheen und Gebäuden müsse "bald wieder die palästinensische Fahne wehen". (ad)

:-(

Apfelbaumpflanzer  

1262 Postings, 7187 Tage rübezahlApfelbaum, Du bist ein Geschichtsverfälscher !!

 
  
    
1
19.12.01 13:46
Dein Name ist verräterisch. Noch mal an alle, BESETZUNG DER PALÄSTINENSISCHEN GEBIETE IST MENSCHENVERACHTUNG. Die besetzten Gebiete werden auch von der UNO nicht anerkannt. Der Druck gegen euch Juden wird immer stärker werden. Es wird die Zeit kommen, wo ihr alle vor Gericht kommt. Südafrika ist da ein gutes Beispiel.  

4906 Postings, 7873 Tage n1608Rübezahl, Du bist einfach nur peinlich! o.T.

 
  
    
20.12.01 11:43

242 Postings, 7476 Tage webeagleRübezahl ist nicht peinlich, sondern

 
  
    
20.12.01 11:47
hat ein Recht seine Meinung kundzutun. Wo kommen wir denn dahin, wenn alle ungenehmen Meinung ausradiert werden. Wird eh´viel zu oft gemacht. Man braucht hierzu nur nach Afghanistan schauen, wo wir alle zum Teil doch nur verarscht werden !  

4906 Postings, 7873 Tage n1608Meinungsfreiheit endet da, wo die Persönlichkeits

 
  
    
20.12.01 12:00
rechte Anderer verletzt werden. Ich bin kein Jude und habe auch nicht allzu viel Sympathie für Israels Siedlungspolitik. Aber Rübezahls Aussage "Der Druck gegen euch Juden wird immer stärker werden. Es wird die Zeit kommen, wo ihr alle vor Gericht kommt." hat ja wohl wenig mit freier Meinungsäußerung zu tun, sondern ist ehrverletzend und beleidigend, von seiner Ignoranz zu der Kernaussage dieses Postings ganz zu schweigen. Nur weil antiisraelische Meinungsäußerungen in bestimmten Gesellschaftskreisen en vogue sind, wird die Historie nicht neu geschrieben.  

Clubmitglied, 46653 Postings, 7621 Tage vega2000Marinus van der Lubbe

 
  
    
20.12.01 12:16

4 Postings, 7715 Tage w_geierHabt ihr den Artikel von Augstein gelesen?

 
  
    
20.12.01 12:22
Es kommt mir bei einigen Kommentaren vor, dass sie den Originalartikel nicht gelesen haben. Die Bezeichnung 'Vergleich Sharon/Hitler' suggeriert aber was anderes, als Augstein geschrieben hat. Lest erst mal auf spiegel.de.  

81 Postings, 7166 Tage Headtransforming Israel

 
  
    
20.12.01 12:46
Der Vergleich Sharon mit Hitler ist etwas daneben. Eher passt dieser mit Milosevic, der sich bekanntlich vor dem Int. Krieggericht verantworten muss. Solches sollte Scharon auch bevorstehen.
Dass die Amerikaner in der Frage gelähmt sind, ist verständlich. Dass Deutschland Israel nicht wirklich kritisieren kann wohl auch. Nur wer soll es richten?
Der Krieg dort ist kein Eroberungskrieg, sondern ein auf (Irr-)Glauben basierender Terror.
In diesen Tagen ist viel die Rede von Religion und Glauben. Aber ist es nicht so, dass immer irgenwelch Heilige und alte Schriften als Quasi-Rechtfertigung herangezgen werden. So auch im Terroranschlag auf das WTC.

Ich missbillige die israelische Siedlungspolitik, die aber wiederum auf Religiösem begründet ist.
Ich sehe aber eigentlich keine andere Möglichkeit für Israel, als sich mit gezielten Tötungen zur Wehr zu setzen. Sonst böte sich die Alternative, alle Palästinenser zu töten. Dann hätte man Ruhe.
Stellt sich aber die Frage, mit welcher Rechtfertigung Israel den Boden beansprucht. Auch den des Staates Israel.

Israel hat Angst. Auch Angst vor Überfremdung. Das palästinensische Weib ist fruchtbarer als Israelische Frauen. Somit wird es am Ende keine jüdischen Israelis mehr geben.
Krampfhaft holt man derzeit noch aus Russland ehemals jüdische Personen heran und will so die jüdische Gemeinschaft vor der relativen Schrumpfung bewahren.
Israel wird langfristig zu Palästina...
 

1262 Postings, 7187 Tage rübezahlInterview sagt alles

 
  
    
20.12.01 12:51
ISRAEL

"Wir haben Fehler gemacht"

Friedensnobelpreisträger Schimon Peres über den voraussichtlichen Wahlsieger Ariel Scharon und die wachsende Verbitterung zwischen Israelis und Palästinensern

SPIEGEL: Herr Peres, wird Ariel Scharon am Dienstag zum neuen Premierminister von Israel gewählt?
 
DER SPIEGEL


Peres: Wir geben uns nicht geschlagen.

SPIEGEL: Das glauben Sie doch selber nicht mehr. Wie wollen Sie die Leute dazu bringen, doch wieder Ehud Barak zu wählen? Die Umfragen sind vernichtend.

Peres: Ich gebe zu, die Lage ist sehr schwierig. Aber wir müssen den Wählern klarmachen, was sie dann erwartet. Scharon würde nicht eine einzige Siedlung auflösen, ganz Jerusalem bliebe israelisch wie es heute ist, die Palästinenser bekämen nur 42 Prozent des Westjordanlandes ...

SPIEGEL: ... all das würden viele Ihrer Landsleute sicher begrüßen.

Peres: Doch mit einem solchen Plan kann man nur Frieden ohne die Araber machen - wem soll das nützen? Scharon will zurück zu einer Politik der kleinen Schritte.

SPIEGEL: Nach der alten Formel: Wer gibt, der kriegt; wer nichts gibt, kriegt nichts?

 
DER SPIEGEL


Peres: Was heißt hier Geben und Nehmen? Was soll eine Familie denn geben, die in einem Flüchtlingslager im Gaza-Streifen lebt? Die Bedingungen dort sind furchtbar. Das ganze Gerede vom Geben und Nehmen ist doch nur der Versuch, aus der Geschichte einen Kramladen zu machen. Rabin und ich sind auch aus der moralischen Überzeugung nach Oslo gegangen, dass wir nicht länger das Gebiet eines anderen Volkes besetzt halten können.

SPIEGEL: Nach dem Zeitplan von Oslo müssten Sie längst Frieden haben, stattdessen dreht sich die Spirale der Gewalt immer weiter. Wo endet sie - in einem Krieg?

Peres: Nein, es wird keinen Krieg geben. Seit dem Ende des Kalten Krieges ist das immer unwahrscheinlicher geworden. Der Nahost-Konflikt speiste sich aus dem Ost-West-Konflikt. Weder Russland noch die USA würden heute für einen Krieg Waffen und Geld in den Nahen Osten pumpen. Auch die arabische Welt will keinen Krieg. Die Reden des ägyptischen Präsidenten Mubarak sind eindeutig. Die Gefahr liegt vielmehr in Gewalt und Terror.

SPIEGEL: Die sind doch heute schon Alltag. Deshalb sagen viele Israelis: Die Palästinenser verlangen nur und geben nie etwas. Wir haben Teile des Landes zurückgegeben, aber noch immer herrscht Terror.

Peres: Wir haben auch Fehler gemacht. Wir hätten schon vor 30 Jahren aus dem Gaza-Streifen abziehen sollen. Die Soldaten, die wir immer noch dort hinschicken, sind doch nur wandelnde Zielscheiben.

SPIEGEL: Nun heizen religiöse Gefühle den Konflikt weiter an. Da spricht Scharon den Muslimen jede Verbindung zu Jerusalem ab. Andererseits bezweifelt der Mufti von Jerusalem, dass es auf dem Tempelberg je einen jüdischen Tempel gegeben hat. Gibt es eine Lösung für Jerusalem?

Peres: Die Zeit für eine Lösung des Jerusalem-Problems ist noch nicht reif. Pragmatisch mag es ja eine Lösung geben, aber es ist so unglaublich schwierig, sie auch auf Papier niederzuschreiben. Die Altstadt ist noch nicht mal einen Quadratkilometer groß, doch das kleine Stück Land ist aufgeladen mit 3000 Jahren jüdischer Geschichte, 2000 Jahren christlicher und 1400 Jahren muslimischer Geschichte. Man kann ein Land teilen, aber nicht die Geschichte. An Arafats Stelle wäre ich vorsichtig. Denn Mohammed besuchte Jerusalem nur im Traum. Und ein Traum hinterlässt keine archäologischen Spuren. Das ist die Rache der Geschichte.

SPIEGEL: Noch schwieriger als Jerusalem scheint die Flüchtlingsfrage zu sein.

Peres: Es gibt nicht einen Israeli, der sagt: Die Palästinenser können zurückkommen. Wir begehen doch keinen Selbstmord. Aber wir haben auch hier einen Fehler beim Timing gemacht. Die Palästinenser sollen unterzeichnen, dass sie keine weiteren Forderungen an uns richten werden. Da sagen die Palästinenser natürlich, das machen wir nur, wenn die Flüchtlinge zurückkehren. Es ist doch so: Jedes Volk hat ein Recht auf seine Träume. Aber jedes Kind kann auch verstehen, dass man nicht alle Träume in die Realität umsetzen kann.

SPIEGEL: Wollen Sie die Flüchtlinge ewig in den Lagern schmoren lassen?

Peres: Natürlich müssen wir unseren Teil zur Lösung des Problems beitragen - finanziell und auf andere Art.

SPIEGEL: Sie kennen Ariel Scharon sehr gut. Beide gehörten Sie zu den Protegés des Staatsgründers David Ben-Gurion.

Peres: Ich war sein Assistent, und Scharon war in der Armee. Er war ein guter Soldat, ein richtiger General. Ben-Gurion hatte großen Respekt für ihn. Seine Person ist kein Problem für mich, wohl aber seine Politik. Ich spreche nicht gegen Scharon, und ich bin ja auch gar nicht gegen eine große Koalition zwischen Likud und Arbeitspartei. Allerdings müssen wir uns zuvor auf einen Kurs verständigen.

SPIEGEL: Gibt es einen neuen Scharon, der weiser ist

Peres: Die Eltern Scharons waren Pioniere, die Sümpfe und Wüsten in fruchtbares Ackerland verwandelten. Danach mussten wir uns der Herausforderung stellen, Kriege zu gewinnen, weil wir angegriffen wurden. Dabei machte Scharon eine ausgezeichnete Figur. Nun müssen wir für Frieden sorgen, und ich glaube, wir brauchen für diese Herausforderung eine ganz andere Generation von Politikern.

SPIEGEL: Doch während Sie den Wunsch nach Nachbarschaft und Kooperation mit den Palästinensern verkörpern, gibt es inzwischen selbst bei der israelischen Linken Befürworter einer strikten Trennung der beiden Völker. Manche würden am liebsten Minenfelder anlegen.

Peres: Minenfelder stoppen weder Terroristen, noch beseitigen sie Wassermangel oder lassen eine moderne Wirtschaft gedeihen. Wir brauchen eine politische Trennung, doch eine wirtschaftliche Integration.

SPIEGEL: Derzeit sieht es eher so aus, als würden sich Israelis und Araber ewig hassen. Sie dagegen glauben daran, dass Israelis und Araber im neuen Millennium friedlich nebeneinander leben können.

Peres: Das wird kommen. Seit Oslo sind erst sieben Jahre vergangen. Denken Sie doch nur an Europa zwischen 1914 und 1945. Da gab es zwei Weltkriege, den Holocaust, Millionen Menschen verloren ihr Leben, Familien wurden zerstört. Hätten Sie jemandem geglaubt, der 1944 aufgestanden wäre und gesagt hätte: In drei Jahren seht ihr eine andere Welt?

SPIEGEL: Was macht die jetzige Krise denn so unlösbar?

Peres: Wir verstehen nicht, warum die Palästinenser die Intifada begonnen haben, wo wir doch schon so viel erreicht hatten, warum sie so blutrünstig über uns sprechen. Die Palästinenser verstehen nicht, warum wir ihre Gebiete abriegeln und warum so viele ihrer Leute erschossen wurden. Frieden braucht nicht nur ein Abkommen, sondern auch eine eigene Sprache.

SPIEGEL: Barak hat doch von nichts anderem als Frieden geredet.

Peres: Es gibt im Verhältnis zu den Palästinensern vier Ebenen: die militärische und die politische, die ökonomische und die emotionale. Wir haben uns zu sehr mit den ersten beiden beschäftigt. Heute ist das Militär doch gar nicht mehr so wichtig. Man gewinnt oder verliert einen Krieg fast ausschließlich im Fernsehen. Wir haben vernachlässigt, wie dramatisch sich die ökonomische Lage der Palästinenser verschlechtert. Und wir haben nicht auf ihre Gefühle geachtet.

SPIEGEL: Lasten Sie das vor allem Barak an?

Peres: Vor der Wahl werden Sie mich nicht dazu bekommen, ihn zu kritisieren.

SPIEGEL: Aber Sie standen bereit, an seiner Stelle zu kandidieren. Nach den Umfragen wären Sie sogar ein viel aussichtsreicherer Kandidat.

Peres: Aber Barak ist demokratisch gewählt. Nur er selbst hätte auf die Kandidatur verzichten können.

SPIEGEL: Trotzdem ist Barak sauer auf Sie und beschimpft Sie - wie Jizchak Rabin - als einen "unermüdlichen Saboteur".

Peres: Solche Sätze sind nicht hilfreich. Rabin erkannte schließlich, wie gut er mit mir zusammenarbeiten konnte.

SPIEGEL: Warum haben sich dann die israelischen Wähler von Barak abgewandt?

Peres: Für die Friedenspolitik gibt es immer noch eine breite Unterstützung. Aber es geht bei Wahlen auch um die Persönlichkeitsfrage. Im Übrigen war Jassir Arafat auch nicht gerade hilfreich.

SPIEGEL: Mit dem Palästinenserchef teilen Sie den Friedensnobelpreis. Fühlen Sie sich heute getäuscht von ihm, wie ein Großteil der israelischen Linken?

Peres: Im Unterschied zu denen habe ich niemals geglaubt, dass sich Arafat in einen linken Israeli verwandeln würde. Er war ein Palästinenser, und er ist ein Palästinenser geblieben. Und er denkt einzig darüber nach, was das Beste für die Palästinenser ist. Ich lobe ihn, wenn er Recht hat, aber ich kritisiere ihn auch, wenn er Unrecht hat.

SPIEGEL: Aber er hat doch die Aksa-Intifada erst richtig angeheizt?

Peres: Das ist eine andere Geschichte. Es gibt eben keine Fehler, die straflos bleiben. Und man sieht doch schon: In den letzten Wochen haben die Palästinenser versucht, ihre Fehler zu korrigieren. Verhandlungen sind eben auch ein Austausch von Fehlern, nicht nur ein Austausch gegenseitigen Verstehens. Andererseits hat Arafat ja auch einige wagemutige Entscheidungen getroffen, mehr als jeder andere Palästinenser. Ich sehe die Fehler, ich sehe seinen Mut, und ich versuche, beides gegeneinander abzuwägen.

INTERVIEW: ANNETTE GROSSBONGARDT, HANS HOYNG









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