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Albireo neuer big player im Pharma-Milliardenmarkt

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neuester Beitrag: 20.10.20 08:52
eröffnet am: 04.11.16 08:15 von: RoStock Anzahl Beiträge: 6500
neuester Beitrag: 20.10.20 08:52 von: MisterTurtle Leser gesamt: 747304
davon Heute: 62
bewertet mit 15 Sternen

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1229 Postings, 2833 Tage RoStockAlbireo neuer big player im Pharma-Milliardenmarkt

 
  
    
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04.11.16 08:15
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6474 Postings ausgeblendet.

908 Postings, 1891 Tage Glatzenkogelja,

 
  
    
13.10.20 09:24
PFIC 3 ist tatsächlich relativ selten.
Der Link, den ich in # 6472 eingestellt habe, gibt ja auch noch etwas Honig ab, wenn man mal etwas weiter liest.
Auf Folie 24 wird z.B. angeführt, dass Experten davon ausgehen, dass ein hoher Anteil der an PFIC erkrankten Kinder der letzten 5 Jahren bereits verstorben sind. Ist jetzt die Frage, ob A4250 es schafft, dauerhaft zumindest einige dieser Kinder am Leben zu halten (ich denke und hoffe ja!). Das würde die Zahlen etwas anheben. Und es sind ja auch nur Schätzwerte.
Auf Folie 25 werden Preise von "vergleichbaren" Wirkstoffen aufgelistet. Wie gesagt, 75-100k Jahresumsatz pro Patient ist ein konservativer Ansatz. Ich denke der Preis wird höher sein.
Wenn man in der Indikation BA noch erfolgreich wird, dann läuft hier eine andere Musik. Dann zielt man alleine in US+EU auf >= 20.000 Patienten (PFIC+BA) ab. Vermarktungserlöse in Asien, Südamerika, Saudi-Arabien, Türkei, etc sowie Elobixibat noch nicht berücksichtigt.
Albo ist nicht Titel für das schnelle Geld und Ungeduldige. Aber für langfristig orientierte Anleger mit einer gewissen Risikoneigung m.E. sehr interessant.  

2627 Postings, 1422 Tage Renegade 71langfristig

 
  
    
13.10.20 11:04
müsste die Zahl der PFIC kranken sich ja auch erhöhen weil hoffentlich viel weniger Kinder sterben die zahl der zu behandelnden Kinder steigen wird bzw.sich auf alle Fälle erhöhen wird.win win Situation.  

226 Postings, 229 Tage dingDong69lt. Statistik kommen weltweit ..

 
  
    
13.10.20 12:12

908 Postings, 1891 Tage GlatzenkogelRenegade

 
  
    
13.10.20 12:27
ja, das meinte ich.
Das Thema ist insgesamt sehr komplex und uns liegen halt nicht alle Informationen vor, um eine abschließende Einschätzung vorzunehmen.  Daher rechne ich etwas vorsichtig.
Es gibt unter Experten z.B. auch die Meinung, dass A4250 vor allem bei PFIC Patienten wirkt, die sich noch keiner PEBD (partial external biliary diversion) unterzogen haben. In diesem Wissen hat Albo eben nur solche Patienten (keine PEBD) für die P3 ausgewählt. Kinder, die bereits eine PEBD hatten, sind vermutlich aktuell auch in der open label Langzeitstudie. Erkenntnisse stehen insoweit noch aus.

Nun, die PFIC-Population der Patienten, die noch keine PEBD hatten, schätzt man in US mit 1200 und in EU mit 1900 (Quelle ist aus dem Bezahlsegment von seeking alpha, kann ich daher nicht hier einstellen). Wie gesagt, keiner kann aktuell vorhersagen, wie viele Patienten in Zukunft A4250 tatsächlich einnehmen werden. Daher hatte ich einmal 4500 für US+EU zu Grunde gelegt, was letzten Endes genau so aus der Luft gegriffen ist, wie jeder andere Wert auch.
Aber je kleiner die Target-Population am Ende ist, umso höher wird man wohl den Preis festsetzen. Daher zweifele ich im Ergebnis nicht an der zukünftigen Umsatzstärke von A4250.  

2627 Postings, 1422 Tage Renegade 71pebd

 
  
    
13.10.20 12:49
das heißt im umkehrschluss das wer schon mit PEBD behandelt wurde fällt für a4250 weg ?  

908 Postings, 1891 Tage Glatzenkogelich glaube,

 
  
    
13.10.20 13:34
das ist noch nicht abschließend geklärt aber es gibt diese Meinungen/Vermutungen. Wie gesagt, Erkenntnisse liefert ggfs. die Langzeitstudie.
Jedenfalls war Albo nicht so mutig bzw. naiv, bei der zulassungsrelevanten P3 solche Patienten ins Programm zu nehmen, bei denen man Zweifel hat, ob bzw. in welchem Ausmaß A4250 wirkt.
Das wird sich in naher Zukunft alles auflösen und ggfs. im Rahmen der Preisfindung berücksichtigt.
Jetzt erstmal den anstehenden Folge-News (NDA, Antrag PRV, potentielle Verpartnerungen) entgegenblicken und darauf hoffen, dass das P3 Enrollment in BA wegen Corona nicht erheblich verzögert wird und es den (von inzwischen nicht wenigen befürchteten) Mega Börsencrash gibt
 

2627 Postings, 1422 Tage Renegade 71wann

 
  
    
13.10.20 14:10
können wir nochmal damit rechnen? ca.  

908 Postings, 1891 Tage Glatzenkogelda musst Du

 
  
    
13.10.20 16:30
einfach mal bei "clinicaltrails gov" recherchieren. Bin ja auch kein wandelndes Lexikon o;))

Und hinsichtlich PEBD kann es aufgrund der auch dort vorhandenen Nebenwirkungen auch durchaus sein, dass zukünftig bei neugeborenen diagnostizierten Kindern vorrangig A4250 zur Anwendung kommt und erst - falls es nicht wirkt - PEBD. da bislang A4250 keine Zulassung hat, ist es für die behandelnden Ärzte keine Option und PEBD eine Möglichkeit. Bin kein Mediziner. Versuche nur, mir einen ungefähren Überblick zu verschaffen. Das Interesse der behandelnden Ärzte an A4250 ist jedenfalls enorm.
Mehr zum Thema A4250 / PEBD hier:  
https://casereports.bmj.com/content/13/6/e234185  

1052 Postings, 1574 Tage MisterTurtleOstomy

 
  
    
1
14.10.20 10:31
habe mich gerade mal kurz schlau gemacht, was diese alternative Behandlung so ausmacht. Es ist so ein Beutel, über den die Gallenflüssigkeit ausgeleitet wird. Wenn ihr jetzt denkt "iih!" liegt ihr richtig. Die entsprechenden Selbsthilfegruppen beschäftigen sich mit der permanenten Wunde, mit dem Geruch des Inhalts (sobald der Beutel mal nicht 100%ig sitzt), die weitreichenden sozialen Folgen, die weitreichenden psychischen Folgen und die notwendige Diät, die notwendige medizinische Betreuung,die eventuellen Nebenwirkungen der OP usw. .
Im Link von Glatzenkogel sagten die Eltern des Patienten, der beides hatte auch ganz klar, dass sie lieber beim Medikament geblieben wären.

Für den Patienten ist die Tablette dagegen eine gewaltige Verbesserung. Den das man morgens eine Tabeltte einwirft, bekommt praktisch niemand mit, wenn man nicht will. Und wenn doch, ist das ja nichts schlimmes. Der Beutel dagegen greift massiv in das gesamte Leben ein.
Und dementsprechend ist die Tablette auch für die Kasse entsprechend günstig, weil viele Arztbesuche wegfallen, Therapie wegfällt, andere Medikamente wegfallen, Nebenwirkunge wegfallen.  

908 Postings, 1891 Tage GlatzenkogelMT

 
  
    
1
14.10.20 11:11
ich sehe das ähnlich. Daher vermute ich auch, dass bei allen neugeborenen A4250 erste Wahl sein dürfte.
Bei den Kindern, die derzeit noch leben gibt es aber (wenn die Schätzungen hinhauen) viele, die sich bereits einer PEBD unterzogen haben. Ich hoffe, dass A4250 auch deren Leid erheblich mindern kann und wirkt. Aber scheinbar hat man hier Zweifel.
Es könnte demnach sein, dass die aktuelle Zielpopulation in PFIC erheblich unter 8k in US+EU liegt. Spätestens in Zukunft sollte sich das dann aber anders darstellen.

Ich wollte nur darstellen, dass sich die Umsätze hier nicht so einfach errechnen lassen. Man kann die einzelnen Parameter (Anzahl Patienten und Preis) nicht abschließend bestimmen. Zumindest wir nicht. Albo wird da intern seine Hausaufgaben gemacht haben. je mehr ich darüber nachdenke so vermute ich, dass der Preis deutlich über 100k pro Jahr pro Patient liegen wird.

Kann mir kaum vorstellen, dass Albo unter 450-500 Mio Jahresumsatz in PFIC nach Hause gehen wird (und das ist wirklich meine persönliche Untergrenze, eher mehr) und die Preisgestaltung entsprechend aussteuert.

Spätestens nächstes Jahr wissen wir mehr. Im Moment sind da noch einige Unwägbarkeiten.  

1052 Postings, 1574 Tage MisterTurtleletztlich

 
  
    
14.10.20 22:02
ist die Anzahl der Patienten fast egal. Je weniger, desto teurer pro Nase. Man hat Summe X investiert und will dieses Geld mit dem fertigen Medikament in möglichst kurzer Zeit wieder reinholen und anschließend verdienen.

Was anderes, bei uns ist Krisensitzung, schön und gut, aber warum schmiert die Amibörse auch ab? Es war gerade so schön dabei sich zu berappeln.  

226 Postings, 229 Tage dingDong69neues Form4 Dokument

 
  
    
15.10.20 14:59

1052 Postings, 1574 Tage MisterTurtleaufarbeiten

 
  
    
15.10.20 15:37
es hat also mal wieder einer aus dem Vorstand 90 Aktien veräussert. Das ist doch total irrelevant.

Ärgerlicher ist, das man auch jetzt mit den gewaltigen Reserven und besten Aussichten einer Marktschwäche trotzen kann, sondern voll mit runter geht.  

1052 Postings, 1574 Tage MisterTurtlebitte aufarbeiten

 
  
    
16.10.20 21:07
2 Leute bekommen Boni von je 50k wenn Odevixibat von den Aufsichtsbehörden genehmigt wird und sogar 100K wenn dies vor einem nicht benannten Termin stattfindet.

Irgendwie unnötig, wenn man bedenkt, dass die beiden auch Aktien haben, die davon deutlich mehr profitieren werden. Aber andererseits auch sicher nicht unüblich und in Summe auch eher unwichtig. Das der Vorstand und auch die Mitarbeiter bei solchen entscheidenen Geschehnissen einen Bonus bekommen ist ja nun normal und auch nicht mal verkehrt, wenn es nicht aus den Fugen gerät.  

226 Postings, 229 Tage dingDong69neues von Mirum

 
  
    
1
17.10.20 13:32
Mirum Pharmaceuticals gibt Partnerschaft mit EVERSANA bekannt, um die Einführung und Vermarktung von Maralixibat für das Alagille-Syndrom in den USA zu unterstützen

https://www.businesswire.com/news/home/20201015005342/en/  

226 Postings, 229 Tage dingDong69wer ist Eversana?

 
  
    
17.10.20 13:35
wem es interessiert, kann sich ja hier durcharbeiten

https://www.eversana.com/  

1 Posting, 3 Tage Clondike191Fazit: Unterbewertet

 
  
    
5
18.10.20 17:19
Ich lese gerne hier eure Beiträge mit und finde eure Gedankengänge ganz interessant, zudem kommen immer einige neue Informationen und Blickwinkel zusammen. Dachte ich trage deshalb meine Einschätzung nochmals in einem Post zusammen:
Zuerst einmal zu den Daten:
Laut meinen Berechnungen sollte Abireo 18.990.711 Shares ausgegeben haben (+eventuell 600.000 aus dem Offering). Bei einem aktuellen Kurs von etwa 35USD entspricht dies einer Marktkapitalisierung von 665 Mio. Dollar. Nach der letzten Kapitalaufnahme (+150 Mio)  und dem Cash-Bestand zum 30.6.2020 (152 Mio.) sollten Mitte Oktober bei einem relativ konstanten Cash-Burn (Odevixibat jetzt fertig, dafür startet BA) noch um die 270 Mio. Dollar in Cash vorhanden sein, zieht man davon die Schulden ab, besitzt Albireo also NetCash in Höhe von 250 Mio Dollar zurzeit. Daraus ergibt sich eine Marktkapitalisierung für die Pipeline in Höhe von 415 Mio. Dollar.

Probieren wir also die Pipeline zu bewerten und fangen mit dem Produkt an, was bereits zugelassen ist: Elobixiat

Elobixiat ist in Japan gegen chronische Verstopfung zugelassen. Allein für Japan kann dem Medikament ungefähr ein Wert für mindestens 68 Mio. zugeordnet werden, die sich aus der Meilensteinzahlung bzw. den Royalities ergeben (8 Mio 2016, 45 + 15 Mio. über HealthCAre Royalty Partners). Jetzt zähl Japan nach den USA als weiterer großer Pharmamarkt. Wenn man jetzt grob das weltweite Potenzial Elobixiats anhand den Zahlungsströmen aus Japan bewerten will (lediglich eine Abschätzung meinerseits, man muss natürlich beachten dass eventuell weitere Studien durchzuführen sind und die Patentlaufzeit nicht mehr so lange wie zu Beginn in Japan läuft). Wenn man für die USA 60 Mio., 40 Mio. für die EU und 20 Mio. für den ROW annehmen würde, kämen wir auf 120 Mio. die alleine dem Medikament Elobixiat zugerechnet werden könnten.
Ein weiterer Aufpreis könnte natürlich weiterhin mit sehr guten Daten aus der NASH-Studie von EA Pharma resultieren, aber dies lassen wir mal außen vor, selbst Albireo hat ja kommuniziert, Elobixiat in Nash ersteinmal nicht mehr weiter zu verfolgen.
Es wäre natürlich interessant, was der Plan Albireos mit diesem Medikament ist. Eine alleinige Vermarktung macht wenig Sinn (hoher Aufwand, wenig Expertise bis jetzt, Fokus auf A4250). Ich denke wird der Plan mit den Investoren kommuniziert, könnte der Wert für Elobixiat besser abgeschätzt werden.
Demnach wird Odevixibat ein Wert von 295 Mio. Dollar zugeschrieben

Versuchen wir Odevixibat zu bewerten, sollte das Medikament zugelassen werden. Ich denke, nach den überzeugenden Daten spricht wenig gegen eine Zulassung, obwohl alle folgende Zahlen auch mit der jeweiligen Wahrscheinlichkeit für die Zulassung multipliziert werden können.
Wird Odevixibat zugelassen, winkt ein Priority Review Voucher, dessen Wert ich einmal mit ca. 100 Mio. ansetzen möchte.
Das Vermarktungspotenzial von Odevixibat wäre zurzeit somit auf alle Indikationen betrachtet auf 195 Mio. beziffert. Ich denke wir sind hier uns alle einig, dass das viel zu gering ist 8sollte meine Bewertung des PRV und von Elobixiat valide sein).

Versuchen wir einmal Odevixibat monetär zu bewerten:
Odevixibat verbessert bei 53% der untersuchten Patienten im Durchschnitt den Juckreiz um eine Stufe auf der Skala zwischen 1-4. Sehr interessant sind in dieser Hinsicht natürlich weiter ausgewerteten Daten, die im November veröffentlicht werden sollen. Beispielsweise in welcher Hinsicht die Dosierung den Effekt des Medikaments beeinflusst. Zudem kann das Serum Bile Acid im Durchschnitt über die gesamte Patientenpopulation um 33,3% gesenkt werden (was ja auch der primäre Endpunkt der EU ist). Hierbei muss kritisch hinterfragt werden, inwieweit das Medikament dauerhaft bei der gesamten Population zum Einsatz kommen kann, gerade in Hinblick auf Mirum Pharma, aber bisher lässt sich das schwer abschätzen.
Untersucht wurden dabei Patienten mit Pfic-1 und Pfic-2, die seltenere Pfic-3 und Pfic-4 wurden nicht betrachtet, von daher müssen diese Patienten auch später abgezogen werden.
Pfic betrifft ca. 1/50.000 bis 1/100.000 Neugeborene, eine Lebertransplantation erfolgt im Durchschnitt nach 7,5 Jahren. Albireo gibt die Patientenpopulation in Europa und den USA auf 8-10k an. Diese Zahlen erscheinen mir fast ein wenig hoch, wenn wir davon ausgehen dass in den USA jährlich 3,8 und in Europa jährlich 5,2 Mio. Menschen geboren werden, entspricht dies jährlich zwischen 90-180 neu diagnostizierten PFIC-Patienten. Hierbei könnte sehr wichtig sein, inwieweit Odevixibat auch nach dem operativen Eingriff noch einen Nutzen stiftet (operative Gallenumleitung oder Lebertransplantation). Albireo gibt an, dass kaum ein Patient älter als 20 Jahre ohne operative Eingriffe überlebt. Um die Patientenzahl zu berechnen, nehmen wir also die 90-180 neue Fälle im Jahr * 20 Jahre Überlebensdauer, so würde ich auf ca. 1800-3600 Patienten in der EU und in den USA kommen (Ohne Berücksichtigung der verschiedenen Mutationen). Natürlich verbessern sich die Lebenserwartungen mit dem Medikament (und dadurch die Peak Sales), aber wir wollen ja den Patentzeitraum abschätzen bzw. die nahe Zukunft. Hierdurch wird nocheinmal deutlich, wie wichtig für die Bestimmung der Patientenanzahl der Einsatzzweck des Medikaments ist. Das sind jetzt natürlich nur Abschätzungen, Albireo wird da detailliertere Informationen dazu haben, aber für mich sollen die 1800 - 3600 Patienten als Grundlage zur Bewertung dienen.
Nachdem die Patientenpopulation bestimmt wurde, soll der Medikamentenpreis bestimmt werden. Da es eine sehr seltene Indikation mit schwerwiegenden Folgen und ohne Alternativen ist, kann dementsprechend auch ein höherer Preis verlangt werden. Ich gehe von einer Preisspanne zwischen 75.000 und 150.000k pro Patient und Jahr aus (bzgl. des Preises gab es ja auch hier in diesem Forum schon einige Diskussionen). Demnach käme ich für die USA und Europa (in diesen Gebieten soll die Kommerzialisierung ja selbst durchgeführt werden) auf Peak Sales in Höhe von 135 Mio und  540 Mio Dollar.
Zur Bewertung des Medikaments werden in der Regel multiples der PeakSales verwendet (im rare disease Bereich bspw. mehr als in einer normalen Indikation), ich gehe von einem multiplen von x5 aus. Demnach könnte Odevixibat (trotz meiner zum Teil konservativen Berechnung bzgl. der Patientenzahl und des Preises) mit 675 Mio und 2,7 Mrd. bewertet werden.  Im Vergleich zu der Bewertung von 195 Mio. für das Medikament zurzeit würde dies einem Upside von ca. 25 - 125 Dollar im Aktienkurs entsprechen.
Nicht berücksichtigt wäre hierbei jedoch das Potenzial für die restliche Welt. Pro Jahr werden weltweit ohne EU und USA 124.000.000 Menschen geboren, d.h. 1240-2480 Patienten jährlich. Aus einer eventuellen Verpartnerung resultieren wiederum Milestones und Royalty Zahlungen (on top auf die +25-125 Dollar).

Zusätzlich gibt es für Odevixibat das Potenzial, die Phase3 Studien in weiteren Indikationen erfolgreich abzuschließen (Alagille Syndrome und Biliary Atresia). Dies würde weiteren 15-25k Patienten entsprechen (Angabe von Albireo).
Ohne die weitere Indikationen weiter zu Betrachten, lässt sich das riesen Potenzial von Albireo erschließen. Zudem forscht man an Medikamenten für NASH (preclinical), auch A3384 für BAM kann sobald genügend Geld vorhanden ist in Phase 3 überführt werden.

Den aufgezählten Chancen sehe ich wenige Risiken gegenüberstehen. Das größte Risiko liegt in einer Ablehnung seitens der FDA (was ich für relativ unwahrscheinlich halte). Zudem besteht natürlich immer ein Risiko einer weiteren Verwässerung, hierbei sei jedoch auch auf die Möglichkeit sich weiteres Geld von Hercules Capitel (bis zu 80 Mio in Abhängigkeit von Meilensteinen zu leihen hingewiesen). Eine weitere Verwässerung könnte auch im Zusammenhang mit Kommerzialisierungsschwierigkeiten stehen, gerade für ein Unternehmen, das bislang noch keine eigenen Produkte selbst vertreibt. Aber gerade aufgrund der Indikation sollten die Patienten bzw. Ärzte einfach erreicht werden. Das Risiko auftretender Probleme mit dem Medikament in der open label Studie halte ich für nahezu ausgeschlossen.


Noch ein Wort zum Mitbewerber Mirum Pharma, die im gleichen Feld wie Albireo mit einem ähnlichen Medikament unterwegs sind. Zur Abschätzung des Potenzials. Anhand der vorgelegten Daten überzeugt Odevixibat insbesondere durch das bessere Safety Profile. Aber für die weitere Indikationen liegen keine direkten Daten vor, weshalb ich mich auf die hard Facts konzentriere:
Alagille Syndrome: Hier hat Mirum einen Vorsprung, Albireo will Ende 2020 eine Phase 3 Studie starten, Mirum dagegen befindet sich in einem Rolling Submission, also einer fortlaufenden Überprüfung hinsichtlich der Zulassung (jedoch ohne beendete Phase3 Studie). Der Launch ist von Mirum für das 2H2021 geplant.
PFIC: Hier sollte Albireo zeitlich im Vorsprung sein. Die Phase 3 Studie von Mirum rekrutiert noch Patienten (4 Wochen Screening und mindestens 26 Wochen Behandlung). Mirum will jedoch auf Basis von Langzeitdaten (5 Jahre der Indogo-Studie) einen Zulassungsantrag in Europa noch im 4Q2020 stellen. In der Phase3 Studie werden zudem nur PFIC-1 Patienten behandelt.
Biliary Atresia: Auch hier plant Mirum vor Albireo fertig zu sein. Mirum plant im 4Q2020 eine Phase 3 Studie zu starten, die 26 Wochen Behandlung umfasst. Die Studie soll im November 2022 ausgewertet werden können. Albireo hat bereits ihre Phase 3 Studie gestarten, diese umfasst jedoch eine 24-monatige Behandlungsdauer (und plant, bis Juni 2024 die Studie zu beenden).

Lasst mal gerne eure Anmerkungen und Meinungen zu meinen Ausführungen da. Wie gesagt, das große Potenzial von Albireo ist uns allen klar und ich denke wir werden uns alle in Zukunft noch über die deutlich höheren Notierungen freuen  

908 Postings, 1891 Tage Glatzenkogelschöne Zusammenfassung clondike

 
  
    
19.10.20 10:17
mikroökonomisch betrachtet ist Albo eine vielversprechende Aktie.

Mein Problem aktuell ist eher der Makrokosmos. Wer wird am Ende Recht behalten? Die sogenannten "Verschwörungstheoretiker" wie z.B. Herr Wolff

https://www.youtube.com/watch?v=YaPFoU-FWC8

bzw. eine Unmenge an unkonvergierten Finanzexperten, die ins gleiche Horn blasen...
...oder unsere orientierungslos (und viel schlimmer hilflos) wirkenden Politiker? Je mehr ich mich damit beschäftige, umso weniger sehe ich Licht am Ende des Tunnels, in welchen uns die Politiker  dieser Welt geschickt haben.

Und ich spekuliere darauf, dass zumindest aussichtsreiche Pharmatitel auch in stürmischen Zeit performen können. Wenn man nicht nur kurzfristig investiert ist, muss man die aktuellen Entwicklungen echt mal hinterfragen.  

226 Postings, 229 Tage dingDong69@Clondike191, danke für die Anmeldung ..

 
  
    
19.10.20 12:36
.. um so einen ausführlichen und  gut analysierten Post zu verfassen.

Jedem Investierten wird deutlich, dass Odevixibat kein billiges Medikament werden kann. Klar wollen wir , die Aktionäre, Profit sehen. Das ist die eine Seite der Geschichte.
Was mir aber Bauchschmerzen bereitet, ist die Corona Pandemie und die damit verbundenen Kosten. Ich möchte damit jetzt keine Diskussion breittreten, sondern nur meine Gedankengänge kundtun. Es wurde bisher Unmengen an Geld in die Märkte gepumpt, um diese am laufen zu halten. Jetzt rollt die zweite Welle an und die Corona Fallzahlen steigen Tag für Tag weltweit extrem rasant an. Klar, bei den meisten Infizierten  läuft es human ab. Aber wenn sich so viele Menschen neu infizieren, werden natürlich auch mehr stationär, oder gar intensivmedizinisch betreut werden müssen. Das kostet. Wie lange hält das eine Kranken/ Sozialversicherung aus? Wir reden da noch nicht mal von einer Finanzkrise, die sicher schon in den Startlöchern steht. Wenn dann eben die Ressourcen/ Finanzmittel knapp werden und der Staat nichts mehr nachschiessen kann, wie hoch ist dann der Ethik Stand und der Solidaritätsgedanke, für einen kleinen Patientenkreis solche Summen für das benötigte Medikament aufzubringen? Was zählt dann der Einzelne? Gilt dann immer noch, jeder wird gleich behandelt, oder wird aussortiert?
Ich hoffe, dass man wirklich demnächst einen Impfstoff gegen Corona präsentiert, der dieses Übel ausrottet und man diese Pandemie in den Griff bekommt. Weiterhin, dass wir von einer Finanzkrise verschont bleiben und uns in unseren verbleibenden Wohlstand sonnen können. Denn dann könnten solche Kurse eintreten. Unter normalen Umständen ist ALBO eindeutig unterbewertet!  

226 Postings, 229 Tage dingDong69gegen die Panik

 
  
    
19.10.20 15:02
https://www.n-tv.de/wissen/...dlich-als-vermutet-article22104272.html

Trotzdem, Maske auf bei Massenauflauf und Ruhe bewahren, liebe Politiker!  

53 Postings, 365 Tage barnabyVorhersagen/Wahrsagen etc.

 
  
    
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19.10.20 21:51
@glatzenkogel #6494: Das gepostete Video beeindruckt mich nicht besonders. Es geht da wieder nur darum, das Buch eines Weltuntergangspropheten anzupreisen. Diese Leute gibt es nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht, denn verführerisch ist ja die fiffty-fiffty-Chance: Man behauptet einfach mal etwas mit dem Zusatz "Lange kann's nicht mehr dauern"... Vorteil: Solange nix passiert, kann man das immer weiter behaupten und verkauft munter sein Buch. Passiert dann tatsächlich was, kann man sagen: Hab ich doch schon immer gesagt. Was ich daran nicht seriös finde ist, dass keine konkreten Tatsachen benannt und vor allem keine konkreten Verantwortlichen für das Böse genannt werden. Das ist immer das deutlichste Indiz, dass man sich gegen Kritik an den Behauptungen von vornherein immunisieren will. Das toxische an dieser Art von Behauptungen ist allerdings, dass überall ein bißchen was Wahres dran ist. Deswegen ist die Verknüpfung von Wahrem und Falschem aber im Ergebnis  genauso falsch, wie wenn alles komplett frei erfunden wäre.
Grundsätzlich macht man mit der Investition in Albireo nichts falsch, auch wenn das allgemeine Marktumfeld aus politischen Gründen unruhiger werden könnte. Deswegen haben ja die Untergangswahrsager im Moment auch Konjunktur und versuchen, diese Stimmung für sich zu nutzen. Nach dem 3. November und dann Ende des Jahres/Anfang des nächsten Jahres werden wir etwas schlauer sein... oder auch nicht.

 

908 Postings, 1891 Tage Glatzenkogelbarnaby

 
  
    
19.10.20 23:07
da bin ich grds Deiner Meinung. Ich bin auch von Albireo ziemlich überzeugt, wie ich hier auch unentwegt und auch in dem Post, auf den Du Dich beziehst, zum Ausdruck bringe.
Mal abwarten, ob wir nach den US Wahlen oder der Jahreswende schlauer sind. Okay, gewinnt Trump (es sieht nicht danach aus) freuen sich die Kapitalmärkte, da die Niedrigsteuerpolitik für Unternehmen fortgesetzt wird. Nicht wenige befürchten, dass Trump eine Wahlniederlage anzweifeln wird. Das könnte Verwerfungen an den Kapitalmärkten nach sich ziehen. Dort mag man keine (zeitlichen) Unwägbarkeiten. Wie die Finanzmärkte ein Sieg von Biden auffassen, kann ich am wenigsten beurteilen.
Aber die US Wahlen waren nicht so mein Thema. Ob das gepostete Video überzeugen soll oder nicht, war eigentlich auch nicht der Ansatz. Es ist halt eine Meinung (in der übrigens sehr wohl konkrete Verantwortliche genannt werden), aber es gibt auch viele andere.
Wir leben in einem Zeitalter von einem durch das Geschäftsgebaren von Zentralbanken aus dem Gleichgewicht geratenen Finanzsystem. Durch die massive Liquidität ist Blasenbildung an den Märkten zu beobachten. Das dürfte Konsens sein. Insoweit besteht eigentlich bei allen Werten, ob fundamental gerechtfertigt oder nicht, ein großes Risiko von (extremen) Kursschwankungen. Im März diesen Jahres hatte sich der Kurs von Albo mal eben - und fundamental nicht gerechtfertigt - halbiert. Da ist hier manch einem richtig die Düse gegangen. Mir inklusive. Scheint schon alles wieder vergessen zu sein. Ist aber trügerisch. Das kann m.E. jederzeit wieder passieren. Das darf man, insbesondere je nach Anlagehorizont nicht völlig ausblenden.
Man kann bei Bios bei Events Kasse machen und Gewinne mitnehmen. Ist m.E. ein Ansatz, bei welchem diese Thematik weniger stark relevant ist. Habe ich hier auch nicht getan. Langfristig sollte, eine entsprechende Geschäftsentwicklung von Albo vorausgesetzt, die Börsenbewertung im Fair Value liegen. Denn an den Untergang des Abendlandes glaube ich auch nicht. Mittelfristig orientierte Anleger haben an der Börse aktuell (ob in Albo oder einem anderen Wert) m.E. aktuell die größte Unsicherheit bzw. das größte Risiko. Um diese Dinge ging es mir im Wesentlichen.
Viele Grüße
     
 

226 Postings, 229 Tage dingDong69Cramers lightning round

 
  
    
20.10.20 08:40
Albireo Pharma: ?It?s a totally speculative stock. Pediatric liver, very niche market. If they hit it out of the park, even if they hit it out of the park, I still don?t think you make that much money. But it?s a spec ... and remember, I find room in a 10-stock portfolio for a stock like that. It?s fine.?  

1052 Postings, 1574 Tage MisterTurtlehabe rumüberlegt

 
  
    
20.10.20 08:52
der Planet ist wieder im Krisenmodus, weil wieder völlig unerwaret nach dem Sommer die kalte Jahreszeit folgt, in der man wieder eher krank wird. An der Stelle sei gleich dazu gesagt: am 24.12. findet Heiligabend statt, auch wenn damit wieder viele nicht nicht gerechnet haben werden.

Zum Thema: da die näcshte Panik praktisch abzusehen ist, habe ich hin- und herüberlegt, ob ich meine gesammelten Aktien verkaufen und "Cash is King" spielen sollte. Haben wir vermutlich alle schon. Für Albireo habe ich mich dann aber dagegen entschieden. Weil ich fürchte, das es ein Minusgeschäftwird, wenn erstmal ganz real die Steuer ihr Viertel abhaben will und meine Versicherung explodiert, wenn ich realisere. Kennen wir ja, wenn man mal 1000 € verdient, kommen gleich 8 Hände an, die jeweils mindestens 20% davon abbekommen müssen.
Ich werde die Sache also - zumindest für Albireo - stur aussitzen. Weil ich davon ausgehe, das da bald in Form von Divi ein angenehm hoher Geldregen auf uns niederprasseln wird, das man erwägen könnte, Die Aktie in Bufettmanier für immer zu behalten. Vielleicht kommt ja sogar eines Tages eine Übertreibung nach oben, auch wenn wir uns das hier zur Zeit nur schwer vorstellen können.

@Clondike: endlich mal noch jemand der rechnet, schönes Ding.

@DingDong: der Cramer ist ja lustig. Albi ist bestimmt die erste Pharmabude der Geschichte, die für eine Milliarde forscht um das positive Ergebnis dann für ne Kiste Bier zu verkaufen. Je geringer die Patientenzahl, desto höher der Preis. Am Ende macht die Pharma aber immer Gewinn. Sonst wäre die Forschung nach dem Weltkrieg eingestellt worden.  

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