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Sind hier wirklich so viele "Rechte" unterwegs?

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neuester Beitrag: 07.12.07 19:38
eröffnet am: 07.12.07 18:45 von: AlterSchwed. Anzahl Beiträge: 5
neuester Beitrag: 07.12.07 19:38 von: Börsenfreak8. Leser gesamt: 2428
davon Heute: 1
bewertet mit 6 Sternen

2517 Postings, 4360 Tage AlterSchwede_rel20.Sind hier wirklich so viele "Rechte" unterwegs?

 
  
    
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07.12.07 18:45

Beim Herumstöbern habe ich diesen Artikel über eine bewegende Lebensgeschichte gefunden.

Ich denke, wir können froh und dankbar sein in einer Welt leben zu dürfen, in der unsere größte Sorge darin besteht, welche Aktie kaufe ich morgen und wieso hat mein Depot nur 10% Jahresperformance hingelegt...

Auch um diesem Forum mal ein etwas anderes "Geschmäckle" fern von politischem rechts-links-Gequatsche zu geben, dachte ich, es sei gut, sie mal hier zu posten.
Denn was ihr auch immer hier schreibt, egal ob rechts oder linksorientiert, lest euch doch diese Geschichte -auf deren Verfilmung ich mich jetzt schon freue- mal durch.

Für die einen sind es Worte, doch für viele andere kann es zu einem harten Schicksal werden.

Viel Spaß beim lesen des Artikels!


Der KZ-Häftling, der seinen Verräter verhaftete

                   

Werner Kleemans Lebensgeschichte gleicht einem Hollywood-Drehbuch: 1938 kaufte er sich aus dem KZ Dachau frei und floh nach New York. 1944 kehrte er als US-Soldat nach Deutschland zurück - und verhaftete genau den Nazi, der ihn nach Dachau gebracht hatte.
Von Marc Pitzke, New York

von               Marc Pitzke

                       


                                         Werner Kleemans Häuschen wirkt wie jedes andere hier am 196th Place, einer stillen Wohnstraße am äußersten Ostzipfel New Yorks. Sauber und gepflegt, Blumenkästen vor den Fenstern, ein Vordach mit verschnörkeltem Gusseisen. Eine kleine Backsteintreppe führt zur Tür hinauf. Zwei Latinos harken gerade das letzte Herbstlaub im Garten weg. Kleeman steckt ihnen ein paar Dollar zu und bittet den Besucher herein: "Willkommen in Queens!"
 
Queens, ja, aber drinnen sieht es aus wie in einer bayerischen Stube: schwere Eichenmöbel, ein Plüschsofa, Wände voller Ölgemälde, eine Wohnküche. Jedes Zimmer atmet die Melancholie der Vergangenheit. Kleeman nimmt am Küchentisch Platz. "Wollen wir was essen?", fragt er, ganz der galante Gastgeber. "Oder wollen wir erst mal reden?"
 
Denn zu reden gibt es viel. Der 88-jährige Witwer lebt nach außen hin zwar das Leben eines ganz normalen US-Pensionärs, dem es gut geht: alleine, unabhängig, relativ fit; nicht wohlhabend, aber versorgt. Er kocht für sich selbst, und ab und zu setzt er sich in sein Oldsmobile, Baujahr 1990, um in seinem Stammrestaurant Französisch essen zu gehen. Doch hinter dieser gutbürgerlichen Fassade hier in Queens verbirgt sich eine einzigartige, hoch dramatische Lebensgeschichte. Eine Geschichte, wie sie ein Steven Spielberg verfilmen könnte. "Hollywood", sagt Kleeman in akzentuiertem Englisch, legt seine rauen, verrunzelten Hände übereinander und zwinkert vergnügt, "hat sich schon gemeldet." Doch davon später mehr.
 
Vom Gastwirt verraten
 
Diese Geschichte beginnt in Unterfranken, in Gaukönigshofen, einem kleinen Dorf südlich von Würzburg. Hier wuchs Kleeman auf, als Sohn einer jüdischen Familie. Damals hieß er noch Kleemann, mit zwei "n". "Damals war ich noch Deutscher", sagt er. Kleeman war eines von fünf Kindern, sein Vater war Getreidekaufmann. Ihre Kindheit war idyllisch: Gaukönigshofen habe eine "romantische Unschuld" gehabt, sagt Kleeman. "So wie sie Poeten und Künstler porträtieren."
 
Dann kamen die Nazis. Mit 14 wurde Kleeman von der Oberrealschule in Würzburg geworfen. In der Pogromnacht am 9. November 1938 wurde das Haus seiner Familie verwüstet. "Von Leuten, die ich so gut kannte", erinnert sich Kleeman schaudernd. "Ich konnte nicht fassen, was passierte."
 
Kurz darauf wurde er verhaftet - verraten von einem Gaukönigshofener Gastwirt, der NSDAP-Mitglied war. Gemeinsam mit seinem Vater und zwei Brüdern kam er erst ins Gefängnis und von da aus direkt ins Konzentrationslager Dachau. Kleeman war 19 Jahre alt.
 
"Von nun an bin ich kein Deutscher mehr"
 
In Dachau sahen sie unsägliche Dinge. "Jeden Tag starben rund zehn bis zwölf Menschen." Kleeman stockt. Seine Augen füllen sich mit Tränen. "Es nimmt mich immer noch mit", sagt er. "Egal, wie lange es her ist."
 
Doch er entkam Dachau. Ein entfernter Cousin im US-Bundesstaat Nebraska hinterlegte 5000 Dollar in London, und über das britische Generalkonsulat erhielt Kleeman ein Ausreisevisum. "Ich habe den Mann nie getroffen", sagt er. "Er rettete mir das Leben." Am 22. Dezember 1938 wurde er aus Dachau freigelassen. Damals ging das noch. Ein Jahr später, und die Schlinge hätte sich zugezogen.
 
Nach Zahlung von 2000 Reichsmark und Vorlage eines Führungszeugnisses des Bezirksamts ("Keine Strafen oder sonstige Vermerke") durfte Kleeman ausreisen. Als er im Zug die holländische Grenze passierte, dachte er: "Von nun an bin ich kein Deutscher mehr. Ich fange ein neues Leben an."
 
Als US-Soldat zurück in die Heimat
 
Mit Hilfe eines Freundes kaufte Kleeman auch den Rest seiner Familie frei und holte sie nach London. Er sparte sich die Überfahrt nach New York zusammen, 30 Pfund, auf dem Unterdeck eines alten Dampfers. Nach zwei Wochen auf hoher See legte er am Pier 50 in Manhattan an, mit zwei Koffern und 2,50 Dollar in der Tasche.
 
Kleeman kam bei einem Cousin in Queens unter und fand einen Job in einem Kaufhaus. Dann, am 22. Juli 1942, sieben Monate nach dem Kriegseintritt der USA, wurde er in die amerikanische Armee eingezogen. Nach drei Monaten Dienst leistete Kleeman seinen Eid als US-Staatsbürger. Schon bald wurde er als Armeedolmetscher nach Großbritannien verschifft, um sich dort mit dem 12th Infantry Regiment auf die alliierte Landung in der Normandie vorzubereiten.
 
In der Nacht zum 6. Juni 1944 überquerten sie den Ärmelkanal - D-Day. "Alle hatten Höllenangst", sagt Kleeman. Er befand sich in einer bizarren Situation: auf dem Weg zurück in die alte Heimat - als feindlicher Soldat: "Es war meine Pflicht zu helfen, die Deutschen zu besiegen."
 
Treffen mit Hemingway
 
Sie landeten am Küstenabschnitt Utah Beach südlich von Cherbourg. Ohne großen Widerstand drangen sie vor, für Kleeman war das "wie ein Wunder". Allein dieser Teil der Geschichte würde ein ganzes Buch füllen: Kleeman kämpfte Seite an Seite mit J. D. Salinger, dem späteren Star-Autoren ("Der Fänger im Roggen"), und lernte Ernest Hemingway kennen, der als Kriegskorrespondent unterwegs war: "Netter Kerl - aber all diese Frauengeschichten!"
 
Kleemans Einheit half, Paris zu befreien, nahm an der Ardennen-Offensive teil, stieß nach Luxemburg vor. Am 12. September 1944 überquerte Kleeman die deutsche Grenze, bei Elcherath in der Schnee-Eifel. "Die Deutschen waren gerade erst abgezogen, und in einem Bauernhaus fanden wir warmes Essen auf dem Tisch", erinnert er sich lakonisch.
 
Nach der deutschen Kapitulation beschloss Kleeman, nach Gaukönigshofen zu reisen, um nach jüdischen Bekannten zu suchen. Als Gesandter der US-Militärverwaltung rückte er im Frühjahr 1945 in dem Dorf an - in voller Soldatenuniform. "Es war ziemlich aufwühlend", sagt er, und abermals werden seine Augen feucht. Die jüdischen Freunde waren alle verschwunden, man hatte sie fortgebracht und sie waren "nie zurückgekommen". Die Synagoge war eine Feuerwehrgarage. Sein Elternhaus diente als Kriegsgefangenenlager.
 
Zusammenbruch im Münchner Hauptbahnhof
 
Kleeman besorgte sich eine Liste all jener, die an der Pogromnacht teilgenommen hatten, und übergab sie der Polizei. Den NS-Gastwirt, der ihn verraten hatte, verhaftete er persönlich, mit gezückter Waffe. "Ich brachte ihn ins selbe Gefängnis, in das er mich gebracht hatte." Rache? Nein, sagt Kleeman: "Ich fühlte mich nicht rachsüchtig. Ich fühlte, dass ich im Recht war."
 
Schließlich kehrte Kleeman nach New York und ins Zivilleben zurück. Er heiratete, baute sich ein Einrichtungsgeschäft auf, kaufte das Haus in Queens. Jahrzehntelang sprach er nicht über seine Odyssee von Dachau zum D-Day, selbst zu seiner Familie nicht. "Wir fragten ihn, aber er antwortete nicht", sagt seine Tochter Debby Schenkein. "Er wollte nicht darüber reden."
 
Zum 40. Jahrestag der Invasion reiste er 1984 als Kriegsveteran in die Normandie. Beim Umsteigen im Münchner Hauptbahnhof sah er zufällig den Raum, von dem aus er 47 Jahre zuvor den Weg in die Freiheit angetreten hatte, und brach weinend zusammen. In Frankreich öffnete er sich dann erstmals in einem TV-Interview. Doch erst zwei Jahrzehnte später fand er die Kraft, alles niederzuschreiben. Gemeinsam mit der Autorin Elizabeth Uhlig verfasste er seine Memoiren: "From Dachau to D-Day." Im Spätsommer dieses Jahres kam das Buch in Uhligs Heimverlag Marble House heraus.
 
"Ich war Teil der Geschichte"
 
Seitdem steht Kleemans Telefon nicht mehr still. Ein Reporter der "New York Times" hat ihn besucht, ebenso ein Drehbuchautor. Ein Dokumentarfilmer ist vorstellig geworden. Kleeman hat Vorträge gehalten. Das Holocaust Resource Center des Queensborough Community College hat ihm zu Ehren einen Empfang gegeben. 90 Leute kamen und schüttelten ihm die Hand.
 
Kleeman schlurft in sein Arbeitszimmer. Dort sind bis unter die Decke Dokumente gestapelt: Aktenordner, Urkunden, Zeitungen. Er kramt Fotos aus seiner Armeezeit hervor, auf vielen lächelt er. Sein deutscher Pass von 1938 trägt das Hakenkreuz. "Hier", sagt Kleeman und entfaltet eine brüchige Landkarte: die Original-Karte, die sie am Utah Beach benutzt haben. "Ich war dabei", murmelt er. "Ich habe meinen Job erledigt. Ich war Teil der Geschichte."
 
Draußen wird es dunkel. Die Laubharker sind längst weg. Ein Jet dröhnt über die Dächer. "Vielen Dank fürs Zuhören", sagt Werner Kleeman, verabschiedet sich von dem Besucher und schließt die Tür - ein ganz normaler Pensionär in einer ganz normalen Straße in Queens.

 

 

2103 Postings, 4976 Tage SozialaktionärHemingway ein "Netter Kerl ", lol

 
  
    
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07.12.07 19:18
schildert Hemingway stolz in einem Brief vom 27. August 1949 an den US-Verleger Charles A. Scribener wie er einen gefangenen Soldaten der Waffen-SS mit seiner Pistole erschoß, weil dieser nicht bereit zum Verrat militärischer Geheimnisse war und sich auf die Genfer Konvention berief. "Du irrst Dich Bruder, sagte ich zu ihm und schoß ihm dreimal schnell in den Bauch, und dann, als er in die Knie ging, schoß ich ihm in den Schädel, so daß ihm das Gehirn aus dem Mund kam, oder aus der Nase, glaube ich." In einem anderen Brief an den ehemaligen Regimentskommandeur Charles T. Lanham schildert er, wie er einem einzelnen deutschen Soldaten, "ein Junge etwa so alt wie mein Sohn Patrick zu der Zeit", also 16 Jahre, der auf einem Fahrrad flüchtete, "durch das Rückgrat geschossen habe". In weiteren Briefen und Äußerungen brüstete er sich damit, dass er 122 deutsche Soldaten getötet habe. Wenn letzteres auch unter der Rubrik schriftstellerische Übertreibung oder makabres "Jägerlatein" verbucht werden kann, ist doch festzuhalten, daß Hemingway als Kriegsberichterstatter und damit Nichtkombattant nach eigener Aussage wehrlose Gefangene ermordet und damit Kriegsverbrechen begangen hat, die nie zu einer Anklage führten.
 

664835 Postings, 4363 Tage HeulerGibt es von dem Buch schon eine deutsch-

 
  
    
07.12.07 19:20
sprachige Ausgabe?
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Ich weiss, ich weiss, die Signatur sieht einfach nur bescheuert aus.
Beschwerden bitte direkt an ARIVA richten.

55571 Postings, 4413 Tage heavymax._cooltrad.#1:logisch.,mindestens soviel wie "Linke" ,wetten?

 
  
    
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07.12.07 19:32

3216 Postings, 4606 Tage Börsenfreak89schon komisch

 
  
    
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07.12.07 19:38
alterschweder, wieso assoziierst Rechte mit dem Holocaust?
warum so sparsam, setze für "Rechte", "Deutsche" ein und du wirst von einigen personen hier vergötterst!!

es gibt alte,neue rechte etc......

vielleicht vorher mal informieren ??
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„Deutsche Helden müßte die Welt, tollwütigen Hunden gleich, einfach totschlagen.”
Fischer, Joseph („Joschka”),

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